Razer Blade Pro im Test: Luxuriöses Gaming-Notebook mit UHD & G‑Sync auf 17,3 Zoll

Robert Kern 77 Kommentare
Razer Blade Pro im Test: Luxuriöses Gaming-Notebook mit UHD & G‑Sync auf 17,3 Zoll

Das Razer-Prinzip, dünn mit Hotspots

Razer CEO Min-Liang Tan hatte zur Keynote in Berlin viele Anwesende gefoppt. Der Teaser zur Veranstaltung auf Facebook zeigte den Schattenwurf eines Displays und es durfte ein Desktop von Razer erwartet werden. Die Silhouette der Hardware wurde mittels Glaskasten auf Desktopmaße gebracht und hat damit eine absichtlich misszudeutende Botschaft vermittelt. Denn es gab keinen Desktop-PC.

Stattdessen habe der Hersteller die Leistung eines Gaming-PCs in ein Notebook gepackt, das die Razer-Blade-Pro-Serie im 17,3-Zoll-Formfaktor fortführt. In diesem Jahr sind Razer-Systeme nicht nur endlich in Europa verfügbar, mit dem 14-Zoll-Blade sowie dem 12,5-Zoll-Stealth wurden zudem alle Formfaktoren aktualisiert.

Nvidia GeForce GTX 1080 für Ultra HD

In das große Topmodell packt Razer die schnellste für Notebooks verfügbare SGPU, die mobile Nvidia GeForce GTX 1080. Der unter der „dünnsten Vapor Chamber der Welt“ fest verlötete GP104-Chip arbeitet im Notebook mit den gleichen Spezifikationen wie der Desktop-Ableger.

Auf den ersten Blick treten drei weitere Eigenschaften des Blade Pro hervor: Den Aspekten Bauhöhe/Geschwindigkeit, Verarbeitung/Ausstattung und dem Luxus-Preis wird sich der Testbericht in besonderem Maße widmen.

12,5“ Razer Blade Stealth, 14“ Blade und 17,3“ Blade Pro
12,5“ Razer Blade Stealth, 14“ Blade und 17,3“ Blade Pro
1,29, 1,89 und 3,55 Kilogramm Gewicht
1,29, 1,89 und 3,55 Kilogramm Gewicht
Razer Core oder Razer Blade Pro für den Schreibtisch
Razer Core oder Razer Blade Pro für den Schreibtisch

Extrem viel Leistung kompakt verpackt

Wie die kleineren Blades ist auch das Blade Pro im 17,3-Zoll-Formfaktor angesichts seiner 22,5 mm Bauhöhe überdurchschnittlich leistungsstark und operiert thermisch an der Grenze des Machbaren. Damit CPU und GPU innerhalb ihres ausladenden thermischen Budgets bleiben, werden der Basiseinheit zentral vor dem Displayscharnier Hotspots gestattet. Dieses Razer-Prinzip erlaubt die im Vergleich zur Konkurrenz extrem flache Bauform. Salopp ausgedrückt: Dünn und dafür heiß (punktuell bis zu 52°C) darf es werden, sowohl dort, wo der Anwender keinen Berührungspunkt hat, als auch in CPU und GPU selbst.

Die Konkurrenz ist deutlich dicker

Das Aorus X7 DT v6 schafft es auf 30 Millimeter, das MSI GT73VR kommt auf 50 Millimeter Gehäusedicke. Die P775DM3/2-Barebones von Clevo, welches von Mifcom und Schenker für entsprechende Gaming-Notebooks mit GTX 1080 genutzt wird, liegt mit 41 Millimetern genau dazwischen.

Core i7 auf Basis von Skylake für Notebooks
Modell Kerne /
Threads
CPU-Takt/
max. Turbo
L3-Cache Grafik max.
Grafiktakt
TDP Preis
Core i7-6920HQ 4 / 8 2,9 / 3,8 GHz 8 MB HD 530 1.050 MHz 45 W $ 568
Core i7-6820HQ 4 / 8 2,7 / 3,6 GHz 8 MB HD 530 1.050 MHz 45 W $ 378
Core i7-6820HK* 4 / 8 2,7 / 3,6 GHz 8 MB HD 530 1.050 MHz 45 W $ 378
Core i7-6700HQ 4 / 8 2,6 / 3,5 GHz 8 MB HD 530 1.050 MHz 45 W $ 378
Core i7-6700K 4 / 8 4,0 / 4,2 GHz 8 MB HD 530 1.150 MHz 91 W $ 350
Core i5-6600K 4 / 4 3,5 / 3,9 GHz 6 MB HD 530 1.150 MHz 91 W $ 243
* Besitzt offenen Multiplikator zum Übertakten

Fast alle der genannten Alternativen setzen jedoch auch auf einen übertaktbaren mobilen Core i7-6820HK und nicht den Core i7-6700HQ. Andere tragen gar eine CPU aus dem Desktop-Segment in sich. Für 20 Prozent mehr Turbotakt (4,2 vs 3,5 GHz) verdoppelt ein Core i7-6700K die TDP-Spezifikation des Core i7-6700HQ allerdings auch von 45 auf 91 Watt. Das thermische Budget, die maximal abführbare Verlustleistung eines Gaming-Notebooks, korreliert immer auch mit der Bauhöhe und dem Volumen, das man der Kühllösung einräumt. Razers Ergebnis dieses Aushandelns setzt ganz klar auf minimale Abmessungen und geht bei der Ausstattung hinsichtlich der CPU diesen einen Kompromiss ein.

Soweit zu den Gemeinsamkeiten mit anderen Gaming-Notebooks und der Bauhöhe als erstes Alleinstellungsmerkmal. Mit einem UHD-G-Sync-Display, mechanischer Ultra-Low-Profile-Tastatur, CNC-gefrästem Vollaluminium-Gehäuse, der laut Razer dünnsten Vapor-Chamber der Welt und einem halb so dicken Netzteil wie üblich will sich das Blade Pro weiter absetzen und den Preis von 4.200 Euro rechtfertigen.

Die Preisfrage

Unter dem Gesichtspunkt FPS pro eingesetztem Euro greift der preisbewusste Anwender in der 17,3-Zoll-Kategorie zu Gaming-Notebooks mit GeForce GTX 1070. Der Verzicht auf etwa 21 Prozent an Grafikleistung schiebt den Kaufpreis für ein UHD-Notebook fast auf die Hälfte. Der Preisbrecher HP Omen 17 für 2.200 Euro ist zum Testzeitpunkt jedoch nicht lieferbar. Wer mit einem dickeren aber leichteren Kunststoff-Chassis zufrieden ist, die QHD-Auflösung von 2.560 × 1.440 Pixel aufgrund höherer Bildraten bevorzugt und ansonsten eine ähnliche Ausstattung inklusive G-Sync möchte, sollte sich das Aorus X7 DT v6 für 3.500 Euro als härtesten Wettbewerber für das Blade Pro ansehen.

Flacher Aluminium-Unibody
Flacher Aluminium-Unibody

Während das 12,5 Zoll große Razer Blade Stealth preislich zwischen MacBook, Asus Zenbook 3 oder Dell XPS 13 nicht hervorsticht und das 14-Zoll-Blade mit GeForce GTX 1060 nur etwas teurer als das MacBook Pro 13 mit Touchbar ausfällt, verabschiedet sich das Blade Pro ins absolut oberste Ende des Premium-Segments. So wie das Produkt aufgestellt ist, ist es auch nicht mehr eines unter vielen und berechnet seinen Premium-Aufschlag für rundum kompromisslose Ausstattung.

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