Windows 7 und 8.1: Patch hebelt CPU-Check von Windows Update aus

Jan-Frederik Timm 225 Kommentare
Windows 7 und 8.1: Patch hebelt CPU-Check von Windows Update aus
Bild: Zeffy (GitHub)

GitHub-Nutzer Zeffy hat herausgefunden, über welche Funktionen Microsoft Updates für Windows 7 und Windows 8.1 auf aktuellen CPU-Generationen sperrt. Auf Basis dieses Wissens hat er einen einfachen Patch bereitgestellt, der die Überprüfung aushebelt.

Fast alles auf einen Doppelklick

Während die ersten Versionen des Patches noch fehlerbehaftet und weniger intuitiv zu bedienen waren, stellt Zeffy mittlerweile ein komplexes Script bereit, das dem Anwender die Identifikation des genutzten Betriebssystems und des relevanten Updates abnimmt. Denn abhängig davon, ob Windows 7 oder Windows 8 in 32 oder in 64 Bit zum Einsatz kommt und welche Updates bereits installiert worden sind, gilt es den Mechanismus unterschiedlich auszuhebeln.

Allen Systemen gemein ist, dass die neuen Funktionen „IsCPUSupported(void)“ und „IsDeviceServiceable(void)“ zum Überprüfen des Prozessors in der Datei wuaueng.dll enthalten sind. Die im ZIP-Archiv zum Download bereitgestellte Datei aio-wuaueng.dll-patch.bat überprüft, welches Windows mit welchem Update vorliegt, und modifiziert die Datei an der relevanten Stelle so, dass beide Funktionen immer eine positive Bestätigung liefern. Je nach Bedarf kommt einer von aktuell 32 im Archiv enthaltenen Patches zum Einsatz. Damit das funktioniert, müssen Anwender die ebenfalls bereitgestellte Patcher xdelta in Version 3.0.11 in 32 (xdelta3-3.0.11-i686.exe) oder 64 Bit (xdelta3-3.0.11-x86_64.exe) installieren.

Patch für Windows Update unter Windows 7 und 8
Patch für Windows Update unter Windows 7 und 8 (Bild: Zeffy (GitHub))

Hat der im System angemeldete Anwender den Status Administrator, stoppt das Script aio-wuaueng.dll-patch.bat nach dem Ausführen den Update-Service über die Datei wuaueng.dll, verändert unter Zuhilfenahme des richtigen Patches über den Patcher xdelta die relevanten Funktionen und startet den Update-Service daraufhin neu.

Nicht ohne Risiko und nur von kurzer Dauer

Zeffy weist daraufhin, dass ein Restrisiko besteht. Anwender sollten vor dem Patchen deshalb wichtige Daten sichern und einen Systemwiederherstellungspunkt setzen. Ferner ist nicht ausgeschlossen, dass das Systemdatei-Überprüfungsprogramm (SFC.exe) zur Problembehandlung bei fehlenden oder beschädigten Systemdateien beim nächsten Durchlauf eine korrumpierte Datei meldet, oder in Zukunft Updates ausgeliefert werden, die bei der Installation auf eigentlich nicht unterstützten Systemen zu Problemen führen. Bisher gab es das allerdings nicht.

Dass Nutzer von Windows 7 und Windows 8 auf neuen CPUs wie vom Typ Intel Kaby Lake erneut Updates herunter laden können, wird mit jedem zukünftigen Patchday wieder rückgängig gemacht werden. Das Script von Zeffy gilt es daraufhin erneut auszuführen – allerdings erst, wenn die für die dann aktuellsten Patches relevanten xdelta-Patchdateien zur Verfügung gestellt worden sind.

Die immer aktuelle All-in-One-ZIP-Datei findet sich auf Github zum Download. Dort stellt Zeffy auch einen Überblick über die bisher unterstützten Updates von Windows 7 und 8(.1) und den kompletten Source Code zur Verfügung.