17-Zoll-Gaming-Notebooks im Test: Asus Zephyrus S GX701 vs. Razer Blade Pro 17

Jan-Frederik Timm 62 Kommentare
17-Zoll-Gaming-Notebooks im Test: Asus Zephyrus S GX701 vs. Razer Blade Pro 17

tl;dr: Neben Razer hat auch Asus mittlerweile sehr dünne Gaming-Notebooks aus Metall im Angebot. Im Test treten das Blade Pro 17 und das Zephyrus S GX701 jeweils mit GeForce RTX 2080 Max-Q zu Preisen von über 3.000 Euro gegeneinander an. Leistung gibt es bei beiden satt, Klone sind sie trotzdem nicht.

Nicht nur von Razer, auch von Asus gibt es seit gut zwei Jahren sehr dünne und dennoch sehr leistungsfähige Gaming-Notebooks im Metallgewand. Die Serie trägt die Bezeichnung Zephyrus S und firmiert unter der Marke Asus ROG. Nvidia war daran nicht ganz unbeteiligt, denn nur die auf eine besonders hohe Effizienz getrimmten Max-Q-Varianten der mobilen GeForce-Grafikkarten haben die sehr hohe Leistung in solchen Formfaktoren möglich gemacht. Auch Razer setzt diese auf Effizienz getrimmte GPU-Serie mittlerweile in der Breite ein.

Für den Test eingefunden haben sich das Asus Zephyrus S GX701 (GX701GX-EV021R) für 3.199 Euro (UVP) sowie das Razer Blade Pro 17 Zoll für 3.499 Euro (UVP). Bei beiden Mustern handelt es sich um das jeweilige Topmodell der Serie mit GeForce RTX 2080 Max-Q, alternativ stehen jeweils die GeForce RTX 2060 sowie die GeForce RTX 2070 (bei Razer als Max-Q) zur Verfügung.

Asus bewirbt das Zephyrus S GX701 als „das kompakteste 17-Zoll Gaming Notebook“ aller Zeiten und in der Tat fällt das Gehäusevolumen mit 2,03 Litern nochmals geringfügig kleiner als das des Razer Blade Pro mit 2,04 Litern aus. Der Fußabdruck des Razer Blade Pro ist auf dem Schreibtisch zwar kleiner, aber das Asus holt den Vorteil über die Gehäusedicke heraus. Das Gewicht ist mit jeweils 2,7 Kilogramm quasi identisch.

Breite  Tiefe   Dicke Gewicht
Asus Zephyrus GX701 399 mm 272 mm 18,7 mm 2,7 kg
Razer Blade Pro 395 mm 260 mm  19,9 mm 2,7 kg

Das Razer Blade Pro 17 Zoll hat dem getesteten Asus Zephyrus S GX701 die neuere CPU voraus, denn bei Asus kommt noch die achte anstelle der neunten Generation Core zum Einsatz. Inzwischen gibt es das GX701 aber auch mit der neuesten Generation, die etwas höhere Taktraten bei ansonsten identischen Eckdaten bietet. In Deutschland ist die neue CPU allerdings aktuell nur in Kombination mit der GeForce RTX 2080 Max-Q erhältlich, der Preis für die Version GX701GXR-EV013R liegt bei knapp 3.300 Euro. Gegenüber dem getesteten Modell fällt auch der RAM mit 32 GB doppelt so groß aus. Auf der deutschen Website von Asus wird es bis heute nicht geführt.

Wird die aktuelle Generation mit Core i7-9750H herangezogen, trennen Asus und Razer bei den Topmodellen also gut 200 Euro, 16 GB RAM und 512 GB SSD-Speicherplatz – jeweils zum Vorteil für das Zephyrus S GX701.

Asus Zephyrus S GX701 und Razer Blade Pro gibt es nur mit 144-Hz-Full-HD-Displays, die 100 Prozent des sRGB-Farbraums abdecken sollen. Nvidia G-Sync bietet allerdings nur Asus und liefert alle Zephyrus S GX701 zudem mit Windows 10 Pro aus, während bei Razer Windows 10 Home installiert ist.

