Noise Cancelling Headphones 700: Bose legt den Fokus aufs Telefonieren statt die Musik

Nicolas La Rocco 69 Kommentare
Noise Cancelling Headphones 700: Bose legt den Fokus aufs Telefonieren statt die Musik

Heute gehen Boses Noise Cancelling Headphones 700 zum Preis von 400 Euro als neue Serie neben den QuietComfort in den Verkauf. ComputerBase konnte die Kopfhörer kurz ausprobieren und sich einen Ersteindruck verschaffen. Interessant: Bose legt den Fokus beim Noise Cancelling aufs verständliche Telefonieren anstatt die Musik.

Boses über Jahre hinweg gepflegte QuietComfort-Serie geht mit dem heutigen Verkaufsstart der Noise Cancelling Headphones 700 vorerst in den Ruhestand, wenngleich Bose zumindest das letzte Modell der alten Serie, die QuietComfort 35 II, weiterhin anbieten wird. Dennoch schlägt das über die letzten Jahre vor allem mit ANC-Kopfhörern in der breiten Masse und hier insbesondere bei Vielreisenden bekannt gewordene Unternehmen mit den neuen Kopfhörern einen etwas anderen Weg ein.

Das Noise Cancelling soll besser sein

Auf einem Pressetermin in Hamburg stand bei den Noise Cancelling Headphones 700, die aufgrund des sperrigen Namens im weiteren Verlauf des Artikels NCH 700 heißen werden, für Bose klar das Telefonieren über die Kopfhörer im Fokus. Ob Musik mit den Kopfhörern besser klinge als mit den QC 35 II oder früheren Generationen, wollte Bose auf Nachfrage nicht beantworten. Jeder Anwender müsse das für sich durch Ausprobieren selbst feststellen, so Bose.

Beim Noise Cancelling aber habe man „noch eine Schippe“ drauflegen können, im Direktvergleich mit einem älteren Paar QC 25 war es im kurzen Testzeitraum dennoch schwer festzustellen, welcher der beiden Kopfhörer das bessere Noise Cancelling bietet. Einen guten Job macht Bose diesbezüglich aber durchaus. Ein Feature haben die NCH 700 aber exklusiv, und das betrifft das Telefonieren.

Telefonieren und Sprachnachrichten ohne Störgeräusche

Die NCH 700 bieten insgesamt acht Mikrofone für das Noise Cancelling, zwei davon sind exklusiv und zwei weitere in Doppelfunktion für ein neues Noise Cancelling zuständig, von dem nicht nur der Träger, sondern auch die andere Seite eines Telefonats oder einer Sprachnachricht profitieren soll. Man habe den ersten Kopfhörer entwickelt, bei dem vom Noise Cancelling auch andere Personen etwas haben, so Bose. Das bedeutet, die NCH 700 filtern Störgeräusche im Hintergrund heraus, isolieren die eigene Stimme und heben diese für den Gesprächsteilnehmer hervor.

Dass das nicht nur auf dem Papier funktioniert, wollte Bose den an der Produktvorführung teilnehmenden Journalisten anhand eines Telefonats mit einem Mitarbeiter des Bose Stores in der Hamburger Europa Passage demonstrieren, einmal nur mit iPhone und einmal mit iPhone und daran per Bluetooth gekoppeltem NCH 700. Nur mit iPhone war trotz der auch dort vorhandenen Geräuschunterdrückung noch das Getümmel der Einkaufspassage wahrnehmbar, mit aufgesetztem Kopfhörer beim Mitarbeiter im Store herrschte für die Teilnehmer der Produktpräsentation hingegen Stille und nur noch die Stimme des Mitarbeiters war zu hören.

Neues Design ist schlicht und hochwertig

Und ansonsten so? Die NCH 700 weichen deutlich vom Design der QuietComfort-Serie ab, die sich von den 25 über die 35 und 35 II kaum verändert haben. Bose hat die neuen Kopfhörer sehr schlicht gestaltet, als Farben stehen Schwarz und Silber zur Auswahl. Interessant ist der neue Bügel aus Edelstahl, dessen Höhenverstellung nun direkt an den ohrumschließenden Hörmuscheln stattfindet, anstatt den Bügel selbst auseinander zu ziehen. Das soll den Kopfhörer unabhängig von der gewählten Größe immer gleich aussehen lassen, so Bose. Der Ersteindruck zu Verarbeitung und Materialwahl fällt sehr gut aus. Auch am Tragekomfort gibt es zumindest erst einmal nichts zu meckern, wenngleich hier erst ein Langstreckenflug zeigen wird, wie komfortabel die NCH 700 wirklich sind und ob sie mindestens gleich gute Reisekopfhörer sind, wie es auf die QuietComfort zutrifft.

Touch-Bedienung an der rechten Hörmuschel

Die Bedienung setzt erstmals auf Touch, das über die rechte Hörmuschel im vorderen Halbkreis mit Bose-Schriftzug möglich ist. Antippen und Wischen nach oben und unten sowie vorne und hinten reguliert die Lautstärke oder springt zum nächsten respektive vorherigen Lied. An den Hörmuscheln gibt es links eine Taste für das in zehn Stufen einstellbare Noise Cancelling, rechts sitzen die Tasten für Ein/Aus sowie den Zugriff auf Sprachassistenten, bei denen je nach genutzter Plattform Alexa, der Google Assistant und Siri zur Auswahl stehen. Welcher Assistent starten soll, lässt sich in der Bose-App konfigurieren. Samsung Bixby spielt erst einmal keine Rolle, könnte aber nachgeliefert werden. Die Kopfhörer haben eine Firmware-Update-Funktion.

20 Stunden Laufzeit und erstmals USB Typ C

Bezüglich der technischen Daten gibt Bose bis zu 20 Stunden Laufzeit an, wobei das Laden erstmals mit USB Typ C erfolgt. Die höchste unterstützte Bluetooth-Version ist 5.0, die Reichweite liegt bei 10 Metern. An Audio-Codecs werden ausschließlich AAC für iOS sowie SBC für Android unterstützt. Bose sagt, Qualcomms aptX hätte einen höheren Energiebedarf und würde gegenüber SBC keinen klanglichen Vorteil bieten. Warum aber auch aptX HD fehlt, konnte Bose vor Ort nicht nachvollziehbar begründen.

Der Kopfhörer lässt sich in einem etwas dünneren, jedoch leicht breiteren Etui als bisher unterbringen. Darin gibt es ein kleines magnetisch verschließbares Fach, in dem Bose das USB-Typ-C-Kabel (auf USB Typ A) sowie das Kabel von 2,5-mm-Klinke auf 3,5-mm-Klinke unterbringt, falls Bluetooth nicht genutzt werden kann, weil es entweder nicht zur Verfügung steht oder der Akku leer ist. Den Reiseadapter auf zweimal 3,5-mm-Klinke, der früher noch Teil des Lieferumfangs war, ist jetzt nicht mehr dabei. Der Preis der NCH 700 liegt bei 399,95 Euro, Verkaufsstart ist heute.