Beddit: Apple kauft Schlaf-Tracker-Hersteller

Tobias Reuter 10 Kommentare
Beddit: Apple kauft Schlaf-Tracker-Hersteller

Apple hat Beddit, einen Anbieter von Schlaf-Trackern, übernommen. Das geht aus einer Datenschutzerklärung auf der Beddit-Website hervor. Von nun an gelten für die erhobenen Nutzerdaten Apples Datenschutzlinien, so die finnische Firma. Der iPhone-Konzern könnte die Technologie für neue Funktionen der Apple Watch nutzen.

Sensorband für unter das Kopfkissen

Der Schlaf-Tracker-Hersteller bietet aktuell den Beddit 3 Sleep Monitor an, der den Schlaf des Nutzers überwacht und anhand verschiedener Parameter analysiert. Nutzer platzieren das Sensorband im Bett unter dem Kopfkissen. Während der Schlafphase misst das Gerät die Bewegungen, den Puls, das Atemtempo, die Schlafphasen und sogar das Schnarchverhalten des Anwenders. Zudem erhebt der Schlaf-Tracker Daten über die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit innerhalb des Schlafzimmers.

Für die Anzeige, Zusammenfassung und Auswertung der Schlafdaten greifen Nutzer auf Beddit-Apps für iOS oder die Apple Watch zurück. Optional lässt sich die Anwendung auch mit Apples Gesundheitsschnittstelle HealthKit verwenden.

Schlafverhalten optimieren

Anhand der erhobenen Messdaten können Nutzer ihr Schlafverhalten nachverfolgen und auf den gewonnenen Erkenntnissen aufbauend optimieren. Die App zeigt unter anderen, welche Aktivitäten des Tages sich wie auf die Schlafqualität auswirken. Dazu trägt der Anwender vor dem Zubettgehen ein, was er in den Stunden zuvor Schlafbeeinflussendes getan hat. Dazu gehören etwa Alkoholkonsum, Sport und lange Arbeit.

Beddit veranschaulicht durch die regelmäßige Analyse, welche Gewohnheiten des Anwenders den gesunden Schlaf wie stark fördern oder stören. Zusätzlich gibt die Anwendung Tipps darüber, wie sich die Nachtruhe verbessern lässt.

Apple Watch mit Schlaf-Tracking-Funktion

Apple hat sich bislang nicht zu der Beddit-Übernahme geäußert, weswegen über die Pläne des Konzerns mit dem Schlaf-Tracker nur spekuliert werden kann. Denkbar ist die Integration der Tracking-Funktionen in die Apple Watch. Bloomberg berichtete schon vor über einem halben Jahr von Apples Arbeit an einem Sleep-Tracker für die hauseigene Smartwatch, mit dem der Konzern den Funktionsumfang des Geräts erweitern und noch stärker in den Gesundheitsbereich vorstoßen wolle.

Ein Hindernis bei der Umsetzung könnte der Umstand sein, dass viele Apple-Watch-Besitzer ihre Uhr über Nacht aufladen und dadurch nicht am Handgelenk tragen. Je nach Nutzungsszenario muss die Uhr spätestens nach zwei Tagen an die Steckdose. Die Ladedauer beträgt etwa zwei Stunden. Im Gegensatz zu Apples Armbanduhr arbeitet der Beddit 3 Sleep Monitor nur mit dauerhafter Stromverbindung.