Lenovo Tab P11 im Test: Laufzeiten, Kamera und Fazit

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Michael Schäfer
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Pluspunkte bei den Laufzeiten

So durchschnittlich die Leistungsmessungen ausfallen, so gut präsentiert sich das Tablet bei den Laufzeiten, auch wenn es sich dem Fire HD 10 von Amazon geschlagen geben muss. Bei den Messungen per YouTube-Endlosschleife musste das P11 erst nach rund 11,5 Stunden wieder an ein Ladegerät angeschlossen werden – das Amazon-Tablet lief hier genau zwei Stunden länger. Zur Ehrenrettung muss aber angemerkt werden, dass das P11 ein größeres Display mit einer etwas höheren Auflösung zu versorgen hat.

Diagramme
YouTube-Akkutest 200 cd/m²
    • Amazon Fire HD 8 (Fire OS 7.3.1.4)
      16:50
    • Amazon Fire HD 8 (Plus) (Fire OS 7.3.1.4)
      16:50
    • Huawei MatePad Pro (Android 10) (Browser)
      16:07
    • Samsung Galaxy Tab S6
      15:21
    • Samsung Galaxy Tab S5e
      14:38
    • Amazon Fire HD 10 (2019) (Fire OS 7.3.1.1)
      13:34
    • Samsung Galaxy Tab S4 (Android 8.1)
      12:59
    • Apple iPad (2018) (iOS 11.3)
      12:56
    • Apple iPad Pro (2016) 9,7" (iOS 9.3.1)
      12:20
    • Apple iPad Air 2 (iOS 8.3)
      11:56
    • Huawei MatePad Pro (Android 10)
      11:54
    • Huawei MediaPad M5 (Android 8.0)
      11:50
    • Lenovo Tab P11
      11:34
    • Apple iPad mini 2 (iOS 9.1)
      11:29
    • Google Pixel C (Android 6.0.1)
      11:27
    • Samsung Galaxy Tab A 10.1 (2019)
      11:24
    • Apple iPad Air (2019) (iOS 12.2)
      11:23
    • Apple iPad Pro (2017) 12,9" (iOS 10.3.2)
      11:15
    • Apple iPad Pro (2017) 10,5" (iOS 12.1)
      11:15
    • Dell Venue 8 7840 (Android 4.4.4)
      11:07
    • Samsung Galaxy Tab S7+ (Android 10)
      10:47
    • Samsung Galaxy Tab S6 Lite (Android 10)
      10:43
    • Huawei MediaPad X1 7.0 (Android 4.2.2)
      10:35
    • Apple iPad (2020) (iPadOS 14.0.1)
      10:20
    • Google Nexus 9 (Android 6.0)
      10:15
    • Apple iPad Air (2020) (iPadOS 14.1)
      10:10
    • Amazon Fire HD 10 (2017) (Fire OS 5.5.0.0)
      10:06
    • Apple iPad Pro (2018) 11" (iOS 12.1)
      10:02
    • Amazon Fire HD 8 (2018) (Fire OS 6.3.1.5)
      9:22
    • Sony Xperia Z4 Tablet (Android 5.0.2)
      8:58
    • Lenovo Yoga Tab 3 Pro (Android 5.1)
      8:30
    • Samsung Galaxy TabPro S (Windows 10)
      8:30
    • Apple iPad Pro (2015) 12,9" (iOS 9.1)
      7:56
    • Huawei MediaPad M2 10.0 (Android 5.1.1)
      7:36
    • Huawei MateBook m5 (Windows 10)
      7:28
    • Acer Aspire Switch Alpha 12 i5 (Windows 10)
      6:48
    • Lenovo ThinkPad X1 Tablet (Windows 10)
      6:47
    • Microsoft Surface 3 (Windows 8.1)
      6:37
    • Sony Xperia Z3 Tablet Compact (Android 4.4.4)
      6:26
    • Microsoft Surface Pro 3 i5 (Windows 8.1)
      6:02
    • Microsoft Surface Pro 4 i5 (Windows 10)
      6:00
    • Telekom Puls (Android 5.0)
      6:00
    • Nvidia Shield Tablet (Android 5.0.1)
      5:42
    • Microsoft Surface Pro 4 m3 (Windows 10)
      5:30
    • Acer Aspire Switch 10 (Windows 8.1)
      4:56
    • Microsoft Surface Book i7 (Tablet) (Windows 10)
      2:30
Einheit: Stunden, Minuten

Etwas anders sah es beim Akkutest von PCMark aus, bei dem diverse produktive Nutzungsszenarien simuliert werden. Hier liefert das Tab P11 mit 12:47 Stunden die zweitbeste bisher in einem Test auf ComputerBase ermittelte Laufzeit – beim Fire HD 10 gingen bereits eine Stunde vorher die Lichter aus. Das zeigt wiederum, wie effektiv der verbaute Snapdragon 662 agiert, denn das SoC hat in diesem Test einen großen Einfluss.

Durchschnittliche Kamera

Das Tab P11 verfügt über eine Hauptkamera mit einer Auflösung von 13 Megapixeln. Das ist für ein Tablet dieser Preisklasse durchaus ordentlich, doch wie so oft sagt auch hier die Auflösung nichts über die eigentliche Qualität des verbauten Sensors aus.

