Kompakte 800 MB/s: Sony bringt erste CFexpress-Speicherkarten vom Typ A

Michael Günsch 24 Kommentare
Kompakte 800 MB/s: Sony bringt erste CFexpress-Speicherkarten vom Typ A
Bild: photoscala

Für Speicherkarten des Standards CFexpress sind drei Formate vorgesehen. Bisher ist aber nur das mittelgroße Format Typ B im Handel angekommen. Sony hat nun die nach eigenen Angaben weltweit erste CFexpress-Speicherkarte vom kleineren Typ A vorgestellt. Bis zu 160 GB Speicherplatz und 800 MB/s werden geboten.

Der Standard CFexpress steht für CompactFlash-Speicherkarten, die intern auf PCI Express und das NVMe-Protokoll setzen. Im März 2019 waren mit den Spezifikationen für CFexpress 2.0 drei Formfaktoren definiert worden, die sich sowohl bei den Abmessungen als auch der Schnittstelle und damit der Geschwindigkeit zur Datenübertragung unterscheiden. Typ B mit den Abmessungen der XQD-Karten und zwei PCIe-3-Lanes machte den Anfang und ist bereits im Handel von diversen Herstellern mit Transferraten von bis zu 1.700 MB/s und Speicherkapazitäten von 64 GB bis 1 TB erhältlich.

Erste CFexpress-Speicherkarten vom Typ A

Jetzt lässt Sony die ersten CFexpress-Karten vom Typ A folgen, die zum einen deutlich kleiner (siehe Tabelle), zum anderen durch nur eine PCIe-Lane auch langsamer ausfallen. Das theoretische Limit der Schnittstelle liegt mit 985 MB/s (brutto) bei der Hälfte von Typ B mit PCIe 3 x2 und einem Viertel der noch nicht erhältlichen, wesentlich größeren Typ-C-Karten mit PCIe 3 x4. Sony nennt für die beiden Modelle mit 80 GB (CEA-G80T) und 160 GB (CEA-G160T) sequenzielle Transferraten von 800 MB/s lesend und 700 MB/s schreibend in der Spitze. Die Leistung soll laut Sony genügen, um etwa „1.000 unkomprimierte RAW-Bilder ohne Unterbrechung zu fotografieren oder um 4K 120p Filme mit hohen Bitraten aufzunehmen“. Fußnoten in der Pressemitteilung weisen darauf hin, dass die tatsächliche Leistung je nach Nutzung und System abweichen kann und dass mit „hoher Bitrate“ in diesem Fall „10-Bit-Tiefe und 4:2:2-Farbabtastung, All Intra-Aufnahme, bei Aufnahmen in Zeitlupe“ gemeint ist.

CFexpress Formfaktoren
Typ A Typ B Typ C
Abmessungen 20 mm × 28 mm × 2,8 mm 38,5 mm × 29,8 mm × 3,8 mm 54 mm × 74 mm × 4,8 mm
Schnittstelle PCIe Gen 3 x1 PCIe Gen 3 x2 PCIe Gen 3 x4
Protokoll NVMe 1.3
Durchsatz (brutto) 985 MB/s 1.969 MB/s 3.938 MB/s

Von dieser Leistung sollen insbesondere Profis im Kreativbereich profitieren. Dank Wärmeableiter auf Basis einer speziellen Legierung sollen auch längere Videoaufnahmen mit hoher Bitrate möglich sein. Sony hebt außerdem die Stoßfestigkeit und Resistenz gegen das Eindringen von Staub und Wasser hervor.

Alpha 7S III unterstützt die neuen Karten

Kein Zufall ist, dass Sony am heutigen Tage mit der Alpha 7S III eine passende Digitalkamera vorstellt, die als erste DSLM-Kamera auf den neuen CFexpress-Typ-A-Standard setzt, parallel aber auch einen Slot für die weiter verbreiteten SD-Karten besitzt.

Datenrettung und Kartenleser

Mit der Memory Card File Rescue Software bietet Sony ein Tool an, mit dem versehentlich gelöschte Bilder und Videos wiederhergestellt werden. Die Diagnose-Software Media Scan Utility soll demnächst ein Update erhalten, damit diese auch bei CFexpress-Typ-A-Karten den Anwender zum Beispiel darüber informiert, wenn sich der Grenzwert der Schreib-/Lesezyklen nähert. Zu den möglichen Zyklen liegen allerdings keine Angaben vor.

Kartenlesegerät MRW-G2
Kartenlesegerät MRW-G2 (Bild: Sony)

Mit dem MRW-G2 hat Sony zudem einen passenden Kartenleser vorgestellt, der sowohl CFexpress Typ A als auch SD-Karten (SDXC/SDHC) unterstützt. An den Computer wird er über USB-Typ-C mit 10 Gbit/s (USB 3.2 Gen 2) angeschlossen, womit ausreichend Geschwindigkeit zur Verfügung steht, sofern das Hostsystem den gleichen USB-Standard bietet.

Preise und Verfügbarkeit

Stolze 229 Euro (UVP) kostet der Einstieg für die 80-GB-Karte Sony CEA-G80T, während für doppelt so viel Speicher (CEA-G160T) 439 Euro verlangt werden. Zusammen mit dem Kartenlesegerät (139 Euro) sollen die CFexpress-Karten ab September 2020 erhältlich sein.

Der Aufpreis zu SDXC-Karten ist sehr hoch, doch erreichen diese im besten Fall nur 300 MB/s.