CES 2020

Canon 1D X Mark III: Flaggschiff mit CFexpress, hohem ISO und hoher Bildrate

Jan Lehmann 90 Kommentare
Canon 1D X Mark III: Flaggschiff mit CFexpress, hohem ISO und hoher Bildrate

Canon präsentiert zur CES 2020 und somit noch vor den olympischen Sommerspielen in Tokio sein neues Spiegelreflex-Flaggschiff. Zum Preis von rund 7.300 Euro bietet die neue Canon Eos-1D X Mark III das derzeitige Maximum an Ausstattung.

Ein voll gepacktes Datenblatt

Vier Jahre dauerte es, dass Canon sein Profimodell Eos-1D X Mark II in Rente schickt. Dabei hat Canon die Stellschrauben in nahezu allen Belangen auf Maximum gedreht.

Der neue CMOS-Vollformatsensor löst mit 20,1 Megapixel auf und soll einen wesentlich größeren Dynamikumfang bieten. Außerdem erhält die Kamera einen „neu designten“ Tiefpassfilter, der Artefakte und Moiré-Effekte vermindern soll. Die maximale ISO-Lichtempfindlichkeit wird auf 819.200 verdoppelt. Die Nikon D5, aus dem Jahr 2016, bietet hier einen maximalen ISO-Wert von rund 3,3 Millionen, doch sagt der reine Wert noch nichts über die daraus folgende Bild- und Lichtempfindlichkeitsqualität aus.

Beim Bildprozessor setzt Canon auf ein Zweiergespann, das sich aus einem neu entwickeltem DIGIC X als Verarbeitungseinheit und einem dedizierten DIGIC 8 für die Fokussierung zusammensetzt. Das Autofokussystem erhält weiter eine markantesten Anpassungen. Setzte der Vorgänger noch auf 61 Phasenmessfelder, kommt die Eos-1D X Mark III mit 191 Punkten daher. Ein weiteres Steckenpferd ist die Serienbildgeschwindigkeit. Bei Verwendung des optischen Suchers können bis zu 16 Bilder die Sekunde aufgenommen werden. Im Live-View-Modus erhöht sich die Seriengeschwindigkeit auf 20 Bilder.

Erstmals mit HEIF und CFexpress

Neben (obligatorischen) Anpassungen bepackt Canon das neue Profimodell aber auch mit zukunftssicheren Neuerungen. So ist die Mark III das erste Eos-Modell, das das neue HEIF-Bildformat (High Efficiency Image File) bietet. Beim Speichermedium setzt Canon zudem auf das neue CFexpress-Speicherkartenformat. Gegenüber XQD-Karten die eine Lese-Schreibrate von etwa 400 MB/s vollbringen oder herkömmlichen CompactFlash-Medien, die bei etwa 150 MB/s liegen, steigt bei CFexpress der Lesedurchsatz auf 1.700 MB/s und der Schreibrate auf 1.200 bis 1.400 MB/s. Zum guten Ton gehören dabei selbstverständlich zwei Speicherkartenschächte.

Canon bestückt das neue Flaggschiff außerdem mit umfangreichen Videofunktionen und lehnt sich dabei an die Cinema-Eos-Reihe an. Neben herkömmlichen 4K-DCI-Aufnahmen können 4K-Aufnahmen auch unter 12-Bit-RAW mit einer Auflösung von maximal 5.496 × 2.904 bei 60 FPS aufgezeichnet werden. Sie ist zudem die erste Kamera der EOS-1-Serie mit einer 5-achsigen „Movie-Digital-Stabilisierung“ für Videoaufnahmen, die Verwacklungsunschärfe bei der Aufnahme aus freier Hand verhindert. Obendrein ist die Eos-1D X Mark III die erste Kamera der 1-Serie mit integriertem WLAN, GPS und Bluetooth.

Wie im Profisegment üblich, besteht das Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung und ist gegen Umwelteinflüsse abgedichtet. Das Kameragehäuse mit integriertem Hochformatgriff bringt dabei rund 1.250 Gramm auf die Waage – 100 Gramm weniger als der Vorgänger. Wie der Nikon-Pendant D5 erhält auch die Mark III nunmehr beleuchtete Tasten. Darüber hinaus erhält das Flaggschiff einen neuen „Smart Controller“, der in Daumennähe in die AF-On-Taste integriert wurde und wie ein Joystick zur Fokuswahl dient. Eine Akkuladung soll für bis zu 2.850 Aufnahmen genügen.

Die Canon Eos-1D X Mark III soll ab Februar verfügbar sein. Die Preisempfehlung liegt bei rund 7.300 Euro. Im Preis inkludiert ist eine CFexpress-Speicherkarte mit 64 Gigabyte und ein entsprechendes CFexpress-Lesegerät.