Die Kamera ragt beim Tab P11 etwas heraus
Die Kamera ragt beim Tab P11 etwas heraus

Die mit der Hauptkamera aufgenommenen Bilder sehen bei vernünftigen Lichtverhältnissen gut aus, bereits bei bedecktem Himmel wirken Farben flau und Konturen jedoch unscharf. Das ist in diesem Szenario auch verzeihlich, nur selten dürfte jemand mit seinem Tablet draußen Bilder machen. Aber in geschlossenen Räumen sollte ebenfalls ausreichend Licht vorhanden sein, dann sind die Bilder zumindest als Schnappschüsse brauchbar. Der eingebaute Blitz hilft nur geringfügig, zumindest nicht bei Objekten, die weiter als einen Meter von der Kamera entfernt sind. Ein HDR-Modus steht auf Wunsch zur Verfügung, bei den gemachten Testaufnahmen ließ sich jedoch kein sichtbarer Unterschied zu normalen Aufnahmen erkennen.

Lenovo Tab P11 Kamera

Die hohe Auflösung spielt ihre Stärken vor allem beim Scannen von Dokumenten aus, die eine gute Grundlage zur weiteren Verarbeitung bieten. Dafür bietet Lenovo einen eigenen Modus an, der gleichzeitig perspektivische Verzerrungen beheben soll. Das klappt in der Realität nicht immer zuverlässig, daher sollte eine solche Korrektur lieber dafür ausgerichteten Programmen überlassen werden. Darüber hinaus sollte auch hier für gutes Licht gesorgt werden: Der eingebaute LED-Blitz kann zwar helfen, unschöne Schattierungen zu verhindern, sorgt aber zu oft für überbelichtete Punkte, die das Dokument an den entsprechenden Stellen unleserlich und damit für eine Texterkennung unbrauchbar machen.

Die vorderseitig verbaute Kamera besitzt eine Auflösung von 8 Megapixeln und eignet sich gut für Videokonferenzen – doch auch hier muss das Licht stimmen. Da Lenovo für die Aufnahmeeinheit keine LED-Unterstützung vorgesehen hat, muss diese extern hinzugefügt werden – dann ist aber wenigstens dafür gesorgt, dass das Gegenüber einen gut erkennt.

Beide Kameras nehmen Videos in 1080p mit einer variablen Bildwiederholungsrate (bei Testaufnahmen wurden bis zu 42 FPS erreicht) auf. Spielereien werden nicht viele mitgeliefert, so enthält die Kamera einen Porträtmodus und den obligatorischen Spiegel.

Fazit

Lenovo hat mit dem Tab P11 einerseits ein solides Universal-Tablet erschaffen, voll ausgeschöpft wird das Potential aber nicht und das liegt auch an Android.

Ein 11 Zoll großes Display mit hoher Auflösung, guter Farbwiedergabe und Stiftunterstützung für einen Anfangspreis von 249 Euro sind eine klare Ansage und sprechen für das Tablet. Dazu gibt es 4 GByte Arbeitsspeicher und mit 64 GByte ein noch ausreichenden Speicherplatz für eigene Inhalte – und für zusätzliche 50 Euro 6 GByte RAM und 128 GByte Speicher. Zudem ist ein stromsparender und für Alltagsaufgaben gut gewappneter Prozessor mit langer Laufzeit zu nennen – und das alles in einem solide verarbeiteten Gehäuse.

Demgegenüber steht Android 10, das auch noch bei den monatlichen Sicherheitspatches Federn lassen muss. Da Lenovo in der Vergangenheit nicht durch übermäßige Updates aufgefallen ist, sollten Interessierte auch dieses Mal nicht unbedingt auf Aktualisierungen hoffen. Dazu kommt der nicht vorhandene Kopfhöreranschluss, womit ein entsprechendes kabelgebundenes Gerät nur über einen extra gekauften Adapter am USB-C-Anschluss verwendet werden kann – dieser aber wie bei vielen anderen Tablets für eine Nutzung im Querformat sehr ungünstig liegt. Der Griff zu einer Bluetooth-Lösung geht dann mit den entsprechenden Laufzeiten und der eingeschränkten Kopfhörerwahl einher.

Lenovo Tab P11 im Test

Neutral zu beurteilen sind dagegen die verbauten Kameras, die bei gutem Licht brauchbare Ergebnisse liefern, aber nicht mit denen von Mittelklasse-Smartphones mithalten. Gleiches gilt für die integrierten Lautsprecher, die für ihre Größe einen guten Klang bieten, aber nicht an auch nur halbwegs vernünftige externe Lösungen heranreichen und zudem beim Halten im Querformat zumindest teilweise zu schnell von der Hand abgedeckt werden können.

Lenovo Tab P11 (6 GB/128 GB)
Produktgruppe Tablets, 23.02.2021
  • Display
    +
  • Leistung Produktiv
    O
  • Leistung Unterhaltung
    +
  • Laufzeit
    +
  • Verarbeitung
    +
  • 11 Zoll großes Display
  • hochauflösendes Display
  • gute Verarbeitung
  • lange Laufzeiten
  • Android 10
  • kein Kopfhöreranschluss

ComputerBase wurde das Tab P11 leihweise von Lenovo für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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