Personalabbau: Anstehende Entlassungen bei Intel treffen viele Bereiche

Volker Rißka 97 Kommentare
Personalabbau: Anstehende Entlassungen bei Intel treffen viele Bereiche
Bild: Intel

Bereits seit Wochen rumort es in der Gerüchteküche, jetzt wird es konkreter. Die in Oregon – einer von Intels größten Standorten – ansässige Tageszeitung The Oregonian berichtet von angeblich geplanten Entlassungen bei Intel in vielen Bereichen. Den Umfang von 2016 soll sie nicht erreichen, klein aber auch nicht ausfallen.

In den Jahren 2015 bis 2017 entließ Intel je nach Betrachtungsweise bis zu 17.000 Angestellte, vor allem traf es dabei ältere Arbeitnehmer, was Intel Untersuchungen wegen Diskriminierungen in den USA einbrachte. Nun steht die nächste Welle an, die am Standort in Oregon, wo rund 20.000 Mitarbeiter bei Intel ihr Geld verdienen, die vermutlich größte Kerbe hinterlassen wird. Die Lokalzeitung hat deshalb in dieser Thematik stets handfeste Informationen aus erster Hand – von Betroffenen.

Intel-Entlassungen im Jahr 2016 nach Altersgruppe
Intel-Entlassungen im Jahr 2016 nach Altersgruppe (Bild: The Oregonian)

Server-, IoT- und Softwarebereich betroffen

Über den Umfang der neuen Entlassungen gibt es bisher zum Teil widersprüchliche, aber auch sich ergänzende Meldungen. Auf der einen Seite heißt es, dass es nicht viele in diesem Jahr sein werden, jedoch werden in vielen Bereichen Leute in Zukunft nicht mehr für Intel arbeiten. SemiAccurate nannte dabei als erstes stets die Datacenter-Sparte DCG, jetzt DPG (Data Platform Group) genannt, in der bis zu ein Drittel an Personal abgebaut werden könnte. The Oregonian bringt wie SemiAccurate in einem weiteren Artikel nun auch die IoT-Sparte und den Softwarebereich ins Spiel. Indizien gibt es dazu, der Chef der Open-Source-Abteilung, Imad Sousou, verließ in diesem Monat nach fast 26 Jahren im Unternehmen den Konzern. Oft gehen bei solchen Umstellungen im Unternehmen Entlassungen und Beförderungen Hand in Hand.

Intel hat sich bisher nicht offiziell zu der Thematik geäußert, wenngleich die Umbauten in den Bereichen dafür sprechen. Größere Entlassungen kündigt der Hersteller oft im Rahmen von Quartalszahlen an. Diese stehen als Jahresabschlussbericht für 2019 am morgigen Abend an und werden in vielerlei Hinsicht mit Spannung erwartet.

Update 24.01.2020 07:36 Uhr

Im Conference Call zu den Quartalszahlen sowie schriftlich äußerte sich Intel zu der Thematik. Zum Ende des Jahres 2019 wurden etwa 1.100 Stellen gestrichen, im laufenden Jahr soll die Zahl aber nicht so gravierend ausfallen, wie bisher gedacht. Laut Intel werde sie „unter einem Prozent des Personalbestand“ betragen, im Konzern arbeiteten laut Quartalsbericht 110.800 Angestellte zum Ende 2019.