InkPad Color im Test: Übertragen von Inhalten, Apps und Fazit

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Michael Schäfer
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Direkt von der Quelle

Auch in Sachen Aufspielen von Inhalten hat sich gegenüber den bisherigen Readern von PocketBook nichts geändert. Nach wie vor bietet der Hersteller eine Fülle an unterstützten Quellen, die wiederum selbst eigene Möglichkeiten bieten. Egal ob klassisch über die USB-Verbindung oder die Speicherkarte, den seit einiger Zeit eingebundenen Onlineshop, die eigenen Cloud-Dienste wie PocketBook-Sync oder PocketBook Cloud oder den integrierten Dropbox-Zugang: Die gebotenen Möglichkeiten sind vielfältig. Selbst das Befüllen über den eigenen Webbrowser ist möglich – dann entweder über einen beliebigen anderen Shop oder über die zahlreichen kostenlosen Zugänge zu neuem Lesematerial wie das Projekt Gutenberg. Auf Wunsch kann über den Browser auch auf andere Cloud-Speicherdienste oder das heimische NAS zur Befüllung zugegriffen werden.

InkPad Color (links) und InkPad 3 Pro (rechts) im Größenvergleich
InkPad Color (links) und InkPad 3 Pro (rechts) im Größenvergleich

Die digitalen Bücher müssen lediglich in einem der unterstützten Formate vorliegen – bei der großen Formatunterstützung sollte das aber kein Problem sein. Bei den mit einem Rechtemanagement versehenen Formaten fand bisher nur das Schutzsystem von Adobe für Epub und PDF Verwendung, mit dem Update auf die Firmware-Version auf U741.6.3.560 wird auch das LCP-DRM-Verfahren unterstützt, das vor allem bei der Onleihe in Zukunft den Schutz der Wahl darstellen soll.

Sind die Inhalte erst einmal aufgespielt, lässt auch deren Verwaltung erneut kaum Wünsche offen. Die Bücher können neben den bekannten grundlegenden Funktionen wie dem Sortieren nach Titel, Name des Autors oder Hinzufüge- und Öffnungsdatum nach bestimmten Kriterien oder Schlagwörtern gefiltert werden. Ebenso möglich ist das Erstellen eigener Sammlungen. Sollte die eigene Bibliothek einmal angewachsen sein, hilft die schnell agierende Suchfunktion beim Finden eines geeigneten Lesestoffes.

Comics machen auf dem InkPad Color spaß
Comics machen auf dem InkPad Color spaß

Reichliche App-Ausstattung

Neben der Darstellung von Texten als Hauptaufgabe führt das InkPad Color zahlreiche Applikationen mit sich, welche die Verwendungsmöglichkeiten des E-Book-Readers erweitern sollen. So können unter anderem auch dieses Mal Texte über die integrierte Text-to-Speech-Funktion vorgelesen werden. Zwar kommt die sprachliche Qualität nach wie vor nicht an jene von professionell eingesprochenen Hörbüchern heran, dennoch können sich Situationen auftun, in denen sich die Funktion als durchaus nützlich erweisen könnte.

Das InkPad Color verfügt ebenso über viele zusätzliche Applikationen
Das InkPad Color verfügt ebenso über viele zusätzliche Applikationen

Neu ist dagegen die direkte Unterstützung der Onleihe als App, die sowohl der PocketBook Color wie auch die beiden vorangegangenen InkPad-Generationen noch nicht besitzen. Es sollte aber davon ausgegangen werden, dass ältere Lesegeräte des Schweizer Herstellers diese Funktionalität absehbar via Firmware-Update erhalten werden.

Auch bei den Audio-Inhalten hat sich im Grunde nichts geändert. Nach wie vor werden diese über zwei Apps unterstützt: Die Hörbuch-App bietet alle nötigen Funktionen für eine bequeme Wiedergabe von Hörbüchern und Hörspielen. Neben den gängigen Formaten MP3, OGG und M4B werden auch ZIP-Dateien unterstützt, die vor allem bei der Übertragung gegenüber dem Aufspielen vieler kleiner Dateien mit einem nicht unerheblichen Zeitvorteil aufwarten. Im Player selbst wird das Hörbuch dann in seiner kompletten Länge angezeigt. Darüber hinaus wartet die App mit Funktionen wie Lesezeichen oder der Fortsetzung der Wiedergabe an der vorher gestoppten Stelle auf.

Auch Hörbücher lassen sich wieder mit dem InkPad Color wiedergeben
Auch Hörbücher lassen sich wieder mit dem InkPad Color wiedergeben

Der Musik-Player richtet sich, wie der Name schon sagt, eher an die Wiedergabe von Musikinhalten und ist daher deutlich einfacher gestaltet. Hier werden lediglich MP3-, OGG- und M4B-Dateien unterstützt, die nach Titel, Album, Interpret oder Ordner gewählt werden können. Die Ausgabe erfolgt zudem Titel für Titel.

Des Weiteren begrüßen den Nutzer die bekannten Hilfsmittel wie der bereits genannte Webbrowser, aber auch ein RSS-Reader, ein kleiner Taschenrechner sowie ein Kalender und eine Galerie, die auf einem Farb-Display natürlich noch mal mehr Sinn ergibt. Gleiches gilt für das mit dem PocketBook Color eingeführte rudimentäre Malprogramm. Für die kurzfristige Unterhaltung sorgen erneut Spiele wie Schach, Solitär oder Sudoku.

