Displayschaden: Galaxy Fold reihenweise nach zwei Tagen Nutzung defekt

Nicolas La Rocco 479 Kommentare
Displayschaden: Galaxy Fold reihenweise nach zwei Tagen Nutzung defekt
Bild: Mark Gurman

In den USA haben Pressevertreter, Tech-YouTuber und Influencer bereits Testgeräte des Samsung Galaxy Fold erhalten. Das Problem: Keine 48 Stunden nach Inbetriebnahme werden reihenweise Displayschäden gemeldet. Die Ursache könnte eine Displayfolie sein, die laut Samsung nicht von dem Display des Smartphones entfernt werden darf.

Samsungs PR-Team dürfte derzeit zu DEFCON 1 gewechselt haben, nachdem in den USA zahlreiche Testgeräte des ersten am Markt verfügbaren Falt-Smartphones Galaxy Fold bereits kurze Zeit nach Inbetriebnahme Schäden am Display aufweisen. Davon betroffen sind unter anderem Pressevertreter großer Nachrichtenmagazine wie Bloomberg, CNBC und The Verge. Auch der Tech-YouTuber Marques Brownlee (MKBHD) hält ein defektes Gerät in Händen. In Deutschland konnten Seiten wie Bild, Chip oder Spiegel das Gerät bereits ausprobieren, allerdings ist nicht bekannt, ob hier ebenfalls bereits Testgeräte ausgehändigt wurden oder es zu Schäden gekommen ist.

Samsung nennt bis zu 200.000 Faltvorgänge

Laut Samsungs offizieller Aussage ist das Galaxy Fold für bis zu 200.000 Faltvorgänge ausgelegt. In den USA ist es bei den genannten Testern nun allerdings schon innerhalb von 48 Stunden zu Displayschäden gekommen. Die Schäden sind dabei unterschiedlicher Natur, allerdings scheint primär eine ab Werk aufgebrachte Beschichtung des Displays Schuld an den Schäden zu sein. Offenbar bringt Samsung eine Displayfolie auf dem faltbaren Bildschirm auf, die nicht entfernt werden darf. Das ist den Testern zufolge aber nicht ersichtlich, visuell soll die Folie lediglich wie ein Transportschutz wirken. Bei Mark Gurman von Bloomberg löste sich dieser Schutzfilm woraufhin er von Gurman vollständig entfernt wurde. Kurze Zeit später stellte nur noch ein Bruchteil des Bildschirms Inhalte dar.

Bei Marques Brownlee des YouTube-Kanals MKBHD liegt ein ähnliches Verhalten vor. Auf Twitter hat Brownlee ein Foto veröffentlicht, das zeigt, wie im unteren Bereich des Displayknicks die besagte Folie teilweise entfernt wurde. Daraufhin sei es zur Fehldarstellung und schließlich zum vollständigen Ausfall des Displays gekommen.

Bei Dieter Bohn von The Verge ist der Bildschirm hingegen noch nicht vollständig ausgefallen, es kommt jedoch bereits zu einer fehlerhaften Darstellung auf der rechten Seite des Bildschirms. Bohn zufolge fühlt sich das Display bei Berührung im Bereich des Scharniers so an, als würde von hinten etwas gegen den Bildschirm drücken. Er vermutet, dass das Scharnier selbst womöglich defekt sein könnte und von hinten gegen den Displayknick drückt. Im Falle von The Verge ist noch kein offizielles Statement zum Schaden von Samsung erfolgt, allerdings hat Bohn bereits ein Austauschgerät erhalten.

ComputerBase wird das Samsung Galaxy Fold erstmals am 25. April im Rahmen einer Partnerveranstaltung von der Deutschen Telekom und Samsung ausprobieren können.

Update 18.04.2019 09:22 Uhr

Samsung hat sich in einer zweiteiligen Stellungnahme gegenüber US-Medien zu den Vorfällen geäußert. Demnach habe Samsung eine eingeschränkte Anzahl von frühen Galaxy-Fold-Samples an US-Medien verteilt. Das Unternehmen habe „wenige“ Meldungen bezüglich der Displays dieser Testgeräte erhalten. Samsung geht nicht darauf ein, um welche Meldungen es sich gehandelt hat. Samsung werde die betroffenen Testgeräte gründlich untersuchen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Gesondert davon haben laut Samsung wenige Tester berichtet, dass sie den obersten Layer des Displays entfernt hätten, was zu Schäden am Bildschirm geführt habe. Der innere Hauptbildschirm des Galaxy Fold sei laut Samsung mit einem Schutzfilm überzogen, der Teil der Displaystruktur sei und den Bildschirm vor Kratzern schütze. Das Entfernen dieser Folie oder das Aufbringen von Klebstoffen könne Schäden verursachen. Samsung werde sicherstellen, dass diese Information deutlich den Kunden mitgeteilt werde.

Unabhängig davon soll der Marktstart des Galaxy Fold laut Samsung in den USA weiterhin am 26. April erfolgen. Nach Deutschland soll das Smartphone Anfang Mai kommen.

Unterdessen berichtet auch Joanna Stern vom Wall Street Journal, dass sie unwissentlich eine kleine Ecke der entsprechenden Folie vom Display abgezogen habe. Todd Haselton von CNBC berichtet hingegen, bei ihm sei es ohne Abziehen der Folie zu Displayproblemen gekommen. Der für seine Leaks bekannte Evan Blass zitiert eine namentlich nicht genannte Quelle, die anonym bleiben möchte, dass sich bei einem weiteren Testgerät große weiße Dellen an den Rändern des Bildschirms gebildet hätten.