Steam Controller: Kritik an Valves Zurückhaltung bei Profilen

Max Doll 103 Kommentare
Steam Controller: Kritik an Valves Zurückhaltung bei Profilen

Auf Reddit hat ein Beitrag mit Kritik am Steam Controller für Aufmerksamkeit gesorgt, der von Valve mehr Engagement fordert. Das Unternehmen hätte vorgefertigte Profile für populäre Spiele anbieten sollen, schreibt der Nutzer, um „einer der besten Innovationen im Bereich Gaming“ zum Durchbruch zu verhelfen.

Valves Steam Controller erlaubt es, mit grob ähnlicher Präzision Maus und Tastatur in Spielen zu ersetzen, auch wenn Xbox- und PlayStation-Controller nicht unterstützt werden. Damit kann in der Theorie dank Trackpads, Tasten und Gyrosensor die gesamte (!) Spielebibliothek bequem von der Couch aus gespielt werden. Allerdings kann und muss der Controller für jedes Spiel individuell konfiguriert werden, wozu weitreichende Optionen zur Verfügung stehen.

Kritik an Valve

An dieser Stelle setzt die Kritik von „NetSecBatman“ an, denn Valve überlässt das Erstellen von Profilen ausschließlich der Community und Entwicklern. Trotz „beeindruckender“ Technik sammle der Controller aber Staub an, behauptet der Nutzer, weil Valve nicht garantiere, dass brauchbare Konfigurationen für neue oder wichtige Spiele zur Verfügung stünden. Stattdessen kämen Xbox- und PlayStation-Controller zum Einsatz, die „einfach funktionieren, sofort und jedes Mal“.

When it's right it's unbelievable but the time it takes to get the feel right is too much for your average users who just want to jump in and enjoy some pcgaming for a few hours.

NetSecBatman

Es sei daher „töricht“ von Valve, die Veröffentlichung des Controllers nicht mit offiziellen Tutorial-Videos zu Features und Leistungsfähigkeit, einem Showcase-Titel, der die Vorzüge des Eingabegeräts deutlich werden lässt, und offiziellen Profilen zu begleiten. Dazu hätte Valve einen Mitarbeiter anheuern sollen, der Spiele anspielt und anschließend ein Basis-Profil für den Controller erstellt, das bei Bedarf weiter modifiziert werden kann. Stattdessen habe das Unternehmen all diese Aufgaben der Community und den Entwicklern überlassen. Dadurch habe sich das Produkt trotz seiner Vorzüge nicht durchsetzen können.

Umstrittene Thesen

Unter dem Beitrag hat sich eine lebhafte Diskussion entwickelt. Nutzer weisen darauf hin, dass für die größten Spiele je bis zu hundert oder sogar mehr Konfigurationen zur Verfügung stehen und damit immer eine vernünftige Belegung zu finden sei. Plug-and-Play ließe sich der Controller aber nicht nutzen, wird eingeräumt. Ergänzt wird in diesem Punkt, dass die Konfigurationen mit den meisten Bewertungen oft die ersten erstellten seien, aber nicht die besten, die erst später erstellt würden und weniger Bewertungen erhielten.

Zudem schwanke die Qualität der Profile in hohem Maße unter anderem hinsichtlich der Benennung von Tastenbelegungen. Und dies sei der Fall bei populären Titeln. Sobald es um „etwas weniger populäre Titel“ gehe, schreibt „grumbel“, werde die Situation desaströs, man könne sich dann glücklich schätzen, eine halbwegs verwendbare Konfiguration zu finden.

Einfach benutzen lassen habe sich der Controller fast nie, selbst mit einer Auswahl von Profilen hätten verschiedene ausprobiert werden müssen. Zahlreiche Nutzer schreiben deshalb, sie hätten deshalb wieder auf ihre alten Controller zurückgegriffen, der Einsatz wird dabei als zu kompliziert betrachtet – zumindest für durchschnittliche Anwender, die sich nicht als Enthusiasten betrachten. Einhellig geteilt wird die Einschätzung zu Profilen allerdings nicht.

Lob für Funktionen

Einigen kann sich die Mehrheit der Diskutierenden allerdings auf einige Punkte: Der Controller deckt tendenziell eine Nische ab und funktioniert mit der richtigen Konfiguration, die seine Besonderheiten berücksichtigt, hervorragend, so der Tenor. Diese zu nutzen, erfordere jedoch den Einsatz von Zeit und den Willen, sich damit auseinanderzusetzen – der Steam-Controller habe eine große Lernkurve.