Crimson 17.7.2 im Test: Besseres ReLive, mehr Chill und ein neues Sync

Wolfgang Andermahr 225 Kommentare
Crimson 17.7.2 im Test: Besseres ReLive, mehr Chill und ein neues Sync
Bild: AMD

tl;dr: Der Crimson ReLive 17.7.2 fügt dem Radeon-Treiber neue Features hinzu. Primär handelt es sich um Ergänzungen bereits bekannter Techniken wie Chill, aber es gibt auch komplett neues. Auch wenn das Update nicht so groß wie bei dem ersten Crimson- oder ReLive-Treiber ausfällt, handelt sich um sinnvolle Verbesserungen.

Der Crimson ReLive 17.7.2

AMDs neuer Radeon-Treiber Crimson 17.7.2 ist kein so flächendeckend überarbeiteter Treiber wie der erste Crimson oder der erste Crimson ReLive. Entsprechend heißt die Software mit vollem Namen auch immer noch Crimson ReLive 17.7.2. Aber es hat sich deutlich mehr getan als bei einem klassischen Treiber-Release – viel mehr.

Die Verbesserungen umfassen dabei diverse Gebiete: Die Menüoberfläche des Treibers, das Recording- und Streaming-Feature ReLive, Chill für eine dynamische Anpassung der Framerate, eine geringere Latenz beim Spielen, neue Features für Wattman, mit Enhanced Sync eine neue Synchronisation neben VSync und noch mehr.

Was sich genau mit dem Crimson ReLive 17.7.2 getan hat, wie gut die Änderungen funktionieren und auch Benchmarks auf einer Radeon RX 580 finden sich auf den nächsten Seiten.

ReLive wird schneller, schöner und kann mehr

Seit dem ersten Crimson ReLive kann das Spielgeschehen mit dem namensgebenden ReLive-Feature aufgenommen oder ins Internet gestreamt werden. Mit dem Crimson 17.7.2 gibt es nun weitere Verbesserungen. Wer sich selbst in das aufgenommene Video einblenden möchte, kann diesen Teil des Videos nun mit einer Transparenz versehen, um dahinter liegende Spielelemente sichtbar zu lassen. Es gibt neue Benachrichtigungen, wie zum Beispiel eine Problemmeldung beim Streaming, wenn die gewünschte Qualität nicht gehalten werden kann, und auch eine genauere Steuerung des Tons. So hat AMD eine Boost-Funktion des Mikrofons in ReLive implementiert, ebenso eine Push-To-Talk-Funktion.

AMD will zudem die Aufnahmequalität verbessert haben. Während das Aufzeichnen eines Videos bis jetzt maximal mit 50 Mbps durchgeführt werden konnte, wurde diese Grenze nun auf 100 Mbps erhöht. Auch die Streaming-Qualität wurde verbessert. Anstatt 10 Mbps sind dort nun 20 Mbps das Maximum.

Im Test zeigt sich, dass vor allem die Verdoppelung der Datenrate beim Streaming qualitativ einen großen Sprung ausmacht. Zwar gibt es auch mit 20 Mbps immer noch viele Kompressionsartefakte, doch macht die Bildqualität gegenüber früher einen großen Schritt nach vorne. Jedoch muss die eigene Internetleitung dies erst einmal hergeben. Auch die 100 Mbps beim Aufzeichnen verbessern sichtbar die Bildqualität, wenn auch in einem deutlich geringeren Maße.

