Philips 329M1 im Test: 4K-Gaming mit HDMI 2.1 und 144 Hz auf 32 Zoll

Frank Hüber
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Philips 329M1 im Test: 4K-Gaming mit HDMI 2.1 und 144 Hz auf 32 Zoll

Der Philips Momentum 329M1 setzt auf ein 32 Zoll großes UHD-Panel mit bis zu 144 Hz, HDMI 2.1 mit VRR und Ambiglow. So eignet sich der Monitor vor allem auch für die aktuellen Spielekonsolen wie Xbox Series X und PlayStation 5. Extras wie USB-C mit PD und KVM-Switch runden das überzeugende, aber teure Gesamtpaket ab.

Der Philips Momentum 329M1RV bietet UHD-Auflösung auf 32 Zoll mit 144 Hz und gleich drei Mal HDMI 2.1 mit VRR. In Verbindung mit einem IPS-Panel von AUO und vierseitigem Ambiglow will der Hersteller so nicht nur einen guten Gaming-Monitor für den PC, sondern insbesondere auch für die aktuelle Konsolengeneration in Form der Xbox Series X und PlayStation 5 bereitstellen. Für Notebooks bietet das Modell zudem einen USB-C-Anschluss mit DisplayPort, der bei einer Auflösung von 3.840 × 2.160 Bildpunkten bis zu 120 Hz unterstützt und ein verbundenes Gerät mit bis zu 65 Watt lädt. Auch ein KVM-Switch ist mit von der Partie.

Monitore mit UHD-Auflösung, 144 Hz, HDMI 2.1 und 32 Zoll sind allerdings weiterhin kein Schnäppchen. Der Philips Momentum 329M1 kostet derzeit im Handel rund 1.130 Euro.

Technische Daten und Erfahrungen

IPS auf 32 Zoll mit UHD, HDMI 2.1, VRR und 144 Hz

Die Besonderheit des Philips Momentum 329M1 liegt in der Kombination aus Auflösung und Bildwiederholrate. Denn während Gaming-Monitore zwar schon bei Frequenzen von bis zu 360 Hz angekommen sind, geht dies immer auf Kosten der Auflösung. WQHD-Monitore mit 27 Zoll erreichen schon länger 165 Hz, UHD-Monitore mit 144 Hz sind hingegen noch vergleichsweise selten und teuer.

Philips Momentum 329M1
Philips Momentum 329M1

Der 329M1 kombiniert ein 32 Zoll großes AUO-IPS-Panel mit 3.840 × 2.160 Pixeln mit einer Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz. Damit diese Auflösung und Bildwiederholrate ohne Einschränkungen genutzt werden können, kommen drei HDMI-2.1-Anschlüsse mit „Fixed Rate Link“ (FRL) zum Zuge. Zudem wird ein DisplayPort 1.4 mit „Display Stream Compression“ (DSC) angeboten. Im Windows-Alltag bedeutet dies, dass 144 Hz über HDMI 2.1 mit 4:4:4-Farbabtastung und 8 Bit bzw. 120 Hz mit 4:4:4 und 10 Bit realisiert werden können. Der Gigabyte M32U setzt zum Vergleich bei 144 Hz über HDMI 2.1 aber auf eine Farbunterabtastung von 4:2:0. 4:4:4 bietet dieser nur über DisplayPort 1.4 mit DSC.

Darüber hinaus wird das Gaming-Feature „Variable Refresh Rate“ (VRR) unterstützt, so dass auch an aktuellen Konsolen ein Pendant zu FreeSync und G-Sync geboten wird, das die Bildrate der Spielekonsole mit der des Monitors abgleicht, um ein Bildstottern oder -zerreißen des Bildes (Tearing) zu verhindern. Neben VRR kann der Proband für den PC obendrein mit FreeSync Premium umgehen, wodurch die Bildwiederholrate zwischen 48 und 144 Hz synchronisiert wird und „Low Framerate Compensation“ (LFC) zur Verfügung steht. Der über HDMI 2.1 ebenfalls mögliche „Auto Low Latency Mode“ (ALLM) wird nicht unterstützt.

Philips Momentum 329M1: Anschlüsse
Philips Momentum 329M1: Anschlüsse

Sowohl FreeSync als auch VRR in Verbindung mit einer Microsoft Xbox Series X mit 120 Hz funktionieren beim Philips 329M1 im Test problemlos. Wer den Monitor auch zum Spielen mit einer der aktuellen Konsolen nutzt, ist bei Auflösung und Bildwiederholfrequenz mit dem Modell auf der sicheren Seite.

