EyeDrive ausprobiert: Head-up-Display mit 4.000 cd/m² zum Nachrüsten

Nicolas La Rocco 71 Kommentare
EyeDrive ausprobiert: Head-up-Display mit 4.000 cd/m² zum Nachrüsten

Das französische Startup Eyelights will mit dem EyeDrive ein Head-up-Display zum Nachrüsten auf den Markt bringen. ComputerBase konnte das System zur CES 2019 auf den Straßen von Las Vegas ausprobieren. Für den 5. Februar ist eine Indiegogo-Kampagne geplant, in deren Rahmen die ersten Geräte rund 200 Euro kosten werden.

Eyelights will mit EyeDrive die potenzielle Ablenkung über den Blick aufs Smartphone reduzieren, indem das Unternehmen ein Head-Up-Display zum Nachrüsten im Auto anbietet. Primär besteht die Lösung des Unternehmens aus einem extrem hellen Display, das auf dem Armaturenbrett befestigt wird und seinen Inhalt auf eine elektrostatische Folie an der Windschutzscheibe projiziert. 4.000 cd/m² erreicht das Display, um auch bei starker Sonneneinstrahlung noch ein gut erkennbares Bild zu erzeugen. Dass das funktioniert, hat das System in Las Vegas unter direkter Sonneneinstrahlung bei einer Probefahrt durch die Stadt unter Beweis gestellt.

Noch sieht es ein bisschen nach Bastellösung aus

Besonders unauffällig in das Auto integriert ist EyeDrive dabei nicht. Das nicht gerade dünne Display liegt auf dem Armaturenbrett und wird mit einem Kabel über den Zigarettenanzünder mit Energie versorgt, während ein anderes für den Datenkanal zum Smartphone verantwortlich ist. EyeDrive ist nämlich kein in sich geschlossenes System, sondern setzt ein Smartphone mit Android oder iOS für den Betrieb voraus. Per Kabel oder geplant auch WLAN überträgt das Smartphone seine Informationen auf das Display. Externe Zuspieler wie eine kabellose Rückfahrkamera sind ebenfalls geplant.

Eyelights plant eigene Navigation

Unterstützt werden aktuell Anwendungen wie zum Beispiel Google Maps, Waze und Spotify. Zum Start der Indiegogo-Kampagne am 5. Februar legt Eyelights den Fokus auf Apps zur Navigation. Dann will das Unternehmen mit einer eigenen Anwendung mit Kartendaten von Here auf EyeDrive präsent sein. Während Navi-Apps und auch Spotify bereits gut auf dem Display dargestellt werden können, ist dies bei der Telefon- respektive Kontakte-App von iOS noch nicht der Fall. Auf den 800 × 480 Pixeln des Displays wird Apples Telefon-App aktuell nur im Format des Smartphone-Bildschirms dargestellt und verschenkt deshalb viel Fläche. Eyelights arbeitet an einem eigenen Launcher, über den die genannten Apps übersichtlich dargestellt und schnell gestartet werden können. Einfache Ja/Nein-Anfragen oder die Lautstärke sollen per Gesten gesteuert werden können, im Testfahrzeug war die dafür benötigte Infrarotkamera aber noch nicht verbaut.

Das Startup erklärte gegenüber ComputerBase, dass seine Nachrüstlösung in Gesamteuropa, den Vereinigten Staaten und Kanada problemlos installiert werden könne und gegen keine Gesetze verstoße. In Las Vegas hatte sich das Unternehmen einen Honda CR-V gemietet und das System einfach mit doppelseitigem Klebeband auf dem Armaturenbrett befestigt. Für die auf Indiegogo angebotene Variante sollen die Befestigung noch verfeinert und die zwei Kabel zu einem Strang vereint werden.

45.000 Interessenten soll es für EyeDrive bisher geben

Eyelights hat bei EyeDrive nicht den Besitzer eines Autos der Oberklasse als Kunden zum Ziel, sondern will das System an Fahrer älterer sowie günstiger Autos verkaufen, für die ansonsten nur eine klassische Handyhalterung eine Option wäre. Deshalb wird das System mit 199 Euro zu Beginn des Crowdfundings auf Indiegogo im Vergleich zu Head-up-Displays ab Werk günstig bepreist werden. Zunächst 500 Geräte sollen für frühe Backer zu diesem Preis angeboten werden. Was EyeDrive für spätere Backer kosten wird, ist noch nicht bekannt. Auf Nachfrage sagte ein Sprecher, dass Eyelights aber auch bei der günstigsten Varianten bereits in der Gewinnzone landen werde. Rund 45.000 Interessenten hätten sich für den Newsletter zum Start auf Indiegogo angemeldet.