Need for Speed: EA legt Serie in die Hände von Criterion

Max Doll 130 Kommentare
Need for Speed: EA legt Serie in die Hände von Criterion
Bild: EA

Nach vier Spielen wird Ghost Games von der Betreuung der Need-for-Speed-Serie entbunden. Das Ruder übernimmt erneut Criterion. Das schwedische Studio Ghost Games wird stattdessen wieder als EA Gothenburg firmieren und eine Rolle als Technik-Hub für Studios des Publishers übernehmen – also anderen Entwicklern zuarbeiten.

In Schweden verbleiben deshalb Technik-Experten des Studios, berichtet Games Industry. Einige seien „Architekten der Frostbite-Engine“, die mittlerweile in fast allen EA-Spielen verwendet wird, und deshalb „unverzichtbar für eine Reihe aktueller Projekte“. Andere Angestellte, die in kreativer Rolle mit der Spieleentwicklung betraut waren, werden nach Möglichkeit Stellen bei Criterion oder anderen EA-Studios erhalten.

Es fehlt an Talent

Dass künftig Criterion an Need for Speed arbeitet, ist kein Zufall. Das Studio war für die erfolgreiche Burnout-Serie verantwortlich und hat an zahlreichen Rennspielen mitgewirkt, besitzt also fraglos Expertise. Auch Need for Speed: Most Wanted aus dem Jahr 2012 stammt aus der Feder der Briten – und war im weiteren Sinne eine Kopie von Burnout Paradise. Dieses Fachwissen im Genre wurde durch einige Mitarbeitertransfers aber auch an Ghost Games weitergeben.

Dass die nun ehemaligen Need-for-Speed-Betreuer nicht an Hochzeiten der Serie anknüpfen konnten, hat laut EA konkrete Ursachen: Es sei schwierig, eine „große Bandbreite talentierter Mitarbeiter“, die für den Betrieb eines Triple-A-Studios benötigt würden, für den Standort in Schweden zu gewinnen, begründet der Publisher. Bei Criterion im britischen Guildford, das der Guardian bereits als „Hollywood der Videospiele“ bezeichnet hat, sollte dies aufgrund der dicht gedrängten Studios einfacher werden.

Vier Spiele sind schlimm genug

Man freue sich darauf, eine großartige Zukunft für die Serie zu schaffen, schließt EA gegenüber Games Industry. Auch das kann als Bemerkung über den Ist-Zustand verstanden werden, der keineswegs großartig ausfällt. Zwar war in den vergangenen Jahren eine qualitative Steigerung in den Spielen aus Schweden auszumachen, für mehr als Metacritic-Nutzerwertungen im Bereich von fünf bei zehn möglichen Punkten reichte es aber auch 2019 für Need for Speed Heat nicht.

Ältere Teile erhielten noch desaströsese Wertungen. Rivals etwa zog Kritik durch einen Always-Online-Modus mit fehlender Pausenfunktion und eine Beschränkung auf 30 Bilder pro Sekunde auf sich, Need for Speed (2015) (Test) fiel durch allerlei Nachlässigkeiten und eine Video-Präsentation zum Fremdschämen auf, der Payback-Teil mit Minimal-Story. Stets waren es nicht die durchaus interessanten Ideen, sondern die konkrete Umsetzung und spielerische Monotonie, die bessere Wertungen verhinderten.