Oculus: Gericht verhängt Strafe von 500 Millionen US-Dollar

Jan-Frederik Timm 38 Kommentare
Oculus: Gericht verhängt Strafe von 500 Millionen US-Dollar

Oculus, Mitgründer Luckey und Ex-CEO Iribe sind von einem Gericht in den USA zur Zahlung von insgesamt 500 Millionen US-Dollar Schadenersatz an die id-Software-Mutter ZeniMax Media verurteilt worden. ZeniMax hatte Oculus bereits im Jahr 2014 verklagt und sogar 4,0 Milliarden US-Dollar Schadenersatz gefordert.

Freispruch im Hauptpunkt der Anklage

ZeniMax hatte Oculus unter anderem beschuldigt, durch die Anstellung von John Carmack in den Besitz von Betriebsgeheimnissen gekommen zu sein, die wesentlich zur Entwicklung der VR-Brille Oculus Rift geführt hätten. Darunter auch Softwarecode. Die Entwicklung der Rift hätte den Konzern für Facebook aber erst attraktiv gemacht, die Übernahme zum Preis von zwei Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 sei also nur deshalb zu Stande gekommen.

Dass Oculus, Luckey und Iribe Betriebsgeheimnisse von ZeniMax für die Entwicklung von Oculus Rift genutzt haben, war ein Anklagepunkt, dem das Gericht nach Anhörungen der beiden Parteien sowie Facebook-CEO Zuckerberg nicht gefolgt ist. In anderen Anklagepunkten gaben die Richter dem Kläger aber Recht: Oculus habe fremden Code und Logos genutzt und damit gegen Urheber- und Markenrecht verstoßen, außerdem wurde ein Verschwiegenheitsabkommen zur Entwicklung einer VR-Version von Doom 3 für einen Prototypen der Oculus Rift gebrochen. In Summe beläuft sich der vom Gericht bemessene Schaden aus dem Fehlverhalten des Unternehmens auf 300 Millionen US-Dollar.

Mitgründer Luckey und Ex-CEO Iribe sind aber auch persönlich zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt worden: Bei Luckey sind es 50 Millionen, bei Iribe 150 Millionen US-Dollar. Der Grund ist in beiden Fällen gleich: Die von ZeniMax genutzte Technologien oder Marken seien bewusst nicht ausgewiesen worden. Carmack wiederum ist nicht persönlich haftbar. Das Urteil liegt ArsTechnica vor.

Facebook freigesprochen, Oculus geht in Berufung

Facebook hingegen wurde vom Vorwurf freigesprochen, im Vorfeld der Übernahme trotz eindeutiger Hinweise nicht auf das Fehlverhalten aufmerksam geworden zu sein. Oculus hat bereits erklärt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.