Bowflex Max Trainer M8 im Test: Fazit

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Frank Hüber 99 Kommentare

Bowflex Max Trainer M8: Analog und digital überzeugend

Als Fitnessgerät überzeugend

Der Bowflex Max Trainer M8, eine Kombination aus Stepper und Crosstrainer, überzeugt mit einer soliden Verarbeitung, einem modernen Design und einer hohen Stabilität, an der es im Test über knapp drei Monate nichts auszusetzen gibt. Der Aufbau ist ebenso einfach wie durchdacht gestaltet, die Anleitung sehr gut aufgeteilt und alle benötigten Werkzeuge, so man sie denn einsetzen möchte, werden mitgeliefert.

Während des Testzeitraumes gab es keine Probleme beim Einsatz des M8, weder mechanischer Natur noch hinsichtlich des Displays oder der App-Anbindung. Die Erfahrung von Bowflex in diesem Bereich zahlt sich für den Nutzer aus. Angesichts eines Preises von 2.499 Euro im Sportfachhandel darf aber auch nichts anderes geboten werden. Nutzt man die App-Unterstützung mit einem individuellen Training, kommen Kosten für das Abo in Höhe von 15,99 Euro pro Monat oder 159,99 Euro im Jahr hinzu.

Haptische Verbesserungen möglich

Wie geschildert gibt es einzelne Elemente am Max Trainer M8, die haptisch Verbesserungspotenzial bieten, auch wenn sie in ihrer Funktionalität keinen Anlass für Kritik bieten. Das Geräusch der Widerstandstasten sowie diese Tasten selbst fallen etwas ab und vermitteln nicht die haptische Wertigkeit, die man bei 2.500 Euro erwartet – auch wenn sie robust sind. Der Kunststoff der oberen, kleinen Ablageschale für ein Smartphone fällt ebenso hinter dem hochwertigen Eindruck des restlichen Geräts ab. Gleiches gilt für die Kunststoffabdeckung des Displays, die schon nach mehrmaligem Abwischen deutliche Reinigungsspuren in Form feiner Kratzer aufweist. Eine härtere Abdeckung stünde dem Display deutlich besser.

App-Anbindung und KI-Plattform überzeugen

Durch die App-Anbindung profitiert der Max Trainer M8 von Bowflex enorm. Auch ohne kostenpflichtiges Abonnement ist die App, die im Test keinerlei Fehlfunktionen aufwies, ein deutlicher Gewinn, da sie unter anderem Videos und ein Trainingstagebuch bietet. Das volle Potenzial entfaltet die App aber tatsächlich erst durch das kostenpflichtige Abonnement, da dann nicht nur ein individueller Trainingsplan, bei dem die eigenen, bisherigen Ergebnisse berücksichtigt werden, angeboten wird, sondern zusätzliche Trainingsvideos bereitstehen, die die Motivation deutlich erhöhen. Auch wenn es keine individuellen Echtzeittrainings sind, erhöhen diese abwechslungsreichen Videos die Lust am Trainieren enorm und stärker, als der Tester es vorab selbst vermutet hätte. Den eigenen Trainingsverlauf und das nächste Training immer auf der App einsehen zu können, motiviert zusätzlich. Hier kommen IT-affine Nutzer auf ihre Kosten.

Das Training ist tatsächlich individuell

Der Test hat zudem gezeigt, dass die individuellen Trainingspläne, mit denen Bowflex die KI-Plattform und vor allem das „KI“ bewirbt, keine reinen Marketing-Floskeln sind. ComputerBase hat im Testzeitraum mehrere verschiedene Accounts angelegt, bei denen Alter, Gewicht und Fitness variiert und der anfängliche Fitnesstest diesen Angaben entsprechend unterschiedlich gut gemeistert wurde. Die Folge waren deutlich abweichende Trainingspläne, die sich unterschiedlich schnell an die Ergebnisse in den darauffolgenden Trainings anpassen. Wer demnach tatsächlich ein Training möchte, bei dem er an die Hand genommen wird, erhält durch die „KI-Plattform“ und die App JRNY eine sehr gute Unterstützung.

Ein Abo für bis zu vier Nutzer auf einem Gerät

Im Test ließen sich auf einem iPad vier Benutzer in der App anlegen, wobei nur ein einziges kostenpflichtiges Abonnement notwendig war, damit alle vier Anwender in der App als Abonnenten gekennzeichnet werden und auf alle Funktionen zugreifen können. In der Tat ist es so, dass mit einem Abo bis zu vier Nutzer in der JRNY-App erstellt und synchronisiert werden können. Jeder Nutzer kann dann auch ein eigenes Tablet nutzen, sich dort in seinen Account einloggen und sich mit dem M8 verbinden. Sofern sich mehrere Nutzer für den Bowflex Max Trainer M8 im Haushalt finden, relativiert dies den Preis des Abos deutlich.