Vergleichsweise helles Panel

Das Panel liefert laut Philips eine maximale Helligkeit von 500 cd/m², was den 329M1 zu einem der hellsten Monitore mit UHD und 144 Hz machen würde. Modelle wie der Gigabyte M32U mit Innolux-Panel, UHD und 144 Hz erreichen nur rund 350 cd/m². Der 329M1 ist nach DisplayHDR 400 zertifiziert. IPS-typisch liegt der Kontrast des Philips-Bildschirms aber dennoch laut Hersteller nur bei 1.000:1. Die Blickwinkel betragen horizontal und vertikal 178 Grad, die Pixeldichte 140 ppi. Die 10 Bit des Momentum 329M1 werden ohne FRC, also nativ erzielt.

Um von den Vorzügen des Philips Momentum 329M1 in Gänze profitieren zu können, wird allerdings schnelle und aktuelle Hardware mit HDMI 2.1 benötigt. Denn die variable Bildwiederholfrequenz von bis zu 144 Hz ist in Spielen vor allem dann von Vorteil, wenn die Framerate über 60 Hz liegt, so dass das Zusammenspiel einem herkömmlichen UHD-Monitor mit 60 Hz überlegen ist.

Auflösung Seitenverhältnis Pixelanzahl Pixeldichte
3.840 × 2.160 (UHD) 16:9 8,29 Mio. 163 ppi bei 27 Zoll
3.840 × 2.160 (UHD) 16:9 8,29 Mio. 140 ppi bei 31,5 Zoll
3.440 × 1.440 (UWQHD) 21:9 4,95 Mio. 110 ppi bei 34 Zoll
2.560 × 1.440 (WQHD) 16:9 3,67 Mio. 109 ppi bei 27 Zoll
2.560 × 1.440 (WQHD) 93 ppi bei 31,5 Zoll
2.560 × 1.080 (WFHD) 21:9 2,76 Mio. 94 ppi bei 29,5 Zoll
1.920 × 1.080 (FHD) 16:9 2,07 Mio. 82 ppi bei 27 Zoll
1.920 × 1.080 (FHD) 2,07 Mio. 92 ppi bei 24 Zoll

1 ms GtG und Delta E < 2

Philips gibt eine Reaktionszeit von 1 ms Grau zu Grau und 1 ms MPRT an. Dass beide Werte identisch sein sollen, lässt jedoch zweifeln, denn normalerweise ist die MPRT niedriger als die Reaktionszeit von Grau zu Grau. Zudem soll der werkseitig kalibrierte Monitor eine Farbgenauigkeit mit einer Farbabweichung von Delta E < 2 bieten. Das dargestellte Farbspektrum gibt der Hersteller mit 124 % sRGB, 111 % Adobe RGB und 113 % NTSC an.

USB-C mit 65 Watt, DisplayPort, USB-A, KVM und PbP

Der Philips Momentum 329M1 weist eine ganze Reihe von Anschlüssen auf. Neben den drei HDMI-2.1-Eingängen bietet der Monitor einen DisplayPort 1.4 und eine USB-C-Schnittstelle mit DisplayPort und Power Delivery (PD) von bis zu 65 Watt. Viele Notebooks lassen sich so ohne zusätzliches Netzteil am Bildschirm betreiben, wobei an diesem angeschlossene Peripherie über den KVM-Switch mit dem Notebook verbunden wird. Eine Docking-Station für das Notebook wird so in vielen Fällen überflüssig, wenn auf einen Netzwerkanschluss verzichtet werden kann, denn diesen bietet der Proband nicht. Im OSD des Monitors kann ausgewählt werden, ob der KVM-Switch den USB-C- oder den USB-B-Port wählen soll. Vier USB-A-Ports nach USB 3.2 können mit Peripherie und Speichermedien bestückt werden, wobei zwei davon Schnellladen unterstützen.

Ein Picture-by-Picture-Modus des Monitors unterstützt die Darstellung der Bildsignale von zwei Geräten gleichzeitig. Welche Signalquelle gewählt und wie sie angeordnet werden sollen, kann im On-Screen-Display (OSD) eingestellt werden.

Zudem besitzt der Philips 329M1RV einen Kopfhörerausgang und zwei Lautsprecher mit je 5 Watt.