Die Konfigurationen und Testmuster im Vergleich
Razer Blade Pro 17 Asus Zephyrus S GX701
Display 17,3", FHD, 144 Hz, 100 % sRGB 17,3", FHD, 144 Hz, 100 % sRGB, G-Sync
CPU Intel Core i7-9750H (6K/12T, 45 Watt) Intel Core i7-8750H (6K/12T, 45 Watt)
RAM 16 GB DDR4-2667 8/16/32 GB DDR4-2667
GPU Nvidia GeForce RTX 2060
Nvidia GeForce RTX 2070 Max‑Q
Nvidia GeForce RTX 2080 Max‑Q
Nvidia GeForce RTX 2060
Nvidia GeForce RTX 2070
Nvidia GeForce RTX 2080 Max‑Q
SSD 512 GB NVMe PCIe x4 512 GB/ 1 TB NVMe PCIe x4
Anschlüsse 3 × USB 3.2 Gen2 Typ A,
1 × USB 3.2 Gen2 Typ C,
1 × Thunderbolt 3,
1 × HDMI 2.0b,
1 × 2,5-Gbit/s-Ethernet,
1 × SD-Cardreader,
3,5-mm-Klinke
1 × USB 3.2 Gen 2 Typ A,
1 × USB 3.2 Gen 2 Typ C (DisplayPort),
1 × USB 3.2 Gen 1 Typ C,
2 × USB 3.2 Gen 1 Typ A,
1 × HDMI 2.0b,
3,5-mm-Klinke
Konnektivität Intel Wireless-AX200, Bluetooth 5.0 Killer Wireless-AC 1550i, Bluetooth 5.0
OS Windows 10 Home 64 Bit Windows 10 Pro 64 Bit
Akku 70,5 Wh 76,0 Wh
Netzteil 230 W
Größe (B × T × H) 395 × 260 × 19,9 mm 399 × 272 × 18,7 mm
Gewicht 2,7 kg 2,7 kg
Preis ab 2.699 Euro ab 2.099 Euro
fett = Testsystem

Das Asus Zephyrus S GX701 im Überblick

Zur Vorstellung der besonders effizienten Max-Q-Varianten vor gut zwei Jahren war das neue Zephyrus S eines der Aushängeschilder. Mit unter 19 mm Dicke verkörperte es das Ziel, leistungsstarke Gaming-Notebooks mit unter 2 cm Bauhöhe anbieten zu können – direkt ab Beginn. Die Höhe von nur 18,7 mm soll dabei auch durch einen Trick möglich gewesen sein: Um eine gute Kühlung unter Dauerlast trotz des geringen Volumens zu gewährleisten, klappt der hintere Teil der Bodenplatte automatisch auf, wenn das Display geöffnet wird.

Ein Blick unter das Notebook verrät allerdings: Eigentlich ändert sich dadurch auf der Unterseite so gut wie nichts. Lediglich die beiden Lüfter können Luft vollkommen frei und nicht durch ein Lüftergitter ansaugen. Die Hardware bleibt hingegen weiterhin hinter einem schützenden Alublech verborgen.

Nicht nur scheinbar, sondern handfest anders als das Standard-Notebook präsentiert sich das Zephyrus S GX701 an der Oberseite: Eine Handballenauflage gibt es hier nicht, stattdessen liegt die Tastatur im vorderen Bereich der Basis und das Touchpad rechts daneben. Auf Knopfdruck kann darauf der Nummernblock eingeblendet werden.

Das Touchpad des Zephyrus S mit eingeblendetem Nummernblock
Das Touchpad des Zephyrus S mit eingeblendetem Nummernblock
Anschlüsse Razer Blade Pro (links)
Anschlüsse Razer Blade Pro (links)
Anschlüsse am Asus Zephyrus S GX701 (rechts)
Anschlüsse am Asus Zephyrus S GX701 (rechts)

Bei den Anschlüssen bietet Asus dreimal USB 3.0 (USB 3.1 Gen 1), einmal davon als USB Typ C, zweimal als USB Typ A. USB 3.1 (USB 3.1 Gen 2) gibt es ebenfalls einmal als Typ A und einmal als Typ C (inkl. „Alternate Mode DisplayPort“ und 65 Watt Power-Delivery). Darüber hinaus sind 3,5-mm-Klinke und ein proprietärer Ladeanschluss für das 230-Watt-Netzteil vorhanden, Thunderbolt 3 hingegen nicht.

Das Display des Zephyrus S unterstützt G-Sync. In diesem Modus steht Nvidia Optimus für eine längere Akkulaufzeit allerdings nicht zur Verfügung. Im Tool „Armoury Crate“, wenn auch etwas versteckt auf einem zweiten Reiter, lässt sich der Modus allerdings wechseln. Nach einem Neustart ist G-Sync dann aus und Optimus kann genutzt werden.

G-Sync lässt sich deaktivieren, um Optimus nutzen zu können
G-Sync lässt sich deaktivieren, um Optimus nutzen zu können

Anwender können das Zephyrus S GX701 öffnen, dafür sind gut zwei Dutzend Schrauben an der Unterseite zu lösen, woraufhin sich die Oberschale mit der Tastatur hochklappen lässt. Weil die Platine allerdings nur einen bereits belegten M.2-Slot und einen RAM-Slot (8 GB sind verlötet) bietet, ist ein Aufrüsten nur gegen den Austausch bestehender Komponenten möglich.

