Gigabyte Aero 15 OLED im Test: Lautstärke, Display und Akkulaufzeit

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Jan-Frederik Timm
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Lautstärke in Anwendungen und Spielen

Wie das größere Aero 17 HDR kann auch das Aero 15 OLED bei voller Auslastung der CPU bei der Geräuschkulisse überzeugen. Maximal 40 Dezibel, in der Regel eher konstant 38 Dezibel, können unter Volllast bei 62 Watt Package-Power 40 Zentimeter vor dem Display-Scharnier ermittelt werden. Das ist weder brüllend laut, noch nervt die Art des Geräusches, denn es ist ausschließlich rauschende Luft zu hören und die Drehzahl liegt konstant an. Das größere Aero 17 HDR ist mit 80 Watt Package-Power lauter. Wird die CPU auf 45 Watt Package-Power eingebremst, sinkt der maximale Messwert auf 37 Dezibel – hier liegt das Aero 15 OLED mit dem Aero 17 HDR gleichauf.

Lautstärke
Einheit: dB(A)
  • Anwendungen (Blender Benchmark):
    • Ryzen 9 4900HS (35 Watt, Asus G14)
      46,0
    • Core i9-9880HK (80 W, Aero 17)
      42,0
    • Core i7-10875H (62 W, Aero 15)
      39,0
    • Core i7-10875H (45 W, Aero 15)
      37,0
    • Core i9-9880HK (45 W, Aero 17)
      37,0
    • Core i7-9750H (45 W, Blade 15)
      34,0
  • Spiele (F1 2019):
    • Core i7-9750H (45 W, Blade 15)
      48,0
    • Ryzen 9 4900HS (35 Watt, Asus G14)
      46,0
    • Core i9-9880HK (80 W, Aero 17)
      45,0
    • Core i9-9880HK (45 W, Aero 17)
      44,0
    • Core i7-10875H (62 W, Aero 15)
      43,0
    • Core i7-10875H (45 W, Aero 15)
      41,0

Werden CPU und GPU in Spielen gefordert, steigt der Geräuschpegel noch einmal an. Maximal 43 Dezibel werden gemessen, wenn CPU und GPU auf jeweils höchster Stufe laufen. 41 Dezibel sind es bei der GPU in der ersten Stufe und der CPU bei konstant 45 Watt. Ein Razer Blade 15 mit Core i7-9750H und mobiler GeForce GTX 1660 Ti ist deutlich lauter.

Im Leerlauf laufen die Lüfter zu oft

Mit einem Thema hat aber auch das Aero 15 OLED noch zu kämpfen: dem Verhalten des Kühlsystems im Leerlauf. Während es Razer im Windows-Lager mittlerweile hinbekommen hat, die Lüfter bei Notebooks der Serien Blade und Blade Pro im Alltag und bei kurzen Alltagslasten (Browsing, Installationen) nicht aus der Ruhe zu bringen, drehen sie beim Aero 15 auch im Modus „Silent“ weiterhin hörbar fast durchgehend. Das Betriebsgeräusch ist niedrig und die Drehlzahl schwankt nicht, aber andere Notebooks schaffen in denselben Szenarien eben einen lautlosen Betrieb.

Display-Helligkeit und -Kontrast

Das OLED-Display ist nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis ein Highlight, das auf den ersten Blick aber heller leuchten dürfte. Bei einer ersten Messung konnte die Redaktion infolge des DisplayHDR-400-True-Black-Zertifikates erwartete 400 cd/m² nicht nachweisen, maximal 391 cd/m² wurden erreicht. Die Messung erfolgte allerdings bei vollständig weißem Desktop-Hintergrund und das OLED-Display des Aero 15 OLED verhält sich wie viele aktuelle Smartphones mit dieser Technologie: Je geringer der Weißanteil, desto höher fällt die Helligkeit auf hellen Teilflächen auf.

Anteil Weiß/Schwarz
Desktop
Maximale Helligkeit
10/90 Prozent 470 cd/m²
25/75 Prozent 440 cd/m²
50/50 Prozent 414 cd/m²
100/0 Prozent 391 cd/m²

Beim Aero konnte die Redaktion am Ende bis zu 470 cd/m² messen, wenn nur ca. ein Zehntel des Desktops weiß und der Rest schwarz eingefärbt war. Wurde diese Teilfläche über den Bildschirm gezogen, lag die Helligkeit an jedem Punkt über 400 cd/m². Das DisplayHDR-400-True-Black-Zertifikat trägt das Notebook also nicht nur zu Recht, sondern erfüllt es deutlich: Vorgaben sind mindestens 400 cd/m² bei 10 Prozent Weißanteil und dauerhaft mindestens 250 cd/m² bei vollständig weißer Fläche.