Fazit

Wurde der PocketBook Color im damaligen Test auf ComputerBase noch als „Zwischenschritt und Machbarkeitsstudie auf dem Weg hin zu E-Book-Readern mit größerem Display“ beschrieben, ist mit dem InkPad Color ein wichtiger Schritt getan. Mit der Farbdarstellung kann der neue E-Book-Reader zusammen mit dem größeren Display noch mehr die eigenen Vorteile ausspielen. Gerade Comics und kleinere Grafiken machen darauf Spaß und es verwundert ein wenig, wie schnell man sich als Nutzer an die nachteiligen Unterschiede zu den Readern mit reiner Graustufendarstellung wie dem dunkleren Hintergrund oder die Rasterung bei Farbdarstellungen gewöhnt. Auch zeigt die neue Technik, dass für viele Bereiche 4.096 Farben durchaus ausreichen können.

Zwar werden die Farben auf einem Tablet mit Hintergrundbeleuchtung nach wie vor kräftiger dargestellt, das schmälert den Mehrwert aber nicht, denn gegenüber früheren Farb-Displays hat die neue Kaleido-Technik deutlich aufgeholt. Hinzu kommt, das der neue Reader gegenüber dem InkPad Pro einen Aufpreis von gerade einmal 30 Euro ausmacht – wenn der Nutzer auf den Wasserschutz verzichten kann. Gleichzeitig gewinnt dieser den Karten-Slot zur Speichererweiterung.

Nachteilig wirkt sich die Farbunterstützung jedoch auf den Seitenwechsel aus, zumindest wenn die Darstellung aus komplett farbigen Bildern besteht. Dann kann ein Seitenaufbau schon einmal gerne 2 bis 3 Sekunden in Anspruch nehmen. Hier bleibt die Hoffnung, dass die Techniker bei PocketBook noch ein wenig an der Leistungsschraube drehen. Darüber hinaus fällt die geringere Auflösung bei der Farbdarstellung vor allem bei reinen Texten, insbesondere bei größeren Überschriften, auf. Diese wirken dann etwas pixeliger und ausgefranster – besonders, wenn farbige und graue Schrift direkt neben- oder untereinander stehen. Das ist jedoch der verwendeten Technologie zuzuschreiben. Es bleibt abzuwarten, ob sich dies bei zukünftigen Generationen verbessern wird.

PocketBook InkPad Color im Test

Die Beleuchtung ist ausreichend hell, um ein entspanntes Lesen trotz eines fehlenden Blaulichtfilters sicherzustellen, lediglich die Einstellungsmöglichkeiten sollte PocketBook doch einmal erweitern – ein Erhöhen der Deckkraft der Schrift wäre gerade in Bezug auf den dunkleren Hintergrund sehr hilfreich.

Die Verarbeitung müssten wir im Grunde mit keinem Wort erwähnen, denn von etwas anderem als einer guten Umsetzung braucht bei PocketBook nicht ausgegangen werden – wie auch dieses Mal. Erneut gibt es keinen Grund zur Beanstandung.

Das gleiche Bild zeigt sich bei der Software-Ausstattung, die es dem Nutzer erneut sehr einfach macht, seine Inhalte zu organisieren und dann auch zu finden. Gleiches gilt für die zahlreichen Möglichkeiten, den Reader zu befüllen. Nicht unerwähnt soll auch die Ausgabe von Audio-Material in verschiedenen Formen bleiben, besonders in Kombination mit der integrierten Bluetooth-Unterstützung.

Während sich beim PocketBook Color am Ende auch die Frage stellte, für wen ein farbiger Reader einen Mehrwert bietet, dürfte das Bild beim InkPad Color ein wenig klarer sein. Der normale Nutzer, der hauptsächlich Texte liest, dürfte weiterhin auf ein Lesegerät in der Größe von 6 Zoll zurückgreifen. Die meisten Käufer, die sich für ein Gerät im Bereich von 8 Zoll entscheiden, dürften damit auch Grafiken oder PDF-Dokumente darstellen wollen. Und gegenüber dem InkPad 3 Pro bietet die Color-Variante für einen kleinen Aufpreis die Farbdarstellung – mit den bereits genannten Änderungen beim Wasserschutz und bei der Speichererweiterung.

Aber ist die Darstellung bereits jetzt als optimal einzustufen? Nein, das sicherlich nicht. Es dürfte noch viel Arbeit vor E-Ink liegen, ein Panel zu erschaffen, das kaum Wünsche offenlässt und dem eines Smartphones oder Tablet ebenbürtig ist. Aber der Anfang ist gemacht und das Ergebnis für viele Einsatzzwecke durchaus brauchbar. Darüber hinaus setzt PocketBook die Konkurrenz mit seinem zweiten Farb-Reader unter Druck, womit davon ausgegangen werden kann, dass entsprechende Geräte von Amazon oder Tolino nicht mehr lange auf sich warten lassen dürften.

PocketBook InkPad Color
Produktgruppe E-Book-Reader, 16.04.2021
  • Darstellung
    +
  • Bedienung
    ++
  • Verarbeitung
    ++
  • Farbdarstellung
  • hohe Auflösung
  • großes Display
  • gute Textdarstellung
  • sehr gute Darstellung von PDF-Dokumenten
  • gute Beleuchtung
  • Bluetooth-Funktion für alle Audio-Inhalte
  • gute Verarbeitung
  • farbiger Text pixelig
  • dunkler Hintergrund
  • kein Blaulichtfilter
  • Seitenwechsel bei Farbbildern und farbigen PDF-Dokumenten langsam
  • kein Wasserschutz

ComputerBase wurde das InkPad Color leihweise von PocketBook für den Test zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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