Fotorealismus in Spielen: Epic Games schnappt sich Megascans für Unreal Engine

Michael Günsch 72 Kommentare
Fotorealismus in Spielen: Epic Games schnappt sich Megascans für Unreal Engine
Bild: Quixel

Für mehr Realismus in Spielen sorgen per Scan aus der echten in die digitale Welt überführte Objekte. Das schwedische Unternehmen Quixel, als größter Anbieter solcher Photogrammetry-Assets, gehört nun zur Spieleschmiede Epic Games. Die Palette der „Megascans“ steht künftig über die Unreal Engine frei zur Verfügung.

Quixel gehört nun zur Familie von Epic Games, verkündeten beide Unternehmen am Dienstag. Auch die mehr als 100 Mitarbeiter des 2011 gegründeten Quixel gehören nun zum Team von Epic Games. Über etwaige Finanztransaktionen im Zuge der Übernahme wurde Stillschweigen bewahrt.

Gescannter Realismus für Spiele und Filme

Über 10.000 per Photogrammetrie erzeugte 2D- und 3D-Elemente weist die Megascans-Bibliothek von Quixel auf. Die breit gefächerte Palette reicht von Oberflächen wie mit Moos bedeckten Steinen und Holzböden über Vegetation wie Gräser und Baumstümpfe bis zu Objekten wie eine rostige Schraube oder ein alter Ölkanister. Die Assets von Quixel wurden bereits von namhaften Studios auf der ganzen Welt eingesetzt. Prominente Beispiele für Videospiele sind etwa Battlefield V, Destiny 2 oder Metro Exodus. Doch auch bei Animationsfilmen wie The Jungle Book, Black Panther, The Lion King und Pacific Rim: Uprising sei auf Megascan-Assets von Quixel zurückgegriffen worden.

Fortan sollen die Assets zur Nutzung mit der Unreal Engine von Epic Games kostenlos bereitgestellt werden. Über den Unreal Engine Marketplace wurden bereits zehn „High-Resolution Packs“ für jedermann veröffentlicht. Zudem stehen Assets der sogenannten Iceland Collection bereit, die im Kurzfilm Rebirth zum Einsatz kam. Weiteres Material soll voraussichtlich innerhalb des Zeitrahmens zur Veröffentlichung der Unreal Engine 4.24 ebenso kostenlos verfügbar werden.

Im März hatte Quixel mit dem Kurzfilm Rebirth auf der Game Developers Conference demonstriert, welcher Grad an Realismus mit den Megascans in der Unreal Engine erreichbar ist.

Für die Nutzung der Megascans jenseits der Unreal Engine passt Quixel die Preise nach unten an. Zudem sollen die Werkzeuge Bridge und Mixer in der kommenden 2020-Version künftig kostenlos für jedermann angeboten werden. Über die Änderungen informiert der Quixel-Blog.