Pinnacle Ridge: So hat AMD Ryzen 2000 schneller gemacht

Jan-Frederik Timm et al. 93 Kommentare
Pinnacle Ridge: So hat AMD Ryzen 2000 schneller gemacht
Bild: AMD

AMD hat Pinnacle Ridge gegenüber Summit Ridge in drei wesentlichen Punkten angepasst: Es wurden die Speicherlatenzen gesenkt, durch den Wechsel der Fertigung höhere maximale Taktraten möglich, die der neue Turbo auch unter Last besser hält, und der Speichertakt angehoben. Doch wie groß ist jeweils der Effekt auf die Leistung?

Pinnacle Ridge versus Summit Ridge

Um das herauszufinden, hat ComputerBase den Ryzen 7 2700X mit Zen+-Kernen (Pinnacle Ridge) auf allen Kernen mit durchweg 3,7 GHz (unabhängig der Last und der Anzahl der belasteten Kerne) betrieben und in einem weiteren Lauf den Speicher auf DDR4-2666 reduziert – mehr Speicherbandbreite und der Turbo sind damit im Vergleich zum Ryzen 7 1800X (Summit Ridge mit Zen-Kernen) aus der Gleichung raus. Der Vorgänger wiederum wurde auch auf 3,7 GHz festgesetzt, um Einflüsse durch den Turbo zu verhindern. Die einzige Variable, die übrig bleibt, ist die Architektur.

In Anwendungen zieht der Takt

In Anwendungen zeigt sich, dass der höhere maximale Takt in Kombination mit dem neuen Turbo den größten Anteil am Vorsprung des Ryzen 7 2700X auf den Ryzen 7 1800X ausmacht. Wird das neue Topmodell auf 3,7 GHz festgesetzt, gehen bereits sieben der neun Prozent Vorteil verloren. Den Speichertakt auf DDR4-2666 zu reduzieren kostet hingegen nur ein Prozent Leistung. Zwei Prozent Vorteil auf den Ryzen 7 1800X mit festen 3,7 GHz bleiben für die angepasste Architektur.

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Leistungsrating Anwendungen
Angaben in Prozent
    • Ryzen 7 2700X
      100 %
    • Ryzen 7 2700X @ 3,7 DDR4-2933
      93 %
    • Ryzen 7 2700X @ 3,7 DDR4-2666
      92 %
    • Ryzen 7 1800X @ 3.7 DDR4-2666
      91 %
    • Ryzen 7 1800X
      92 %

In Spielen ziehen die Latenzen

In Spielen fällt dieser Effekt dreieinhalb bis fünf Mal so hoch aus. Hier liefert der auf 3,7 GHz und DDR4-2666 gestutzte Ryzen 7 2700X immer noch sieben Prozent mehr Bilder in der Sekunde als der Ryzen 7 1800X und zehn Prozent bessere Frametimes – dies ist alleine durch die besseren Latenzen begründet. Mit DDR4-2666 und Takt nach Vorgaben wird die neue CPU um vier Prozent schneller, der schnellere Speicher bringt ein Plus von weiteren zwei Prozent.

Die von AMD genannten drei Prozent Zuwachs bei der IPC werden in Spielen also klar übertroffen. Der Effekt aus dem höheren Takt und dem feiner abgestuften Turbo fällt kleiner aus. In Anwendungen ist es wiederum in erster Linie der in Theorie und Praxis höhere Takt, der die neuen CPUs beschleunigt. Der Zugewinn durch die gesenkten Latenzen fällt mit ermittelten zwei Prozent hingegen kleiner aus.

Leistung bzw. Leistungszuwachs
in Anwendungen
Leistung bzw. Leistungszuwachs
in Spielen
Ryzen 7 2700X 109 Prozent 112 Prozent
Vorteil durch Takt/Turbo +7 Prozent +4 Prozent
Vorteil durch DDR4-2933 +1 Prozent +2 Prozent
Vorteil durch IPC +2 Prozent + 7 Prozent
Ryzen 7 1800X 100 Prozent 100 Prozent

Die in dieser News präsentierten Informationen sind auch im umfangreichen Artikel Ryzen 7 2700(X) & 5 2600(X) im Test: Ryzen 5 2600 in Spielen schneller als Ryzen 7 1800X bereits enthalten gewesen. ComputerBase koppelt interessante Detailbetrachtungen im Nachgang der Markteinführungen aber noch einmal aus, um sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Denn die Erfahrung hat gelehrt: Je größer der Test, desto mehr Leser erreichen die Details nicht mehr.