Kommentar: Chaos durch Spiele-Benchmarks ohne RX Vega

Jan-Frederik Timm 66 Kommentare
Kommentar: Chaos durch Spiele-Benchmarks ohne RX Vega
Bild: PCWorld
Jan-Frederik Timm

AMD Vega ist da, zumindest in Form der „Prosumer“-Grafikkarte Radeon Vega Frontier Edition. Die Variante hat AMD ohne Bemusterung der Presse auf den Markt gebracht und überraschend mit ihrer Spieletauglichkeit geworben. Spielebenchmarks und deren Deutung bestimmen deshalb schon heute die Nachrichten. Chaos ist vorprogrammiert.

Spiele-Benchmarks mit Vega vor RX Vega

Schon an Tag eins nach den ersten Benchmarks zeigt sich: AMD hat sich hier selbst in eine prekäre Lage manövriert. Die Frontier Edition zu Anfang der Woche bei PCWorld auch in Spielen zu zeigen und die Möglichkeit, zwischen Radeon-Pro- und Gaming-Modus hin und her schalten zu können und dies zum Marktstart anzupreisen, hat die Hemmschwelle, eine professionelle Grafikkarte auch in Spielen zu beurteilen, massiv gesenkt. Die ersten im Netz veröffentlichten Benchmarks beziehen sich auch deshalb genau auf diese Gattung Software. Und die Diskussionen um die Deutung der Ergebnisse sind im vollen Gange.

AMD selbst wird sich wiederum nicht dazu äußern, das war und ist ja schließlich Teil der PR-Strategie – erst mit der Radeon RX Vega geht der Konzern direkt auf den Spieler zu. Das ergibt ein gefährliches Vakuum, in dem Spekulationen, Hoffnungen und Enttäuschungen einen perfekten Nährboden finden. Keinerlei Informationen darüber zu haben, warum die Roadmap diese Reihenfolge vorsieht, facht die Lunte weiter an.

Nährboden für das Gegenteil von Sachlichkeit

Für die kommenden Wochen stehen damit alle Zeichen auf Sturm: Die aktuell ohne Hintergrundinformationen auf den ersten Blick ernüchternden Ergebnisse werden mit dem Verweis auf nicht verfügbare und final optimierte Spiele-Treiber erklärt werden, um die Auswirkung dieser Maßnahmen werden sich die wildesten Gerüchte ranken. Und das ewige Duell AMD gegen Nvidia bildet einen Kreis und feuert an.

Wir bei ComputerBase werden natürlich nicht darum herum kommen, die bevorstehende Informationsflut zu AMD Vega über die kommenden Wochen mit eigenen Inhalten zu begleiten. Wir werden das aber stets mit dem Versuch einer Einordnung tun und lieber einmal häufiger zögern als jeder vermeintlich wesentlichen Neuigkeit hinterher zu rennen. Persönlich hätten wir uns gewünscht, AMD hätte die Markteinführung von Vega anders getaktet. Aber der Hersteller hat sicher einen Grund. Nur kennen wir ihn nicht.

Hinweis: Der Inhalt dieses Kommentars gibt die persönliche Meinung des Autors wieder. Diese Meinung wird nicht notwendigerweise von der gesamten Redaktion geteilt.