Valorant im Test: Benchmarks mit GPUs und CPUs von High-End bis Einstieg

Wolfgang Andermahr 290 Kommentare
Valorant im Test: Benchmarks mit GPUs und CPUs von High-End bis Einstieg

tl;dr: Valorant ist ein neues F2P-Spiel der League-of-Legends-Entwickler. Die Grafik des Taktik-Ego-Shooters ist zweckmäßig: Optische Tristesse ermöglicht auf aktueller Hardware bisweilen extrem hohe FPS. Selbst auf alten PCs oder Einsteiger-GPUs sind dreistellige Werte möglich. Interessant ist der Einfluss der GPU-Architektur.

Update 05.06.2020 11:54 Uhr

ComputerBase hat sich die Performance von Valorant jetzt auch noch auf insgesamt 12 verschiedenen Prozessoren angesehen. Dabei zeigen sich teils große Unterschiede zwischen den Kandidaten, wenngleich die CPU nie den Unterschied zwischen spiel- und unspielbar ausmacht. Darüber hinaus gibt es weitere Benchmarks von Low-End-Grafikkarten wie der GeForce GT 1030 und auch in CPU integrierte GPUs sind mit dabei – inklusive eines Notebooks mit AMDs Renoir-APU in Form des Ryzen 9 4900HS als 35-Watt-Topmodell.

League of Legends (LoL) von Riot Games aus dem Jahr 2009 ist auch Anfang 2020 immer noch eines der am häufigsten gespielten PC-Spiele. Nun haben die Entwickler ihr zweites Machwerk fertiggestellt, das wieder Massen online begeistern soll, allerdings nicht unterschiedlicher hätte ausfallen können.

Denn Valorant ist ein Taktik-Ego-Shooter mit Heldenelementen und damit eine Mischung aus Counter-Strike, Rainbow Six: Siege und Overwatch. Gleich geblieben ist aber das Erfolgsrezept von LoL: Auch Valorant ist Free-2-Play und stellt nur geringe Anforderungen an den PC – es ist also grundsätzlich für jedermann verfügbar. Ärgerlich vor dem ersten Spielen ist nur der aufdringliche Cheat-Schutz, der sich tief ins System einnistet und gar einen Neustart erfordert. Wie niedrig die Anforderungen an den PC allerdings wirklich sind, klärt die Redaktion im nachfolgenden Test.

Valorant sieht... zweckmäßig aus

Valorant setzt auf die Unreal Engine 4, verzichtet aber auf eine Low-Level-API – es kommt DirectX 11 zum Einsatz. Die Grafik ist im Comic-Stil gehalten, was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Optik nicht mehr als zweckmäßig ist. Valorant ist zwar kein hässliches Spiel, aber egal ob Charaktermodelle, Effekte, Texturen, Beleuchtung, Schatten, Objektdichte und noch so einiges anderes, die Qualität kommt selbst mit höchster Qualität nicht im Ansatz an einen Titel aus dem Jahre 2020 heran.

Das soll aber eben auch so sein, denn nur so wird sichergestellt, dass das Multiplayerspiel auf jedem „Wald-und-Wiesen-PC“ läuft. Und wie die Benchmarks auf der nächsten Seite zeigen werden, ist das Unterfangen gelungen. Auch eine aktuelle Einsteiger-Grafikkarte ist für dreistellige Frameraten in 1.920 × 1.080 ausreichend.

Overlays und Limiter, aber sonst wenig Komfort

Die PC-Version von Valorant hat das Grafikmenü an die Grafikqualität angepasst. Es wird nur das Nötigste geboten, mehr gibt es nicht. Dabei verzichtet das Spiel selbst auf Grafik-Presets, was durchaus überrascht. Denn gerade für Spieler mit wenig Erfahrung sind Presets deutlich einfacher zu verstehen als einzelne Grafikoptionen.

Was das Spiel genug zu bieten hat, sind FPS-Limiter. So gibt es separate Limiter für das Spiel selbst, für den Batteriebetrieb auf Notebooks, für das Menü und für den Fall, dass das Spiel im Bildschirmhintergrund ist. Die Limiter können völlig frei in der Framerate konfiguriert werden.

Darüber hinaus bietet das Spiel Overlays für die Framerate, die Frametimes, den Ping, den Packetverlust und die Server-Tickrate. Diese können wahlweise als Zahlenwert, als Verlaufsdiagramm oder in beiden Darstellungen ausgegeben werden.

Mehr Optionen gibt es nicht. Auch kein Down- oder Upsampling, keinen Schärfefilter oder erklärende Beispielscreenshots.

Keine Presets, Grafikoptionen jedoch mit riesigem Einfluss

Valorant verzichtet auf Grafik-Presets. Stattdessen gibt es einzelne Optionen, die entweder zwei oder drei Einstellungen zulassen. Optisch sind Unterschiede vorhanden, allerdings sind sie nicht allzu groß. Primär leiden die Texturen und die ohnehin geringe Detaildichte weiter.

Die Auswirkungen auf die Performance sind hingegen groß. Vor allem dann, wenn das Spiel am GPU-Limit agiert, legt die Framerate mit verringerten Details massiv zu. Dann lässt sich die Geschwindigkeit mehr als verdoppeln, teils gar verdreifachen.

Klassisches MSAA und Probleme bei der Auflösung

Valorant bietet überraschenderweise keine Post-Processing-Kantenglättung, sondern setzt auf klassisches Multi-Sampling-Anti-Aliasing in den Stufen 2× und 4×. MSAA funktioniert in Valorant gut. Es gibt keine Unschärfe und sämtliche Elemente werden von der Kantenglättung erfasst. Die Stufe 4× ist dabei ratsam, denn diese verbessert die Bildruhe gegenüber 2× sichtbar. Apropos Bildruhe: Diese ist in Valorant zwar nicht perfekt, aber auch in Full HD hält sich das Flimmern in Grenzen.

Wer die Bildqualität sowie die Bildruhe von Valorant durch treibereigenes Downsampling verbessern will, wird enttäuscht. Auf dem Testsystem werden höhere Auflösungen zwar erkannt, doch funktioniert dann der Fullscreen-Modus nicht mehr korrekt, sodass die zusätzlichen Pixel außerhalb des Bildschirmbereichs angezeigt werden. Das Spiel ist so nicht spielbar.

Auf der nächsten Seite: GPU sowie CPU-Benchmarks, Frametimes und das Fazit