Exynos 8890: Samsung liefert SoCs an Audi für Infotainmentsysteme

Nicolas La Rocco 39 Kommentare
Exynos 8890: Samsung liefert SoCs an Audi für Infotainmentsysteme
Bild: Audi

Exynos-Prozessoren von Samsung werden in Zukunft die Basis von Audis Infotainmentsystemen bilden. Samsung reiht sich damit bei Audi neben anderen Größen wie Nvidia und Qualcomm ein. Es ist nicht die erste Partnerschaft, die beide Hersteller im Rahmen des Progressive SemiConductor Program (PSCP) eingehen.

Progressive SemiConductor Program wird fortgeführt

Das Progressive SemiConductor Program hat kürzere Entwicklungszyklen für die Einführung neuer Technologien im Automobil zum Ziel. Die Zeit zwischen Verfügbarkeit eines Produkts aus dem Consumer-Segment, seien es Prozessoren, Speicher, Displays oder Connectivity-Plattformen, soll verkürzt werden, um in diesen Bereichen nicht mehr in dem Maße hinterherzuhinken, wie es noch vor einigen Jahren gang und gäbe in der Automobilbranche war. Dabei sollen die in der Automobilindustrie vorgeschriebenen Standards für Robustheit, Qualität und Leistung jedoch nicht vernachlässigt werden.

Beispielbild für einen Samsung Exynos Prozessor
Beispielbild für einen Samsung Exynos Prozessor (Bild: Samsung)

Auf Speicherlösungen folgen Prozessoren

Ende des Jahres 2015 hatten Audi und Samsung als Teil des Progressive SemiConductor Program bereits eine erste Partnerschaft im Bereich Speicher angekündigt. Samsung liefert demnach für zukünftige Infotainmentsysteme, die Instrumententafel und Assistenzsysteme LPDDR4-Speicher der 20-Nanometer-Klasse und eMMC-Speicher nach 5.1-Spezifikationen der 10-Nanometer-Klasse an Audi.

Für diese Infotainmentsysteme der nächsten Generation, deren Funktionsumfang im gleichen Maße wie die dafür vorgesehenen Pkw-Baureihen noch nicht bekannt sind, wird Samsung in Zukunft Exynos-Prozessoren als System-on-a-Chip (SoC) liefern. Ein Exynos-Prozessor für das Automobilsegment könne für bis zu vier Bereiche des Fahrzeugs sowie bis zu vier Displays gleichzeitig eingesetzt werden, erklärt Samsung. Die Leistung von CPU und GPU soll ausreichend sein, um anspruchsvolle Grafiken zu berechnen und darzustellen.

Welche von Smartphones bekannten System-on-a-Chips Samsung für das Automobilsegment angepasst hat, geht aus der Ankündigung nicht hervor. Konkurrent Nvidia bietet verschiedene Versionen seiner Tegra-Baureihe in Varianten für Fahrzeuge an. Qualcomm wiederum bietet den Snapdragon als 602A und 820A an, wobei am A-Kürzel der Einsatzzweck erkennbar ist.

Update 19.01.2017 09:50 Uhr

Wie Samsungs Semiconductor-Sparte auf Nachfrage von ComputerBase mitgeteilt hat, handelt es sich bei dem ersten für Audi geplanten System-on-a-Chip um den Exynos 8890, der erstmals in dem Samsung-Smartphone Galaxy S7 und weiteren Produkten dieser Geräteserie zum Einsatz kam.

Zur exakten Konfiguration des Chips kann derzeit keine Auskunft gegeben werden. Ausgehend von dem für Smartphones entwickelten Design setzt sich der Exynos 8890 aus vier eigens von Samsung entwickelten CPU-Kernen des Typs M1 (Mongoose) sowie vier Kernen des Typs Cortex-A53 zusammen. Als Grafikeinheit wird eine Mali-T880 MP12 von ARM verwendet.

Die Ankündigung des Exynos 8890 für Consumer-Produkte war erst vor rund 14 Monaten erfolgt. Diese kurze Entwicklungszeit bis zur Zertifizierung des Chips für die Automobilbranche spricht für den Erfolg des Progressive SemiConductor Program.