Volkswagen: VW, Audi, Porsche und Co. wählen Qualcomm statt Nvidia

Jan-Frederik Timm
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Volkswagen: VW, Audi, Porsche und Co. wählen Qualcomm statt Nvidia
Bild: Qualcomm

Alle Marken des Volkswagen-Konzerns werden ab dem Jahr 2026 auf SoCs von Qualcomm zur Umsetzung autonomer Fahrfunktionen bis Level 4 setzen. Am Montag hatte bereits das Handelsblatt darüber berichtet, jetzt ist es offiziell. Die Software wiederum entwickelt Volkswagen weiterhin mit dem deutschen Automobilzulieferer Bosch.

Volkswagen setzt wie BMW auf Qualcomm

Volkswagens Vorstandsvorsitzender Herbert Diess sei für die finale Verhandlung und Unterzeichnung der Vereinbarung vor einigen Tagen persönlich am Firmensitz von Qualcomm in San Diego gewesen, berichtete am Montag das Handelsblatt, am Dienstagmittag folgten die offiziellen Pressemitteilungen.

VW ist nach BMW der zweite deutsche Automobilhersteller, der bei der Entwicklung autonomer Fahrsysteme auf SoCs aus der Snapdragon-Ride-Familie (technische Details) setzen wird. Mercedes-Benz ist wiederum eine Kooperation mit Nvidia eingegangen.

Laut Handelsblatt soll der 5-Jahres-Vertrag ein Auftragsvolumen von einer Milliarde US-Dollar haben und sich rein auf die Bereitstellung der Hardware belaufen. Die Software entwickelt Volkswagen mit der Software-Einheit Cariad hingegen mit Bosch. Cariad entwickelt bereits an einem über alle Marken einheitlichen Auto-Betriebssystem, das im Jahr 2025 die Serienreife erlangen soll. BMW und Mercedes-Benz entwickeln die Software für die autonomen Fahrfunktionen in Zusammenarbeit mit Qualcomm respektive Nvidia.

Keine Umsatzbeteiligung und mehr Flexibilität

Mercedes-Benz soll dabei nicht nur für Hardware und Software-Entwicklung an Nvidia zahlen, sondern auch bis zu 40 Prozent vom Umsatz mit autonomen Software-Funktionen abtreten müssen, berichtet das Handelsblatt und zitiert aus dem VW-Konzern, dass Qualcomm der einzige potentielle Partner gewesen, der zu einer Kooperation auf Augenhöhe bereit gewesen sei.

Mit einer eigenen Softwareplattform für das Autonome Fahren scheint VW für die Zukunft aber auch flexibel aufgestellt zu sein. Denn wenngleich VW und Bosch erst einmal auf Qualcomm entwickeln, steht dem Austausch des Hardware-Partners offenkundig kein Vertrag, sondern nur eine Softwareanpassung im Weg. VW hat nicht ausgeschlossen, in Zukunft auch selbst Halbleiter zu entwickeln.

Umstellen wird sich in Folge der Vereinbarung Audi: Die VW-Marke hatte zuletzt eng mit Nvidia kooperiert.

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