Linux : KaOS 2017.01 bringt Plasma 5.8.5 mit Wayland

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Linux: KaOS 2017.01 bringt Plasma 5.8.5 mit Wayland
Bild: Sebastien Wiertz (CC BY 2.0)

Die kleine KDE-Distribution KaOS hat ihr erstes Release des neuen Jahres freigegeben. Neben einem brandaktuellen KDE wurde unter anderem auch das Theme erneuert. Bei der Anmeldung kann zwischen einer Xorg- und einer Wayland-Session ausgewählt werden.

KaOS bietet die ersten aktualisierten Installationsmedien des neuen Jahres an. KaOS verfährt nach dem Rolling-Release-Prinzip, veröffentlicht aber laufend aktualisierte Medien zum Einstieg für neue Anwender. Das auf KDE spezialisierte Betriebssystem, das auf keiner anderen Distribution basiert und lediglich beim Paketmanagement auf Pacman von Arch Linux setzt, bringt neben Kernel 4.8.15, Systemd 232 und Mesa 13.0.2 auf Seiten von KDE das aktuelle Plasma 5.8.5, Frameworks 5.29.0 und KDE Applications 16.12.0 auf der Basis von Qt 5.7.1 auf die Rechner der Anwender. Alle Pakete der Distribution werden eigens neu gebaut. Darunter sind erneut einige Anwendungen, die offiziell von KDE noch nicht in dieser Version veröffentlicht wurden.

Bugfix für Nouveau

Das kleine Tool IsoWriter schreibt nicht nur Images auf USB-Sticks und überprüft deren Integrität, sondern versetzt den USB-Stick auf Wunsch auch wieder in den Ausgangszustand. Bei dem auf dem Installer-Framework Calamares beruhenden KaOS-Installer wurde die Erkennung weiterer installierter Betriebssysteme sowie das automatische Aufsetzen eines Dual-Boot-Setups verbessert. Mesa enthält einen experimentellen Patch, der es wieder ermöglicht, bei Verwendung des freien Nouveau-Treibers für Nvidia-Karten Browser und Applikationen zu nutzen, die auf QtWebengine basieren. Dieser Fehler bestand seit Mitte 2015 und plagt heute noch Nvidia-Anwender vieler Distributionen.

Nur noch Qt 5

KaOS 2017.01 hält Qt 4 nicht länger in seinen Repositories vor. Anwendungen, die den Sprung zu Qt 5.x noch nicht gemacht haben, sind somit in KaOS nicht mehr lauffähig. Neu ist eine Warnung in einem eigenen Fenster außerhalb der Paketinstallation per Konsole oder dem grafischen Updater Octopi, wenn während einer Aktualisierung eine Anwendung manuelle Intervention des Anwenders erfordert. Das Standard-Theme Midna erhielt einige Anpassungen, zudem wanderte das Panel vom unteren Displayrand an die rechte Seite.

Wayland mit Plasma

KaOS 2017.01 ist außerdem eine der ersten KDE-Distributionen, die per Mausklick im SDDM-Displaymanager ein Umschalten zwischen Xorg- und Wayland-Sitzung erlaubt. Wayland funktioniert allerdings noch nicht in einer VirtualBox-Sitzung, hier friert der Anzeige-Server beim Start der Sitzung ein. Darüber hinaus ist die Wayland-Integration bei GNOME weiter fortgeschritten, wenngleich auch die KDE-Entwickler hier auf einem guten Weg sind.

Das Image von KaOS-2017.01 liegt auf der Projektseite lediglich in 64-Bit zum Download bereit. Wer KaOS zum ersten Mal nutzt, sollte, um Enttäuschungen vorzubeugen, vor dem Herunterladen auf der Startseite nachlesen, was die Eigenschaften und Ziele der Distribution sind. Eines ist KaOS aber gewiss: die aktuellste KDE-Distribution.