SteelSeries Arctis 1 im Test: Budget-Headset mit deutlichen Schwächen

Michael Schäfer 40 Kommentare
SteelSeries Arctis 1 im Test: Budget-Headset mit deutlichen Schwächen

tl;dr: SteelSeries genießt mit seiner Headset-Serie Arctis vor allem bei Spielern eine enorme Reputation. Jetzt hat der dänische Hersteller mit dem Arctis 1 ein Headset für Gamer mit schmalem Budget ins Rennen geschickt, das guten Klang zu einem günstigen Preis realisieren soll. Dies gelingt jedoch nur in wenigen Bereichen.

Materialwahl und Verarbeitung

Trotz des unverbindlichen Verkaufspreises von rund 60 Euro fertigt SteelSeries das Arctis 1 vom metallenen Bügel abgesehen komplett aus Kunststoff. Das verleiht dem Headset mit gerade mal 269 Gramm zwar ein geringes Gewicht, aber nicht unbedingt ein Gefühl der Langlebigkeit. Darüber hinaus hat der Hersteller auf das bekannte Kopfband sowie die AirWeave-Polster verzichtet.

Dennoch kann das Arctis 1 zunächst als gut verarbeitet bezeichnet werden, die einzelnen Komponenten besitzen nur ein geringes Spiel, nichts klappert oder knarzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Mitbewerbern legt SteelSeries beim getesteten Headset im Übergang vom Bügel zu den Ohrmuscheln die Kabel komplett ins Innere, sodass diese gerade beim Transport vor Beschädigungen geschützt sind.

Die Aufhängung ist dem Preis geschuldet aus Kunststoff gefertigt
Die Aufhängung ist dem Preis geschuldet aus Kunststoff gefertigt

Die Ohrmuscheln des Arctis 1 lassen sich nach vorne drehen und passen sich somit komplett den Ohren an, was in der anvisierten Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Am linken Klangausgeber befinden sich mit dem Stummschalter für das Mikrofon und dem Lautstärkeregler die einzigen Bedienelemente des Headsets.

Das in Gummi gehüllte Kabel fällt recht dünn aus und ist zudem fest mit dem Headset verbunden, wodurch es bei einem Kabelbruch schnell zu einem Komplettausfall werden kann. Die Kabellänge fällt mit zunächst 1,35 Metern bei Nutzung des vierpoligen 3,5-mm-Klinkenstecker recht kurz aus, lässt sich aber mit dem beiliegenden Adapter auf zwei dreipolige Stecker um 1,65 Meter verlängern. Einen Stoffüberzug als Kabelschutz besitzt das Arctis 1 nicht.

Bei den bisher genannten positiven Eigenschaften darf ebenso nicht unerwähnt bleiben, dass die Konkurrenz teilweise zum gleichen Preis bereits Halterungen der Ohrmuscheln aus Metall sowie abnehmbare Kabel anbietet, was diese Headsets deutlich stabiler und langlebiger macht.

Die Lautstärke und die Mikrofonaktivierung lassen sich direkt am Headset einstellen
Die Lautstärke und die Mikrofonaktivierung lassen sich direkt am Headset einstellen

Ansonsten fällt die äußerliche Gestaltung sehr schlicht aus, das Headset könnte genauso gut als „das kleine Schwarze“ bezeichnet werden. Spielereien wie RGB-Beleuchtung werden hier vergeblich gesucht. Wird das flexibel ausrichtbare Mikrofon mal nicht gebraucht, kann es komplett vom Headset abgenommen werden, womit sich letzteres auch als reiner Kopfhörer verwenden lässt.

Modell: SteelSeries Arctis 1 Corsair HS35 Stereo Lioncast LX 55 Lioncast LX 30 Logitech G332
Typ: Over-Ear, geschlossen
Treiber: 40 mm Neodymium 50 mm Neodymium 53 mm High-Performance-Neodym 40 mm Neodymium 50 mm Neodymium
Frequenzbereich: 20–20.000 Hz
Anschluss: Klinke USB, Klinke Klinke
Kabel abnehmbar: Nein Ja
(an Kabelfernbedienung)
Nein
Kabelfernbedienung: Nein Ja Nein
Bedienelemente am Headset: Ja Nein Ja
Integrierte Soundkarte: Nein Ja Nein
Raumklang: Nein Ja Nein
Frequenzbereich
Mikrofon:
100–10.000 Hz 100–20.000 Hz
Mikrofon abnehmbar: Ja Nein
Gewicht (ohne Kabel): 269 g 250 g 305 g 262 g 259 g
RGB-Beleuchtung: Nein Ja Nein
UVP: 59,99 Euro 44,99 Euro 59,95 Euro 49,95 Euro 59,99 Euro

Guter Tragekomfort

Der Tragekomfort des Arctis 1 fällt dagegen sehr gut aus, auch wenn die mit Kunstleder überzogene und dünne Polsterung des Kopfbügels zunächst ein etwas anderes Bild vermittelt. Das Headset sitzt sicher auf dem Kopf und verlässt diesen selbst bei plötzlichen starken Bewegungen nicht. Dennoch ist der Anpressdruck gut gewählt und wird auch nach längerer Nutzung nicht unangenehm. Dafür sorgen ebenso die mit Stoff überzogenen und austauschbaren Polster, die zwar etwas dicker hätten auffallen können, aber zumindest für keine warmen oder gar schwitzenden Ohren sorgen. Sie erscheinen zudem auf den ersten Blick relativ klein, sind aber groß genug, um sich komplett um das Ohr zu legen.

Der Bügel des Arctis 1 ist ebenfalls aus Kunststoff gefertigt
Der Bügel des Arctis 1 ist ebenfalls aus Kunststoff gefertigt

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