Das Zephyrus S gibt die Hardware über die Tastatur preis
Das Zephyrus S gibt die Hardware über die Tastatur preis

Das Razer Blade Pro im Überblick

Das neue Blade Pro 17 ist seit Ende April das aktuelle Topmodell unter den Razer-Gaming-Notebooks. Technisch hat es einen großen Sprung gemacht, denn Razer hatte bis dato noch Intel-CPUs der siebten Generation und GTX-Grafikkarten verbaut. Mit dem Intel Core i7-9750H wurde jetzt die achte Generation übersprungen und als Grafikkarte wird nun mindestens eine RTX 2060 geboten, während RTX 2070 Max-Q und RTX 2080 Max-Q (im Testmuster) optional verfügbar sind. Das Display ist mit 17,3 Zoll und 144 Hz ebenfalls ein neues. Die bislang angebotene 4K-Touch-Option wurde derweil genauso gestrichen wie 240 Hz, OLED oder G-Sync.

Das Blade Pro 17 bietet mehr Anschlüsse

Vom in zwei Varianten angebotenen Blade 15 unterscheidet sich das Blade Pro 17 neben dem größeren Display nur geringfügig. Es ist natürlich breiter, tiefer und schwerer als die kleineren Modelle, mit 19,9 mm aber nicht dicker als die Basisversion. Bei den Anschlüssen bietet es allerdings mehr: Einmal USB 3.2 Gen 2 (Typ C), 2,5-Gbit/s-Ethernet und SD-Cardreader gibt es nur hier.

Blade 15 Blade Pro 17
Base Model Advanced Model
Display 15,6", FHD, 144 Hz, 100 % sRGB, matt 15,6", FHD, 240 Hz, 100 % sRGB, matt
15,6", 4K, OLED, 60 Hz, 100 % DCI-P3, Touch
17,3", FHD, 144 Hz, 100 % sRGB
CPU Intel Core i7-9750H, 6 Kerne/12 Threads, 2,6–4,5 GHz
RAM 16 GB (2 × 8 GB) DDR4-2667
GPU Nvidia GeForce RTX 2060 Nvidia GeForce RTX 2070 Max‑Q
Nvidia GeForce RTX 2080 Max‑Q
Nvidia GeForce RTX 2060
Nvidia GeForce RTX 2070 Max‑Q
Nvidia GeForce RTX 2080 Max‑Q
SSD 512 GB NVMe PCIe x4 256 GB NVMe PCIe x4
512 GB NVMe PCIe x4
512 GB NVMe PCIe x4
Anschlüsse 3 × USB 3.1 Gen 1 Typ A, 1 × Thunderbolt 3, 1 × HDMI 2.0b, 1 × Mini DisplayPort 1.4, 1 × Gigabit-Ethernet, 3,5-mm-Klinke 3 × USB 3.2 Gen 2 Typ A, 1 × Thunderbolt 3, 1 × HDMI 2.0b, 1 × Mini DisplayPort 1.4, 3,5-mm-Klinke 3 × USB 3.2 Gen 2 Typ A, 1 × USB 3. 2 Gen2 Typ C, 1 × Thunderbolt 3, 1 × HDMI 2.0b, 1 × 2,5-Gbit/s-Ethernet, 1 × SD-Cardreader, 3,5-mm-Klinke
Konnektivität Intel Wireless-AC 9560, Bluetooth 5.0 Intel Wireless-AX200, Bluetooth 5.0
OS Windows 10 Home 64 Bit
Akku 65 Wh 80 Wh 70,5 Wh
Netzteil 200 W 230 W
Größe (B × T × H) 355 × 235 × 19,9 mm 355 × 235 × 17,8 mm 395 × 260 × 19,9 mm
Gewicht 2,10 kg 2,15–2,21 kg 2,75 kg
Preis ab 1.999 US-Dollar ab 2.399 US-Dollar ab 2.699 Euro

Einfacher Austausch von RAM und SSD

Das Razer Blade Pro 17 lässt sich mit dem richtigen Werkzeug leicht öffnen. Zum Vorschein kommen die zwei immer mit je 8 GB DDR4-2666 belegten RAM-Bänke, der ab Werk stets mit einer 512 GB großen NVMe-SSD belegte M.2-Slot und ein freier Slot dieser Art. Der Massenspeicher lässt sich also auch ohne Ausbau der vorhandenen SSD erweitern, der RAM hingegen nicht.

Eher ein größeres Razer Blade

Das neue Blade Pro ist eher ein etwas größeres Razer Blade denn ein eigenständiges Design. Das Razer Blade Pro aus dem Jahr 2016 (Test), das es ersetzt, war da noch ein ganz anderes Kaliber – inklusive UHD-IGZO-Display samt G-Sync und Touch und mechanischer Tastatur. Es wog allerdings auch noch einmal fast 800 Gramm mehr.

Razer Blade Pro (2016)
Razer Blade Pro (2016)

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