Samsung Foundry: Eher eine Fluorwasserstoff-Fabrik statt Kapazitätsausbau

Volker Rißka 55 Kommentare
Samsung Foundry: Eher eine Fluorwasserstoff-Fabrik statt Kapazitätsausbau
Bild: Samsung

Samsung hat Gerüchte aus den Medien vom Wochenende dementiert, der Konzern könnte das US-Geschäft mit Kapazitätserweiterungen ausbauen, weil es mit Japan Probleme gibt. Interessant sind dabei die weiteren Aussagen, wonach der Chipriese vielmehr sein eigenes Chemiewerk bauen will um unabhängiger zu werden.

23 Prozent Preis-Sprung für Speicherchips binnen 14 Tagen

Der steigende Preis für Speicherchips vor allem im DRAM-Bereich in Asien bestimmte auch Ende der vergangenen Woche die Medienberichte. Wie ComputerBase bereits im Artikel „RAM- und SSD-Preise steigen: Streit zwischen Japan und Südkorea zeigt Auswirkungen“ ausführte, ist der entbrannte Handelsstreit zwischen Japan und Südkorea der primäre Verursacher, binnen zwei Wochen ist der Spot-Preis für RAM an der Speicherbörse DRAMeXchange um 23 Prozent geklettert. Einige der lokalen Medien kamen daraufhin zu dem Schluss, dass Samsungs Werke in den USA nicht von den japanischen Zulieferern abhängig seien und dort die Produktion erweitert werden könnte um etwaige Engpässe abfedern zu können.

Kein Ausbau in den USA, Fokus auf das Heimatland

Samsung widersprach den Medienberichten am Montag aber ganz offiziell. Demnach werde der Campus in Austin, Texas, in dem Samsung bisher unter anderem Chips für Apple fertigte, nur ausgebaut, wenn es auch eine entsprechende Nachfrage gäbe. Nach US-Präsident Trumps Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul inklusive eines Treffens mit Samsung-Offiziellen im vergangen Monat, war eine zusätzliche Investition für die US-Fabrik Teil der Gespräche, nichts wurde aber final in Aussicht gestellt.

The US plant was purported to supply chips for Apple, and expansion is possible if the foundry orders increase. But it’s not likely that the US expansion would be a solution to the Japanese export restrictions.”

[..]

Rather than increasing the capacity of the US plant, it is more likely that the company will build a hydrogen fluoride manufacturing facility in Korea.

Samsung

Der letzte Teil des Statements überrascht, kommt aber in Anbetracht der aktuellen Gegebenheiten und Tatsachen nicht von ungefähr. Denn vor allem die Chip-Fertiger leiden unter dem Handelsstreit mit Japan, die für ein Großteil der Lieferung von Chemikalien verantwortlich sind. Oft genannt wird dabei Fluorwasserstoff (hydrogen fluoride), von dem nachgesagt wird, dass beispielsweise Samsung nur einen Vorrat für einen Monat hat und japanische Firmen der nahezu einzige Lieferant sind.

Die Reaktion des Samsung-Sprechers, dass der Konzern eher eine Fabrik für diese Chemikalie in Korea bauen wird, als eine weitere Kapazitätserweiterung anzustreben, verdeutlicht den Ernst der Lage. Denn der Großteil der Fabriken steht im Heimatland von Samsung, ohne große Mengen an zugelieferten Chemikalien können sie nur mit eingeschränkter Kapazität arbeiten. Ein Großteil der Preissteigerungen aktuell ist primär jedoch auf die Furcht vor den Engpässen und daraus resultierenden ersten Hamsterkäufen zurückzuführen, denn bisher habe sich im Bereich des Angebots kaum etwas verändert, heißt es in einer Analyse aus Asien.