Philips Momentum 329M1RV ViewSonic VP3268a-4K Huawei MateView AOC U32U1 Eizo FlexScan EV3285 Dell UltraSharp U3219Q
LCD-Panel IPS AH-IPS IPS
Backlight LED
Diagonale 31,5 Zoll 28,2 Zoll 31,5 Zoll
Auflösung 3.840 ×2.160 (144 Hz) 3.840 ×2.160 (60 Hz) 3.840 × 2.560 (60 Hz) 3.840 ×2.160 (60 Hz)
Pixeldichte 140 ppi 164 ppi 140 ppi
HDR DisplayHDR 400 HDR10 DisplayHDR 400 DisplayHDR 600 DisplayHDR 400
FreeSync/G-Sync FreeSync Premium
Seitenverhältnis 16:9 3:2 16:9
Kontrast (statisch) 1.000:1 1.300:1 1.200:1 1.300:1
Helligkeit max. 500 cd/m² 350 cd/m² 500 cd/m² 600 cd/m² 350 cd/m² 400 cd/m²
Farbtiefe 10 Bit 10 Bit (8 Bit + FRC) 10 Bit 10 Bit 8 Bit 10 Bit (8 Bit + FRC)
Farbraum 124 % sRGB, 111 % Adobe RGB, 113 % NTSC 100 % sRGB, 100 % Rec. 709 98 % DCI-P3, 100 % sRGB 135 % sRGB, 100 % Adobe RGB, 98 % DCI-P3 98 % sRGB 99 % sRGB, 95 % DCI-P3, 99 % Rec. 709
Blickwinkel (horizontal/vertikal) 178°/178°
Reaktionszeit 1 ms (Grau zu Grau) 7 ms 8 ms 5 ms 5 ms (schnell)
8 ms (normal)
Videoeingänge 3 × HDMI 2.1, 1 × DisplayPort 1.4, 1 × USB-C (65 W PD) 2 × HDMI 2.0, 1 × DisplayPort 1.2, 1 × USB-C (90 W PD) 1 × Mini DisplayPort 1.2, 1 × HDMI 2.0, 1 × USB-C (65 W PD) DisplayPort 1.4, 1 × HDMI 1.4, 1 × HDMI 2.0, USB-C (DP 1.2) DisplayPort 1.2, 2 × HDMI 1.4, USB-C (DP 1.2) DisplayPort 1.4, HDMI 2.0, USB-C (DP 1.4)
Audio Kopfhörerausgang Kopfhörerausgang, 2 × 5-Watt-Lautsprecher 1 × Kopfhörer/Mikro, 2 × Digitalmikrofone, 2 × 5-Watt-Lautsprecher Kopfhöreraus-/Mikrofoneingang, 2 × 2-Watt-Lautsprecher Kopfhörerausgang
USB 4 × USB 3.0 2 × USB 3.0 2 × USB 3.0 3 × USB 3.0 2 × USB 3.0 4 × USB 3.0
Ergonomie Display neigbar (-5°/+15°), höhenverstellbar (130 mm), schwenkbar (-20°/+20°) Display neigbar (-5°/+21°), höhenverstellbar (130 mm), schwenkbar (-60°/+60°), Pivot Display neigbar (-5°/+18°), höhenverstellbar (110 mm) Display neigbar (-2,5°/+18,5°), höhenverstellbar (120 mm), schwenkbar (-40°/+40°), Pivot Display neigbar (-5°/+35°), höhenverstellbar (149 mm), schwenkbar (-86°/+86°) Display neigbar (-5°/+21°), höhenverstellbar (150 mm), schwenkbar (-30°/+30°), Pivot
Leistungsaufnahme Betrieb: typ. 58,9 W; Standby: 0,5 W Betrieb: typ. 46 W; Standby: 0,5 W Betrieb: 60 W, Standby: 0,5 W Betrieb: 33 W, Standby: 0,5 W Betrieb: 43 W, Standby: 0,3 W
Sonstiges Ambiglow, Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme (100 × 100 mm), USB-C Power Delivery (65 W), USB-C-Upstream Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme (100 × 100 mm), Delta E < 2 (sRGB), USB-C Power Delivery (90 W), RJ45, USB-C-Upstream Delta E < 2 (sRGB), USB-C-Netzteil (135 W), WiFi 5, Bluetooth 5.1, Touch-Control-Smartbar für OSD, USB-C Power Delivery (65 W) Blaulichtfilter, USB-C Power Delivery (65 W) Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme (100 × 100 mm),
USB-C Power Delivery (60 W)
Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme (100 × 100 mm),
USB-C Power Delivery (90 W)
Preis 1.130 Euro 1.095 Euro Preisvergleich ab 874 Euro ab 807 Euro ab 1.147 Euro

Ergonomie ohne Pivot

Bei der Ergonomie bietet der 32 Zoll große Monitor die in dieser Größen- und Preisklasse üblichen Funktionen und verzichtet auf eine Pivot-Funktion, um das Display hochkant zu stellen, wie es etwa der ViewSonic VP3268a-4K (Test) als einer der wenigen 4K-Monitore mit 32-Zoll-Diagonale erlaubt.

