Intel LAN-Controller: Foxville alias I225 braucht einen Hardwarefix

Volker Rißka
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Intel LAN-Controller: Foxville alias I225 braucht einen Hardwarefix
Bild: MSI

Der bereits auf einigen Mainboards verbaute und mit dem Z490-Start groß rauskommende Intel-LAN-Chip I225, Codename Foxville, braucht einen Hardware-Fix. Laut unbestätigten Meldungen soll es unter Umständen zu einem Packet Loss kommen und die Bandbreite deutlich eingeschränkt sein.

Eine Varianz im Interpacket Gap soll mit Produkten verschiedener 3rd-Party-Hersteller zu einem Problem führen können, woraus die genannten Einschränkungen resultieren können. Die kurze Liste führt einige Produkte auf, die betroffen sind, aber auch einige, die nicht betroffen sind sofern man ein Foxville-Chip mit diesem Router, dem Modem, dem Switch oder anderen Produkt aus diese Kategorie verbindet. Vollständig ist sie nicht. Intel empfiehlt kleinere Workarounds, doch diese lösen das Problem am Ende mit den betroffenen Produkten nicht.

Das Problem hat durchaus weitreichende Folgen. Denn die I225-Familie ist Grundlage für diverse Produkte, unter anderem auch die komplett neue Killer-3100-Serie für Desktops und Notebooks. Da jeder OEM und ODM die Chips bei Intel kaufen kann und sie breit verbaut werden, sind sie nicht nur in Intel-Systemen zu finden, sondern auch auf hochwertigen AMD-Mainboards sowie in AMD-Notebooks. Dort gilt 2,5 Gbit/s als der nächste Schritt für die Masse, die das seit Jahren genutzte 1 Gbit/s ablösen wird, während 5 und 10 Gbit/s über Zusatzchips noch dem Premium-Segment vorbehalten bleiben.

Intel Foxville hat ein Problem
Intel Foxville hat ein Problem (Bild: XFastest)

Ein Fix der LAN-Chips wird im zweiten Halbjahr dieses Jahres anvisiert und soll parallel zum Produktionsstart von Rocket Lake angestrebt werden. Das wieder ist von Intels Seite her durchaus kritisch, denn Rocket Lake wird ebenfalls wieder neue Chipsätze und Mainboards mit an den Start bringen.

Zweites Halbjahr heißt in dem Fall aber vermutlich nur Produktionsstart und nicht direkte Verfügbarkeit im Handel, eventuell maximal für OEMs. Dort liegt bei Intel in der Regel mindestens ein Quartal dazwischen, vor 2021 wird es diese Produkte vermutlich nicht in einem finalen Produkt zu kaufen geben. Zumal Comet Lake-S und die komplette neue 400er Plattform erst ab Ende Mai im Handel stehen wird, ein zweiter großer Produktstart binnen eines halben Jahres ist extrem unwahrscheinlich.

Update 28.04.2020 14:15 Uhr

Auf den ComputerBase-Bericht hat sich prompt ein Mainboardhersteller zu Wort gemeldet und erklärt, dass bei den kommenden Z490-Mainboards die neuste Revision zum Einsatz kommt, die keine Kompatibilitätsprobleme aufweisen soll. Alle neuen Boards sollen demnach mit dem B2-Stepping des LAN-Controllers ausgeliefert werden, Intel selbst listet in ihrer Datenbank nur das B1-Stepping des I225, hat jedoch über ein Spec-Update die neue Revision bereits vor einigen Wochen bestätigt, die alternativ auch V1 und V2 genannt wird.

Der neueste Intel-LAN-Treiber ab 1.0.0.30 soll das Problem zudem automatisch erkennen und bei der Nutzung einer älteren Revision die Geschwindigkeit automatisch auf 1 Gbit/s begrenzen, was den Packet Loss verhindert.

I225 und Workaround via Treiber plus Fix
I225 und Workaround via Treiber plus Fix (Bild: Intel)