Asus ProArt PQ22UC: OLED-Monitor mit Ultra HD für mobile Profis

Michael Günsch 39 Kommentare
Asus ProArt PQ22UC: OLED-Monitor mit Ultra HD für mobile Profis

Zwei neue tragbare Monitore hat Asus vorgestellt. Soweit nicht so ungewöhnlich, doch das Modell ProArt PQ22UC sticht gleich mehrfach hervor. Zum einen ist es mit 21,6 Zoll Bilddiagonale relativ groß für einen „Portable Monitor“. Zum anderen nutzt es ein OLED-Display statt klassischer LCD-Technik.

OLED-Displays benötigen keine Hintergrundbeleuchtung, denn die Organischen Leuchtdioden emittieren selbst Licht. Dies ermöglicht besonders flache und sogar flexible Bildschirme. Dank des OLED-Panels ist der PQ22UC mit rund 1 Kilogramm Gewicht besonders leicht, so Asus. Der tragbare Monitor zählt zur ProArt-Serie und ist für professionelle Anwender bestimmt. Er soll das Bearbeiten und Erstellen digitaler Inhalte wie Fotos und Videos als Ergänzung einer mobilen Workstation mit meist kleinerem Display optimieren.

Asus ProArt PQ22UC mit OLED-Display
Asus ProArt PQ22UC mit OLED-Display (Bild: Asus)

Der PQ22UC liefert Ultra HD und damit 3.840 × 2.160 Bildpunkte. Bei 21,6 Zoll bedeutet dies eine für Monitore sehr hohe Pixeldichte von 204 ppi. Ferner wird mit „echten 10 Bit“ bei den Farben sowie 99 Prozent des DCI-P3-Farbspektrums geworben. Der erweiterte Farbraum soll durch eine Kalibrierung ab Werk mit einer Abweichung von DeltaE < 2 zudem präzise dargestellt werden. Charakteristisch für die OLED-Technik ist der gegenüber LCDs wesentlich höhere Kontrast. Das Kontrastverhältnis soll 1.000.000:1 erreichen, während herkömmliche LCDs im besten Fall 5.000:1 liefern. Damit soll auch die Darstellung von HDR-Bildmaterial mit hohem Dynamikumfang begünstigt werden. Der HDR10-Standard wird offiziell unterstützt.

Für den hohen Kontrast muss der Schwarzwert besonders niedrig ausfallen, denn die maximale Helligkeit wird mit eher gewöhnlichen 350 cd/m² angegeben. Da bei OLEDs schwarze Pixel gar kein Licht abstrahlen, ist dies nicht verwunderlich. Bei LCDs scheint dagegen die Hintergrundbeleuchtung immer noch etwas durch, eine pixelgenaue Abschaltung ist bauartbedingt nicht möglich. Dafür können LCDs mit stärkerem Backlight weitaus höhere Helligkeitswerte erreichen. Als weiterer Vorteil von LCD-Anzeigen gegenüber OLED-Displays gilt die längere Haltbarkeit.

Asus ProArt PQ22UC
Panel OLED (flach)
Backlight keins, da OLED
Diagonale 21,6 Zoll
Auflösung 3.840 × 2.160 (? Hz)
Pixeldichte 204 ppi
Seitenverhältnis 16:9
Kontrast (statisch) 1.000.000:1
Helligkeit max. 350 cd/m² (140 cd/m² typisch)
Farbtiefe 10 Bit
Farbraum sRGB: ?, Adobe RGB: ?, DCI-P3: 99 %
Blickwinkel (horizontal/vertikal) 178°/178°
Reaktionszeit (Grau-zu-Grau) 0,1 ms
Anschlüsse 2 × USB-C, 1 × Micro-HDMI
Preis unbekannt

In einem weiteren Punkt sind OLED-Bildschirme den LCDs aber erneut haushoch überlegen: Die Reaktionszeit soll laut Asus lediglich 0,1 ms betragen. Die Flüssigkristalle von LCDs benötigen mehr als das Zehnfache. Dennoch heißt dies nicht, dass OLEDs frei von Bewegungsunschärfe sein müssen. Denn neben der Reaktionszeit zählt auch die Motion Picture Response Time, wie ein Artikel von Blurbusters erklärt.

Der ProArt PQ22UC verfügt ferner über einen Micro-HDMI-Anschluss sowie zweimal USB-C. Der Standfuß soll ergonomische Verstellmöglichkeiten bieten und ist für den Transport abnehm- und klappbar. Eine Tragetasche und ein Netzteil gehören zum Lieferumfang. Zu Preis und Verfügbarkeit konnte Asus noch keine Angaben machen.

ZenScreen Go MB16AP

Angesichts der besonderen Display-Technik des PQ22UC ist der ZenScreen Go MB16AP zur Randnotiz verdammt. Dieser ist ein neues Modell der klassischen tragbaren Monitore von Asus und bietet IPS-LCD-Technik mit Full-HD-Auflösung auf 15,6 Zoll. Bedingt durch das kleinere Format ist der MB16AP noch rund 140 Gramm leichter.

Asus ZenScreen Go MB16AP mit eigenem Akku
Asus ZenScreen Go MB16AP mit eigenem Akku (Bild: Asus)

Der ZenScreen kommt zudem auch ohne Netzteil aus, denn er besitzt einen 7.800 mAh starken Akku, der für bis zu vier Stunden Betrieb genügen soll. Der Akku, der den wesentlichen Unterschied zum älteren Modell MB16AC bildet, kann auch zum Aufladen externer Geräte wie Smartphones über den USB-C-Anschluss genutzt werden.

Neulinge kommen nach Las Vegas

Auch hier handelt es sich um eine der vielen Ankündigungen als Vorbereitung auf die Elektronikmesse CES 2018 in Las Vegas. Dort will Asus ProArt PQ22UC und ZenScreen Go MB16AP neben weiteren Neuheiten präsentieren.