Der Philips 329M1RV lässt sich um 130 mm in der Höhe verstellen, um 20 Grad in jede Richtung drehen sowie um 15 Grad nach hinten und 5 Grad nach vorne neigen. Für eine Wandhalterung oder einen eigenen Standfuß steht eine VESA-Aufnahme (100 × 100 mm) zur Verfügung, die bei Nutzung des mitgelieferten Standfußes belegt ist.

Der Standfuß des Philips Momentum 329M1RV ähnelt dem des Philips Momentum 278M1R (Test), ist optisch gelungen und bietet eine Kabelhalterung an der Rückseite, so dass sich Kabel wenigstens etwas führen lassen. Vollständig verstecken oder gar im Standfuß verlegen lassen sie sich jedoch nicht.

Philips Momentum 329M1
Philips Momentum 329M1
Philips Momentum 329M1
Philips Momentum 329M1
Philips Momentum 329M1: Standfuß
Philips Momentum 329M1: Standfuß

RGB-Beleuchtung Ambiglow ist sehr hell

Die RGB-Beleuchtung Ambiglow des Momentum 329M1RV entspricht dem des 278M1R. Sechs LEDs je Seite und je zehn LEDs nach oben, hinten und unten sorgen für eine vierseitige Beleuchtung. Erneut übertrifft die Helligkeit dieser LEDs die meisten anderen RGB-Beleuchtungen bei Monitoren deutlich, so dass es tatsächlich einen im Alltag sichtbaren Effekt hat, der das Bild über die Beleuchtung an der Wand vergrößert und der (anders als bei vielen Konkurrenten) vor allem auch für den Nutzer vor dem Bildschirm sichtbar ist. Ein störendes Surren oder Brummen durch elektronische Störgeräusche wurde durch Ambiglow im Test nicht erzeugt.

Der Nutzer kann das Ambiglow via OSD steuern, wobei es nicht nur deaktiviert werden kann, sondern auch Einstellungen zur Helligkeit in drei Stufen, zur Farbauswahl und zur Auswahl der beleuchteten Seiten getroffen werden können. Die Farbwiedergabe kann dabei, wie man es von Ambilight bei Philips-Fernsehern kennt, auch dem Bildschirminhalt folgen.

An den Problemen von Ambiglow, die dabei auftreten und bereits im Test des 278M1R aufgefallen sind, hat sich jedoch nichts geändert. Denn folgt Ambiglow dem Bildinhalt, ist der Farbwechsel keinesfalls so weich wie bei Ambilight, sondern es ist ein deutliches Flackern sichtbar – sowohl beim Wechsel der Farbe als auch beim Wechsel der Helligkeit. Bei schnellen Bildwechseln ist Ambiglow zudem zu langsam, um sie schnell genug auf die LEDs umzusetzen. In der Praxis wird das Anpassen der Beleuchtung an den Bildinhalt deshalb nicht die erste Wahl sein, denn die helle, effektvolle Umsetzung wird hier durch eine schlechte Regelung der LEDs zunichte gemacht.

Gutes OSD mit Joystick

Das On-Screen-Display (OSD) des Monitors wird über einen Joystick an der rechten unteren Rückseite des Displays gesteuert. Das OSD ist gut strukturiert und bietet viele Einstellungsmöglichkeiten. Möchte man Einstellungen wie die Helligkeit verändern, kommt es aber zum Bruch der intuitiven Bedienung, da der horizontale Balken, der von 0 bis 100 reicht, plötzlich über Hoch und Runter angepasst werden muss statt mit einer Navigation des Joysticks nach rechts und links. Eine Einstellung solcher auf einem Balken dargestellten Werte in die Richtung des Balkens wäre sehr viel sinnvoller und würde den Nutzer nicht immer wieder aus dem Konzept bringen.

OSD des Philips Momentum 329M1RV

Für jeden der drei HDMI-Ports kann im OSD einzeln gewählt werden, mit welcher Bildwiederholrate er maximal betrieben werden soll: 120 oder 144 Hz. Auch das Ambiglow lässt sich ebenso wie Einstellungen zu Picture by Picture über das OSD einstellen und anpassen.

Die Software Smart Control erlaubt viele Einstellungen auch direkt unter Windows, wenn der PC via USB mit dem Monitor verbunden ist. Zeitgemäß ist das Design der Anwendung allerdings nicht mehr.

Philips Smart Control

Leistungsaufnahme

Philips gibt in den technischen Daten eine typische Leistungsaufnahme von 59 Watt an. Im Test werden bei maximaler Helligkeit und aktiviertem Ambiglow auf höchster Helligkeit 80,2 Watt gemessen. Wird Ambiglow ausgeschaltet, reduziert sich der Strombedarf bei ansonsten unveränderten Einstellungen auf 76 Watt. Das Netzteil des Philips 329M1RV ist intern verbaut.