Anbindung an Apple Health und die Apple Watch

Wie bereits erwähnt stand als einer der größten Kritikpunkte für Apple-Nutzer die fehlende Apple-Health-Integration bis kurz vor Veröffentlichung des Tests an dieser Stelle. Dies hat sich mit dem letzten App-Update jedoch geändert und Trainings auf dem Max Trainer M8 werden neben Google Fit nun auch in die Aktivitäten von iOS und Apple Health integriert. So fühlt sich der M8 für Apple-Watch-Nutzer tatsächlich erst rundum verbunden.

Keinerlei Probleme bei der Verbindung

Die Bluetooth-Verbindung zwischen Bowflex Max Trainer M8 und Tablet erwies sich im Test als durchweg stabil und problemlos. Es kam bei keinem Training zu Verbindungsabbrüchen oder Übertragungsproblemen. Sämtliche Aktionen des Nutzers auf dem Fitnessgerät werden ohne störende Verzögerung auf der Anzeige des Tablets umgesetzt.

Die Verzahnung des eigenen Angebots kann noch erhöht werden

Unter dem Stichwort „Explore The World“ kann der Nutzer des Bowflex Max Trainer M8 an unterschiedlichen Orten der Welt virtuell laufen. Die Qualität der Videos überzeugt dabei aber ebenso wenig wie die Verzahnung mit der JRNY-App. Denn eine Verbindung zwischen der RunSocial-App, die für „Explore The World“ genutzt wird, und der JRNY-App gibt es nicht. Ein Training in RunSocial taucht nur dort auf, nicht aber in der JRNY-App. Hier sollte Bowflex an einer nahtlosen Verbindung des eigenen Angebots arbeiten und eine zentrale Plattform für alle Geräte und Angebote schaffen, so dass der Trainingsfortschritt aus allen Anwendungen und von allen Geräten in einer zentralen App zusammenläuft.

Zudem sind einzelne Wörter oder Sätze des virtuellen Trainers „Max“ noch etwas holprig, hier bedarf es ähnlich wie zur Anfangszeit des Google Assistant noch ein wenig Feinschliff bei der Sprachausgabe. Auch etwas mehr Abwechslung würde der deutschen Umsetzung guttun, denn so hört man, wenn 100 Kalorien verbrannt sind oder das Training beendet ist, häufig dieselben Phrasen.

Individualität durch KI steigert Motivation

Der Bowflex Max Trainer M8 hinterlässt im Test einen durchweg positiven Eindruck und zeigt, dass ein App-gestütztes Training auch zuhause deutliche Vorteile gegenüber dem rein analogen Training an einem Heimtrainer bieten kann. Obschon dies sowohl bei der Anschaffung des Geräts als auch durch monatliche Kosten kein Schnäppchen ist, das sich jeder bereit ist zu leisten, profitiert das Training im Bereich der Langzeitmotivation enorm von den neuen Möglichkeiten, die eine App-Anbindung bietet. Ein videogestütztes Training, das zudem individuell einen Trainingsplan anhand der eigenen Leistung bietet, motiviert auf Dauer deutlich mehr als das analoge Fitnessgerät in der Ecke, auf dem die immer gleichen Trainingseinheiten absolviert werden. In dieser Hinsicht bietet ein App-gestütztes Training dann sogar Vorteile im Vergleich zu einem Fitnessstudio, bei dem es eine solche Anbindung an das allgegenwärtige und immer mitgeführte Smartphone nicht gibt.

Video-Training: Widerstand automatisch einstellen

Eine Funktion, die die Kommunikation zwischen App und Max Trainer M8 weiter erhöhen würde, wäre ein automatisches Umstellen des Widerstandes beim Video-Training an die jeweils vom Trainer vorgegebene Einstellung. So könnte nicht nur der M8 die App mit Daten versorgen, sondern diese die jeweilige Einstellungen direkt auf der Maschine anpassen. Hierfür müssten die Trainingsvideos um entsprechende Metadaten erweitert werden.

Die beiden Eingangsfragen, ob sich ein App-gestütztes Fitnessgerät generell lohnt und dies auch beim Bowflex Max Trainer M8 der Fall ist, können somit ohne zu zögern mit „Ja“ beantwortet werden. Schon jetzt kann man privat von den Möglichkeiten der Vernetzung deutlich profitieren, weil das Training nicht nur individuell wird, wie der Max Trainer M8 gezeigt hat, sondern vor allem auch die Motivation deutlich erhöht wird.

ComputerBase hat den Max Trainer M8 leihweise von Bowflex zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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