ReLive – Videoaufzeichnung, 1.080p, 30 FPS, 50 Mbps
  • Battlefield 1:
    • RX 580 @ Crimson 17.7.2
      67,1
    • RX 580 @ Crimson 17.7.1
      65,7
  • Deus Ex: Mankind Divided:
    • RX 580 @ Crimson 17.7.2
      54,0
    • RX 580 @ Crimson 17.7.1
      52,5
  • The Witcher 3:
    • RX 580 @ Crimson 17.7.2
      50,0
    • RX 580 @ Crimson 17.7.1
      48,3

Darüber hinaus will AMD die Performance von ReLive beziehungsweise den Ressourcenverbrauch bei der Nutzung des Features verbessert haben, was sich auch schnell bestätigt. In den drei Spielen Battlefield 1, Deus Ex: Mankind Divided sowie The Witcher 3 liefert der Crimson 17.7.2 beim Aufzeichnen eines Videos um zwei bis vier Prozent mehr Bilder in der Sekunde als der Crimson 17.7.1. Und beide Treiber liegen in den Spielen ohne ReLive-Funktion exakt gleich auf. Der Crimson 17.7.2 verliert in den Spielen durch das Feature noch rund ein bis zwei Prozent an Leistung.

Chill unterstützt mehr Spiele und kann Low Level

Das noch recht neue Chill-Feature kann in einem definierten Bereich die Framerate anhand der Steuerungseingaben dynamisch anpassen. Dadurch können in Situationen, in denen keine hohen Frameraten benötigt werden, diese reduziert und dadurch Lautstärke und Leistungsaufnahme der Grafikkarte reduziert werden. Die größte Beschränkung von Chill ist bis jetzt gewesen, dass nur 17 Spiele unterstützt worden sind. Mit dem Crimson 17.7.2 fällt die Liste nun größer aus.

Denn zu den 17 Spiele kommen nun 21 weitere Titel hinzu. Mit dabei sind zum Beispiel DOTA 2, League of Legends, Battlefield 1, GTA V, Prey und Quake Champions. Darüber hinaus kann Chill nun grundsätzlich mit den beiden Low-Level-APIs DirectX 12 sowie Vulkan umgehen. Unterstützt ein Spiel Chill und eine der beiden APIs, kann die dynamische Frameanpassung auch mit der Low-Level-API genutzt werden.

Multi-GPU-Nutzern blieb Chill bis jetzt auch in unterstützten Spielen verwehrt. Mit dem Crimson 17.7.2 wird nun die CrossFire-Unterstützung hinzugefügt. Dasselbe gilt für Radeon XConnect, wenn die Radeon-Grafikkarte in einer externen Box untergebracht ist. Und auch Laptops können nun von Chill profitieren.

Nichts geändert hat sich dagegen an anderen Einschränkungen von Chill. So reagiert das Feature nach wie vor nur auf Steuerungseingaben. Hat eine Spielszene jedoch viel Bewegung im Bild, es gibt jedoch keine oder nur eine langsame Steuerungseingabe, fährt Chill die Framerate nicht hoch. Und dies kann zu einem ruckelnden Bild führen.

Die folgenden Spiele unterstützen Chill:

  • Ark: Survival of the Fittest
  • Battlefield 1 (DX11/DX12)
  • COD: Infinite Warfare
  • Civilization VI (DX11/DX12)
  • Counter Strike: GO
  • CrossFire
  • Dark Souls 3
  • Deus Ex: Mankind Divided (DX11/DX12)
  • Doom (Vulkan)
  • Fallout 4
  • Far Cry 4
  • Far Cry: Primal
  • For Honor
  • GTA V
  • Halo Wars 2 (DX11/DX12)
  • Hitman (DX11/DX12)
  • League of Legends
  • Mass Effect Andromeda
  • Overwatch
  • Paragon
  • Planetside 2
  • Residen Evil 7
  • Rise of the Tomb Raider (DX11/DX12)
  • Rocket League
  • Sniper Elite (DX11/DX12)
  • Starcraft 2
  • Team Fortress 2
  • Skyrim
  • The Divison (DX11/DX12)
  • The Witcher 3
  • Titanfall 2
  • Tomb Raider
  • Total War: Warhammer (DX11/DX12)
  • Warframe
  • Watch Dogs 2
  • World of Tanks
  • World of Warcraft

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