Super Mario Odyssey im Test: Ein weiterer Kaufgrund für die Switch

Mahir Kulalic 200 Kommentare
Super Mario Odyssey im Test: Ein weiterer Kaufgrund für die Switch

tl;dr: Mario ist zurück und bringt Verstärkung mit. In Super Mario Odyssey verbessert Nintendo die bekannte Rezeptur mit großem Erfolg. Mario und seine Mütze überwinden Hindernisse, kontrollieren Gegner und sammeln Münzen. Im Test überzeugt das Spiel durch Charisma und Spielspaß – ein Pflichtkauf für die Switch.

Auf Zelda folgt Mario

Mit Super Mario Odyssey bringt Nintendo rund ein halbes Jahr nach dem Start der Switch (Test) seinen bekanntesten Charakter in ein Standalone-Spiel der Super-Mario-Reihe, nachdem mit Mario Kart und Mario + Rabbids bereits zwei Spiele mit Beteiligung des bekannten Klempners herausgekommen sind. Mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild hat Nintendo bereits zum Start der Switch einen enorm erfolgreichen und hochgelobten Titel veröffentlicht, entsprechend hoch sind die Erwartungen an Super Mario Odyssey.

Kurz vor dem Start des wichtigen Weihnachtsgeschäfts steht der nächste potentielle Kassenschlager von Nintendo ins Haus. Im Test überzeugt Super Mario Odyssey fast auf ganzer Linie durch seine liebevoll gestaltete, vielfältige Spielwelt, Humor, spielerische Abwechslung und die gelungene Integration von Cappy, Marios Mütze.

Liebevolle Welten, zweitrangige Story

Die Spielwelt von Super Mario Odyssey teilt sich über mehrere „Länder“ auf, die alle auf ihre eigene Art gestaltet sind und entsprechend eigenständige Charakteristika bieten. Dazu zählen vor allen Dingen eine eigene Flora und Fauna sowie die jeweiligen Bewohner. Je nachdem in welchem Land Mario und Cappy sich aufhalten, trifft der Spieler etwa auf Roboter, Tausendfüßler oder Menschen. Jedes Land ist liebevoll gestaltet und bietet auch abseits der Hauptquest viel zu entdecken. Überall sind Mini-Spiele versteckt, deren Lösung Belohnungen bringen, die entweder für das Weiterkommen in der Geschichte oder für den eigenen Kontostand nützlich sind. Gemein ist allen Welten, dass es darum geht, Monde und Power-Monde zu sammeln, um die Reisefähigkeit des namensgebenden Raumschiffes Odyssey zu gewährleisten – und dass zusätzlich Münzen warten. Zu finden sind goldene und violette Münzen, erstere lassen sich in der gesamten Spielwelt einsetzen, letztgenannte Variante ist hingegen als Sammlerstück nur im jeweiligen Land einsetzbar. Gekauft werden können Verkleidungen und Outfits für Mario und Cappy.

Viel Freiheit zum Erkunden

In weiten Teilen kann die Spielwelt mit viel Freiheit durchforstet und erkundet werden, eine strikte Vorgabe gibt es von Nintendo abseits der Mini-Spiele in den wenigsten Fällen. Gänzlich offen ist die Welt nicht, denn für die Weiterreise mit der Odyssey muss der Spieler Monde sammeln, sodass nach einem Zwischenstop nicht direkt ins nächste Land weitergereist werden kann. Trotzdem bietet Super Mario Odyssey in weiten Teilen Bewegungsfreiheit, das Korsett der Storyline sitzt relativ locker.

Die Story selbst ist bei Super Mario Odyssey allerdings nur Mittel zum Zweck: Bowser hat – wieder einmal – Prinzessin Peach entführt und plant eine Zwangshochzeit. Um diese möglichst schön zu gestalten, hat Marios bekannter Gegenspieler in den verschiedenen Ländern, die während des Spiels bereist werden, verschiedene Wertgegenstände geklaut, die es zurückzuerobern gilt. Auf Bowser selbst trifft der Spieler zwischendurch in kürzeren Instanzen, einen „Bosskampf“ gegen Bowser gibt es am Ende der einzelnen Länder als Art Level aber nicht. Hier trifft der Spieler hingegen erstmal auf Handlanger. Dass die Story von Super Mario Odyssey nicht tiefgründig ist, kann dem Spiel aufgrund der Spielmechaniken, der liebevollen Welten und der Abwechslung aber bedenkenlos verziehen werden. Odyssey will kein Rollenspiel wie The Witcher 3 (Test) sein, sondern setzt den reinen Spielspaß an die erste Stelle.

Steuerung und Umsetzung überzeugen vollends

Ganz wichtig bei Super Mario Odyssey ist Cappy, Kopfbedeckung und steter Begleiter des Protagonisten, der Mario mit Tipps versorgt und – da aus dem Hutland stammend – einen eigenen Charakter bekommt. Dieser wird von Nintendo auch regelmäßig herausgestellt, etwa wenn die beiden Gefährten im namensgebenden Raumschiff Odyssey reisen und sich unterhalten oder der Spieler auf eine Sphinx trifft, die sowohl Mario als auch die Mütze begrüßt. Dadurch lässt sich Odyssey nicht nur alleine, sondern auch im 2-Spieler-Modus spielen – ein Spieler steuert Mario, einer Cappy. Die Möglichkeiten, die die Kopfbedeckung mitbringt, sind essentiell für das Weiterkommen im Spiel. Mit der Mütze können Gegenstände oder Gegner übernommen, Münzen gesammelt und Hindernisse eingerissen werden. Die Begleitung kann auch als Sprungbrett fungieren.

Hinzu kommen eine ganze Reihe an verschiedenen Attacken, Sprüngen und Bewegungsabläufen, die Nintendo inklusive Beispielvideos in die Anleitung im Menü packt. Die Steuerung von Super Mario Odyssey ist jederzeit ansprechbar, präzise, aber nicht pedantisch. Der große Aktionsradius erfordert Eingewöhnung, kann dann aber oftmals effektiv in den Spielen genutzt werden, wenngleich nicht alle Bewegungen zu gleichen Teilen zum Einsatz kommen.

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