Gigabyte: Erste AM4-Boards mit A320-Chipsatz bieten kein M.2

Michael Günsch 77 Kommentare
Gigabyte: Erste AM4-Boards mit A320-Chipsatz bieten kein M.2
Bild: Gigabyte

Nach diversen Modellen mit X370- und B350-Chipsatz hat Gigabyte die ersten AM4-Mainboards mit dem geringer ausgestatteten A320-Chipsatz vorgestellt. Einmal in ATX und einmal im Micro-ATX-Format bieten beide nur zwei DDR4-DIMM-Slots. Einen M.2-Port gibt es nicht.

Von AMDs klassischen Chipsätzen mit eigenen I/O-Anschlüssen bietet der A320 auf der AM4-Plattform am wenigsten Ausstattung: Nur halb so viele PCIe-Leitungen und SATA-Ports wie der X370-Chipsatz sowie lediglich zweimal USB 3.0 und einmal USB 3.1 sind vorhanden. Für weitere Datenleitungen sorgt die CPU selbst.

Die I/O-Schnittstellen der Chipsätze und CPUs
X370 B350 A320 X300/B300/A300 Ryzen (CPU) Bristol Ridge (APU)
PCIe 3.0 0 0 0 0 24 (20*/18**) 14 (10*)
PCIe 2.0 8 6 4 0 0 0
USB 3.1 Gen 2 (10 Gbit/s) 2 2 1 0 0 0
USB 3.0 6 2 2 0 4 4
USB 2.0 6 6 6 0 0 0
SATA 6 Gbit/s 4 2 2 0 2** 2
SATA-Raid 0/1/10 0/1/10 0/1/10 0/1
Übertakten Ja Ja nur X300
CrossFire / SLI ja / ja ja*** / – ja*** / – nur X300
*bei X370/B350/A320 sind 4 PCIe-Lanes für Chipsatzanbindung belegt
**SATA-Ports kosten 2 weitere PCIe-Lanes des SoC
***CrossFire-Support durch eigene Lösungen der Mainboard-Hersteller

Zweimal A320 von Gigabyte

Durch die begrenzte Anzahl an Datenbahnen beim A320 müssen bei Mainboards Abstriche gemacht werden. So fehlt sowohl beim Gigabyte A320M-HD2 als auch beim Gigabyte A320-DS3 ein M.2-Sockel für SSD-Module gänzlich. Bei X370- und B350-Platinen gehört ein vollwertiger M.2-Slot mit PCIe 3.0 x4 dagegen praktisch zur Standardausstattung. USB 3.1 ist bei beiden Modellen durch eine A-Buchse am Backpanel vertreten. Hinzu kommen an gleicher Stelle drei USB-3.0-Anschlüsse, die vom Prozessor bereitgestellt werden.

Die Ausstattung ist bis auf PCI(e) ähnlich

An Videoausgängen besitzt das A320-DS3 je einmal D-Sub (VGA) und DVI, das A320M-HD2 besitzt zusätzlich einen HDMI-1.4-Port. PS/2-Anschlüsse für Maus und Tastatur sind bei beiden vertreten. Einigkeit herrscht auch bei den Chips für lokales Netzwerk und Audio: Gigabit-LAN und ALC887 stammen von Realtek. Aufgrund des Formats ist beim größeren A320-DS3 mehr Platz für PCI(e)-Slots: Zweimal PCIe x16, zweimal PCIe x1 und zweimal PCI werden geboten. Das kleinere A320M-HD2 besitzt dagegen PCIe x16 und PCI nur je einmal, aber ebenso zweimal PCIe x1.

A320-Chipsatz kann kein CrossFire, das A320-DS3 schon

Schon bei diversen Mainboards mit B350-Chipsatz hat sich gezeigt, dass diese den CrossFire-Betrieb mit zwei Grafikkarten erlauben, obwohl dies AMD beim Chipsatz nicht vorgesehen hat. Auch beim A320 fehlt die offizielle Unterstützung, doch auch hier machen Mainboard-Hersteller ihr eigenes „Ding“. Das A320-DS3 bietet laut Gigabyte Support für 2-Way-CrossFire. Allerdings ist die elektrische Anbindung der beiden PCIe-x16-Steckplätze zu beachten: Der erste Slot kann beim Einsatz einer Ryzen-CPU mit vollen 16 PCIe-3.0-Lanes betrieben werden, der zweite bietet aber nur maximal PCIe 3.0 x4.

Noch keine Details zum Marktstart

Wann und zu welchen Preisen die beiden A320-Mainboards von Gigabyte auf den Markt kommen, ist noch ungewiss. Im Preisvergleich fehlt noch jede Spur.