Smart Home: Auch Z-Wave wird zum offenen Funkstandard

Frank Hüber 20 Kommentare
Smart Home: Auch Z-Wave wird zum offenen Funkstandard

Nachdem Amazon, Apple und Google zusammen mit der Zigbee Alliance die Entwicklung eines offenen, kostenlosen Kommunikationsstandards für Smart-Home-Geräte angekündigt haben und Apple HomeKit ein wenig weiter geöffnet hat, kommt Bewegung in den Markt: Auch Z-Wave wird zum offenen Standard.

Z-Wave ist nicht Teil der Ankündigung durch die Tech-Giganten gewesen und bislang von dem neuen offenen Standard namens „Connected Home over IP“ ausgeschlossen. Z-Wave kommt bei vielen Smart-Home-Systemen als Kommunikationsstandard zum Einsatz und ermöglicht – in der Theorie – eine herstellerübergreifende Kommunikation und Interoperabilität, wenn der Z-Wave-Standard eingesetzt wird, was durch eine Zertifizierung der Z-Wave Alliance sichergestellt werden soll. In der Praxis gibt es beim herstellerübergreifenden Einsatz aber immer wieder Probleme mit einzelnen Funktionen der Komponenten, da nicht jedes Smart-Home-System den Zugriff auf jeden Parameter ermöglicht.

Monopol auf Funkchips fällt weg

Die Z-Wave-Funkchips durften bislang jedoch ausschließlich von Silicon Labs hergestellt werden, was einen Wettbewerb und Preiskampf verhinderte. Dies ändert sich nun und Silicon Labs gestattet es auch anderen Herstellern, Funkchips mit Z-Wave-Technologie zu entwickeln und zu produzieren. Der größte Kritikpunkt der Industrie am so theoretisch offenen Standard fällt damit weg, denn Silicon Labs konnte das Ökosystem durch den exklusiven Verkauf der Chips über Jahre kontrollieren. Die Öffnung des Standards soll im 2. Quartal 2020 abgeschlossen sein.

Z-Wave Alliance wird unabhängig

Auch die Z-Wave Alliance, die künftig für die Zertifizierung und Weiterentwicklung des Standards verantwortlich sein soll, wird von Silicon Labs in ein eigenes, unabhängiges Unternehmen ausgegliedert. Details hierzu sollen in den nächsten Monaten bekannt gegeben werden. Software-Unternehmen und Chip-Hersteller sollen so künftig an der Weiterentwicklung des Standards beteiligt werden.

Höhere Verbreitung, statt Verdrängung durch Konkurrenz

Silicon Labs erhofft sich durch die Öffnung von Z-Wave, dass der Funkstandard eine weitere Verbreitung findet und sich so gegen den kommenden Standard „Connected Home over IP“ von Amazon, Apple und Google behaupten kann. Zudem setzen Hersteller aufgrund des hohen Risikos ungern auf einen Standard, dessen Komponenten sie nur von einem einzigen Zulieferer erwerben können. Durch eine Öffnung und zunehmende Verbreitung im Markt erhofft sich Silicon Labs trotz Konkurrenz von anderen Herstellern einen wachsenden Absatz der eigenen Funkchips.

Gänzlich von Z-Wave abhängig ist Silicon Labs dabei nicht, da auch Chips für andere Standards produziert werden, so dass der Hersteller beispielsweise in Smart-Home-Geräten wie Amazons Echos, Philips Hue, Rings Kameras und Ikeas Tradfri-Serie zum Einsatz kommt.