Ryzen 3000: AMDs neue APUs für den Desktop auf der Zielgeraden

Volker Rißka 380 Kommentare
Ryzen 3000: AMDs neue APUs für den Desktop auf der Zielgeraden

AMDs neue APU-Generation mit dem Codenamen Picasso ist seit dem Jahresbeginn im Einsatz, doch eines fehlt bisher: der Desktop. Die Spatzen pfeifen es bereits seit einigen Wochen von den Dächern, nun scheint der Start der Prozessoren für heimische PCs unmittelbar bevor zu stehen.

Rund fünf Monate vergingen beim Start von Raven Ridge im Notebook bis zur Desktop-Auskoppelung über den Jahreswechsel 2017/2018. Dieses Zeitfenster könnte sich auch in diesem Jahr als passend herausstellen. Denn nach dem Start des 12-nm-Refreshs der APU Anfang Januar 2019 im Notebook, später auch als Pro-Lösung, fehlt heute nur noch der Desktop. Dass es entsprechende Samples gibt, wurde bereits vor Wochen klar. Nun gibt es erste Bilder von Prozessoren mit und ohne Heatspreader, die bereits über die finale Bezeichnung verfügen sollen. Diese lautet wie erwartet Ryzen 3 3200G, als direkter Nachfolger des Ryzen 3 2200G durchaus passend gewählt.

Ryzen 3 3000 geköpft?
Ryzen 3 3000 geköpft? (Bild: Chiphell)

Gewaltige Sprünge sind aber auch im Desktop nicht zu erwarten. Vor allem nutzt AMD die bestehende Fertigung bei Globalfoundries aus, um den APUs ein wenig mehr Takt im ansonsten gleichen Umfeld zu bieten. Im Notebook waren dies rund 200 MHz bei der CPU und 100 MHz mehr bei der Grafikeinheit, im Desktop sind ganz ähnliche Parameter zu erwarten. Samples aus der Vorserie hatten vor einigen Wochen 3,4 GHz bis 3,7 GHz offenbart, dies entspricht dem Vorgänger. Traditionell sind AMDs Vorserienmodelle aber immer etwas geringer getaktet, sodass am Ende ungefähr die gleiche Taktsteigerung wie im Notebook zu erwarten ist.

Der Wechsel von Zen in 14 nm auf Zen+ in 12 nm bringt auch marginale Architekturverbesserungen für Cache und Speichercontroller mit sich, die sich aber auf die Gesamtleistung nicht so stark auswirken wie der gesteigerte Takt.

AMD Ryzen 3 3200
AMD Ryzen 3 3200 (Bild: Chiphell)

Über den Starttermin gibt es unterschiedliche Angaben. Dieser könnte zeitnah erfolgen, möglicherweise aber auch erst zur Computex 2019 am 27. Mai; AMD hält dort unter anderem eine Keynote. Zu der Messe wird von vielen Medien der Start von Zen 2 und Navi erwartet, ComputerBase teilt diese Meinung (bereits seit Monaten) nicht. Vielmehr dürfte es dort erneute Informations-Schnipsel geben, ähnlich der CES 2019. Der echte Produktstart erfolgt erst später im Jahr.

MSI hat im Zuge der Verwirrung um die Kompatibilität älterer Mainboards mit den kommenden AMD-Prozessoren neue BIOS-Versionen für Mai in Aussicht gestellt, die sowohl die neuen APUs (Picasso) als auch die CPUs (Matisse) unterstützen sollen.