Amazon Prime Reading: Deutschlandstart soll kurz bevorstehen

Michael Schäfer 14 Kommentare
Amazon Prime Reading: Deutschlandstart soll kurz bevorstehen

Amazon wird allem Anschein nach den bisher lediglich in den USA erhältlichen Dienst Prime Reading in nächster Zeit auch in Deutschland anbieten. Die zur Verfügung stehende Titelzahl soll dabei jedoch geringer ausfallen als im Mutterland.

Dies berichtet das Portal Die Selfpublisher-Bibel. Der Online-Händler soll damit begonnen haben, unabhängige Autoren per E-Mail zur Teilnahme an dem Programm einzuladen. Wer sich bis zum 10. Mai 2017 für eine Teilnahme entscheidet, stellt einen Teil seiner Werke anschließend für 90 Tage dem Dienst zur Verfügung. Im Gegensatz zu Kindle Unlimited, wo die Vergütung über die tatsächlich gelesenen Seiten erfolgt, zahlt Amazon im neuen Dienst in Abhängigkeit von den jeweiligen Verkaufsplatzierungen eine Pauschalvergütung von 200 bis 1.000 Euro. Die Bücher können zudem weiterhin per Kindle Unlimited ausgeliehen oder von Nicht-Prime-Mitgliedern erworben werden.

Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Mitgliedschaft im KDP-Select-Programm. Darüber hinaus werden das Ausleihen als verkaufte Einheit gewertet, was sich wiederum unmittelbar auf die Verkaufsplatzierungen auswirkt.

Geringeres Angebot in Deutschland bei ständig wechselnden Titeln

Amazon Prime Reading kann als die Light-Version der seit rund drei Jahren in Deutschland verfügbaren großen Schwester Kindle Unlimited betrachtet werden und wird sich zwischen diesem und der Kindle Leihbücherei ansiedeln. Auch wenn bei Kindle Unlimited nach wie vor weniger als jeder zehnte Titel in deutscher Sprache erhältlich ist, kann der Dienst mittlerweile über eine Million Titel auf sich verbuchen. In den USA werden bisher über Prime Reading rund 1.000 Titel aus einem Mix von Büchern, Comics und Magazinen angeboten, welche knapp alle drei Monate wechseln; in Deutschland soll der Dienst jedoch mit einem weitaus geringeren Angebot starten.

In den genannten drei Monaten können die Bücher von Prime-Mitgliedern unbegrenzt ausgeliehen werden. Weiterhin wird den Abonnenten auch die Kindle Leihbücherei zur Verfügung stehen, welche zwar über ein größeres Angebot verfügt, aber nur das Ausleihen von einem Titel pro Monat zulässt. Zudem können diese Inhalte nur über ein Kindle-Lesegerät oder ein Fire-Tablet gelesen werden, wohingegen Kindle Unlimited und Prime Reading via App auch auf andere Tablets und Smartphones gebracht werden können.

Qualität des Angebotes bisher nicht einschätzbar

Inwieweit das Angebot qualitativ überzeugen kann, bleibt abzuwarten, denn gerade Kindle Unlimited konnte in der Vergangenheit nur wenige Verlage davon überzeugen, ihre Titel auf der Amazon-Plattform anzubieten. Zudem hatte der Dienst zeitweise mit einem Rückzug der Indi-Autoren zu kämpfen.