Linux-Distributor: Finanzinvestor kauft Suse für 2,5 Milliarden US-Dollar

Frank Hüber 39 Kommentare
Linux-Distributor: Finanzinvestor kauft Suse für 2,5 Milliarden US-Dollar
Bild: openSUSE

Der Linux-Distributor Suse wechselt erneut den Besitzer. Der schwedische Finanzinvestor EQT Partners will das Unternehmen für 2,535 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der Kauf bedarf noch der Zustimmung der Aktionäre von Micro Focus, dem aktuellen Eigentümer von Suse und steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Der deutsche Linux-Distributor hat bereits mehrere Verkäufe seit der Gründung im Jahr 1992 durchschritten. Nach dem Verkauf an Novell im Jahr 2003 und dem Verkauf an Attachmate im Jahr 2011 gehörte Suse seit der Fusion von Micro Focus und Attachmate seit 2014 zu Micro Focus. Sowohl der CEO des deutschen Linux-Distributors Nils Brauckmann als auch seine Kollegen sollen auch nach der jüngsten Übernahme weiterhin die Geschäfte von Suse führen, ein Wechsel sei durch die Übernahme nicht geplant. Stattdessen sei eine Stärkung der Position als führender Open-Source-Anbieter von Linux-Distributionen für Unternehmen auch durch weitere Zukäufe geplant.

Suse wird unabhängiger

Suse selbst sieht in dem Kauf durch den Finanzinvestor EQT Partners einen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. „Durch die Partnerschaft mit EQT werden wir ein vollständig unabhängiges Unternehmen“ so Nils Brauckmann, CEO von Suse. Man werde auch in Zukunft den Kurs eines langfristig profitablen Wachstums verfolgen. Die Dynamik von Suse soll in den nächsten Jahren nicht nur fortgesetzt, sondern mit kontinuierlichen Investitionen beschleunigt werden. Priorität für EQT Partners hat nun insbesondere der Ausbau des Public-Cloud-Geschäfts bei Suse und die Erweiterung des Produktangebots.

320 Mio. USD Umsatz und 1.400 Mitarbeiter

Suse beschäftigt derzeit rund 1.400 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 einen Jahresumsatz in Höhe von 320 Millionen US-Dollar. Hauptkonkurrent Red Hat kam zuletzt allerdings auf einen Jahresumsatz von rund 2,9 Milliarden US-Dollar und konnte diesen mit 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlicher steigern als Suse.