Zusammen mit dem stark spiegelnden Display ist Arbeiten im Homeoffice in der Sonne mit dem Aero 15 OLED bei hohem Kontrast der Inhalte so möglich, auf Dauer aber anstrengend. Hier bräuchte es schon über 600 cd/m².

Nicht ganz fair, aber andere Notebooks kommen mit Sonne besser zurecht
Nicht ganz fair, aber andere Notebooks kommen mit Sonne besser zurecht

Erstrahlt der Bildschirm vollständig in Weiß, ist die Helligkeit nicht überall gleich groß. Mit maximal 12 Prozent Abweichung vom Spitzenwert geht die Homogenität zwar noch in Ordnung und Lichthöfe sind mit bloßem Auge noch nicht sichtbar, Werte über 90 Prozent sind bei hochpreisigen Notebooks heutzutage allerdings keine Seltenheit mehr.

Homogenität und Helligkeit (komplett weißer Bildschirm)
Homogenität und Helligkeit (komplett weißer Bildschirm)

Überzeugen können beim Display zweifelsohne die Farben und der Kontrast, der bei OLEDs mit perfektem Schwarz gegen unendlich geht. Ein von Gigabyte auf dem Desktop des Testmusters abgelegtes Beispielvideo macht das sehr deutlich.

Alle Display-Messungen wurden mit in Windows deaktiertem HDR durchgeführt. Mit aktiviertem HDR konnten keine noch besseren Werte erzielt werden.

Akkulaufzeit Office und Video

Das 15,6 Zoll große UHD-Display und die potente Hardware-Plattform zollen der Akkulaufzeit Tribut, auch wenn die Helligkeit auf die von ComputerBase stets genutzten 200 cd/m² (kalibriert auf weißem Hintergrund) deutlich gesenkt wird. Ein Rettungsschirm sind der mit 94 Wh sehr große Akku und Nvidia Optimus, das die GeForce schlafen legt, wenn sie nicht benötigt wird.

Im PCMark 10 (Modern Office) sind bei aktivierter Tastaturbeleuchtung so sechs Stunden, im YouTube-Streaming-Test (720p über WLAN) knapp siebeneinhalb Stunden drin. Das ist deutlich weniger, als Ultrabooks mit 15-Watt-CPU und FHD-Display schaffen. Für ein Notebook der Klasse eines Aero 15 OLED ist es allerdings trotzdem ein guter Wert. Ein XMG Fusion 15 mit 15 Zoll großem Full-HD-Display und 93-Wattstunden-Akku hält über eine Stunde länger durch, bietet aber eben auch nur FHD..

PCMark 10 Modern Office 200 cd/m²
Einheit: Stunden, Minuten
    • Asus ExpertBook B9450FA (Core i7-10510U)
      19:48
    • Acer Swift 3 (Core i7-1065G7)
      12:45
    • XMG Fusion 15 (Core i9-9750H)
      7:45
    • Gigabyte Aero 17 HDR (Core i9-9880HK)
      6:25
    • Gigabyte Aero 15 OLED (Core i7-10875H)
      6:03
    • Asus Zephyrus G14 (Ryzen 9 4900HS)
      5:26
    • HP Pavilion 15 (Ryzen 7 3750H)
      4:41
    • Razer Blade Pro (Core i9-9750H)
      3:38
    • Asus Zephyrus S GX701 (Core i9-9750H)
      3:26

RGB-LED-Beleuchtung kostet Laufzeit

Wer abseits der Steckdose möglichst lange einsatzfähig bleiben will, sollte allerdings tunlichst darauf achten, dass die RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung der Tastatur deaktiviert ist – sie kostet im Akkutest eine (PCMark 10) bis fast zwei Stunden (YouTube) Laufzeit.

YouTube-Streaming 200 cd/m²
Einheit: Stunden, Minuten
  • Microsoft Edge:
    • Asus ExpertBook B9450FA (Core i7-10510U)
      22:20
    • Acer Swift 3 (Core i7-1065G7)
      14:17
    • Gigabyte Aero 15 OLED (Core i7-10875H)
      7:23
    • Asus Zephyrus G14 (Ryzen 9 4900HS)
      5:23
    • HP Pavilion 15 (Ryzen 7 3750H)
      4:43

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