Google : Behörden fragen immer häufiger nach Nutzerdaten

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Google: Behörden fragen immer häufiger nach Nutzerdaten
Bild: murdelta (CC BY 2.0)

Der Transparenzbericht von Google zeigt deutlich, dass die Zahl der Anfragen der Behörden nach Nutzerdaten stetig steigen und erneut einen Spitzenwert markiert haben. Die Deutschen Behörden sind bei der Anzahl der Anfragen ganz vorne mit dabei und erhalten in fast zwei Drittel der Fälle auch die geforderten Daten.

Anfragen steigen stärker als Auskünfte

Im Vergleich zum vorherigen Halbjahr stieg die Zahl der Anfragen durch Behörden zur Herausgabe von Nutzerdaten um etwas mehr als 4.000 Stück und erreichte damit einen neuen Spitzenwert von 44.943. Im Verlauf der letzten Jahre lässt sich damit einen deutlichen Anstieg verzeichnen: So lag die Zahl der Anfragen Ende Dezember 2009 bei gerade einmal 12.539 und stieg seit dem konstant mit lediglich einem Ausreißer.

Allerdings gibt Google im Verhältnis nicht mehr Daten oder auch Teile der geforderten Daten heraus. So wurden den 44.943 Anfragen in weniger als 29.000 Fällen stattgegeben, womit sich ein Wert von 64 Prozent ergibt. Im Jahre 2009 stimmte Google noch in 76 Prozent der Fälle der Herausgabe von Daten zu.

Anzahl der Anfragen
Anzahl der Anfragen (Bild: Google)

Deutschland auf Platz Zwei

Die amerikanischen Behörden fordern mit 14.168 Anfragen am häufigsten Daten bei Google an. Den Spitzenwert hält die USA auch bei der Zustimmung der Ersuchen, die in 79 Prozent der Fälle erteilt wird. Die Deutschen Behörden stellten im gleichen Zeitraum 8.788 Anfragen an Google und liegen damit deutlich vor Frankreich mit 4.300 Anfragen. Allerdings erhalten die Deutschen Behörden nur in 59 Prozent der Fälle auch die geforderte Auskunft, was deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Bei der Zustimmung liegen Belgien mit 72 Prozent und das Vereinigte Königreich mit 71 Prozent hinter den USA.

Wie Google mit Behörden Anfragen umgeht

Rückwirkend aktualisiert wurden zudem die Zahlen zu Anfragen nach dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA), die einer sechsmonatigen Sperre unterliegen. Demnach ist zwar die Zahl der Anfragen weiterhin in der Klasse von 500 bis 999 geblieben, betrafen aber Nutzer- beziehungsweise Kontenzahlen zwischen 21.000 und 21.499 Stück. Im Halbjahr zuvor lag dieser Wert noch bei 16.000 bis 16.499 Nutzern.