Telefonwerbung: 28.618 Beschwerden im ersten Halbjahr 2018

Aljoscha Reineking 55 Kommentare
Telefonwerbung: 28.618 Beschwerden im ersten Halbjahr 2018
Bild: pixabay.com | CC0 1.0

Allein im ersten Halbjahr, welches in diesem Fall vom vom 1. Januar bis 10. Juli 2018 zählte, hat die Bundesnetzagentur 28.618 registrierte Beschwerden über unerwünschte Telefonanrufe verzeichnet. In diesem Zeitraum konnten allerdings nur zwölf Bußgelder gegen die unerwünschten Anrufer erhoben werden.

Für die Verhängung eines Bußgeldes müssen gleich mehrere Beschwerden über den gleichen Anrufer oder die gleiche Firma bei der Bundesnetzagentur eingehen. Oftmals sollen mehrere hundert bis tausend Verbraucherbeschwerden einem Bußgeldverfahren zugrunde liegen. Dies wird jedoch in den seltensten Fällen erreicht.

Die Grünen fordern strengere Regeln

In einem Antrag im Bundestag fordern die Grünen, dass es mehr Sanktionsmöglichkeiten, etwa bei der Bemessung der Bußgelder gekoppelt an dem Umsatz eines Unternehmens, geben müsse. Die Abgeordnete Tabea Rößner fordert, dass unerlaubte Telefonwerbung und untergeschobene Verträge wirksam bekämpft werden müssen.

Mit der Befristung der Einwilligung von Werbeanrufen auf maximal zwei Jahre bei Vertragsabschlüssen, sollen die Verbraucher weiter geschützt werden. Darüber hinaus sollen die Firmen bei der Einwilligungserklärung für Telefonmarketing deutlich auf die Werbeanrufe eingehen.

Mehr als 50.000 Beschwerden 2017

Die Anzahl der Beschwerden über aggressives Telefonmarketing stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr sind bei der Bundesnetzagentur 52.342 schriftliche Beschwerden eingegangen. In dem Jahr 2016 hingegen wurden nur rund 29.300 Beschwerden registriert.

Mit bereits fast 29.000 Beschwerden im ersten Halbjahr dürfte in diesem Jahr die Anzahl der Beschwerden weiter ansteigen. Mittels der neugestalteten Online-Plattform können Verbraucher nun auch deutlich einfacher eine Beschwerde über unerlaubte Telefonwerbung melden.

Rekordbußgeld für Stromversorger Energy2day

Dass es hohe Strafen gibt, zeigt zumindest ein Beispiel. Das Rekordbußgeld von 300.000 Euro verhängte die Bundesnetzagentur den Stromversorger Energy2day, welcher für mehr als 2.500 Beschwerden von unerlaubter Telefonwerbung im vergangenen Sommer verantwortlich war.