Mein erstes Apple Gerät war ein 12" iBook G4 der letzten PPC-Generation, dessen RAM ich auf 1,5 GiB erweiterte. Es ist mir doppelt als bestes Hardware-Design in einem von mir in der Hand gehaltennen Laptop als auch als schlechteste Build-Quality in Sachen Elektronik in Erinnerung. Das schlechte ist, dass Apple damals auch - das behauptet das WWW-Gedächtnis anders - bei der letzten Revision des iBook G4 wieder eine kalte Lötstelle an genau dem gleichen Chip hatte, wo es diese schon bei der allerersten Revision gab. Nach 1-2 Jahren Benutzung riss die, Folge Wackelkontakt und bei Kontaktabriss sofortiges Rechner-Aus. Entweder man konnte selbst löten oder man musste sich mit dem (ernsthaft massenhaft weltweig befolgtem) Ratschlag rumärgern, eine Geldmünze zwischen gehäuse und diesen Chip zu klemmen, um die gebrochene Lötstelle durch Druck in Kontakt zu halten, was immer nur kurze Zeit funktionierte. Reparaturmöglichkeit bei Apple oder Gravis und Konsorten war natürlich immer gleich ein komplettes LogicBoard-Replacement.
Gleichzeitig war aber das Hardware-Design phänomenal. Ich habe mich, bis heute, immer darüber aufgeregt, das PC-Laptops, die Leistung haben sollen, für die Luftzirkulationskühlung immer Luft von unten einsaugen. Das Wort ist Laptop, Lap Top, also das Top, das Ding oben auf dem Lap, dem Schoß. Wenn ich den Laptop irgendwo, z.B. auf meinen Schoß, stelle, ist bei den meisten PC-Schleppies die Luftzufur blockiert. Nicht so beim iBook G4. Dort kommt die Luft von der Seite und wurde nach hinten gepustet.
Nachteil war die Lautstärkke, mit einer 6999 U/min Deltaturbine bei Vollast, aber der Prozessor war eben auch eher Desktop-Replacement, "Subnotebooks" und "Ultraslims" existierten 2005 auch im PC-Markt noch nicht und wenn, waren die zu lahm für normales Websurfen.
Heute besitze ich ein iPhone SE in der 2020er Revision, das ich gebraucht kaufte, nachdem ich quasi-beruflich ein Smartphone haben muss, dessen OS noch Sicherheitsupdates für inklusive den Kernel bekommt. Bis vor anderthalb Jahren hatte ich ein Sony Xperia X Compact mit Android 8. Der Android-Markt ist in meinen Augen bis heute unverschämt in Bezug auf Sicherheits-Update-Support-Zeiträume, die vorgegebenen Zeiten sind IMHO absolut unzureichend für arme Mitbürger wie mich - ich kann mir nicht so oft ein neues Smartphone leisten un des ist schon ein Witz der Geschichte, dass ich aus Kostengründen ein Apple-Phone-Nutzer sein muss. Ich find das iPhone aber auch nicht schlecht. Das einzige, was mir fehlt, ist die Photo-App so einzustellen, dass sie wirklich Photos aufnimmt und nicht MP4-Videos, aber die meisten iPhone-Nutzer wollen die Video-Photos haben.
Von der Bedienung des Desktops hat mich Apple allerdings sofort überzeugt. Für mich macht die dokumentzentriertheit absolut Sinn, ich ziehe eine Menüleiste oben am Desktop vor, die gemeinsam Zugriff auf die Systemmenüs und die Menüs des Programms, das gerade im Fokus ist, in einer gemeinsamen Zeile kombiniert. Fürs Switchen der Fenster fand ich schlagartig Exposé, mit der Funktion, nur die Übersicht der Fenster eines Programms, und das ganze über aktive Ecken mit dem Maus/Trackpad-Zeiger von allem was ich bis dahin kannte am intuitivsten und von wegen "Gewhnheit": Ich war zu dem Zeitpunkt schon über 20!
Allerdings war ich zu der Zeit schon Gnome-2 auf Linux gewohnt, sodass ich mir einen Workflow mit mehreren, virtuellen Desktops angewöhnt hatte. Apple lernte das erst während seiner Intel-Zeit.
Die Fensterübersicht eines einzelnen Programms kann man bei WIndows seit Windows 7 über die taskleiste erklicken. Für mich fühlt sich das aber deutlich hakelig an, sodass ich Exposé bis heute als Mac-Vorteil sehe. Auf der unixoiden DE Cinnamon kann man das mit Konfiguration genauso einstellen wie auf dem Mac, ich bleiche aber bei Gnome (3), weil ich bei mehreren, virtuellen Desktops nicht so viele Fenster auf dem gleichen Desktop habe, dass ich letztere Funktion wirklich bräuchte.
Insgesamt muss man sagen, dass die Desktops heute alle ziemlich brauchbar sind. Selbst Windows kann schon seit Win8 virtuelle Desktops, aber ich vermisse von meinem damaligen Mac-Aqua mit der Coacoa-Anwendung Mozilla Camino (RIP), dass ein Klick aufs Maximieren-Icon den Fensterrahmen dann, wenn der Desktop deutlich mehr Platz als für optimale Anzeige des Dokum,ents bietet, nicht den ganzen Desktop damit vollklatscht, damit ich daneben noch ein oder mehrere andere Fenster sehen kann. Ja, man kann auch manuell am Fensterrahmen rumzuppeln, es ist nur eine Kleinigkeit, aber eine Kleinigkeit besser.
P.S.
Heutzutage baut Apple die besten Notebook-Gehäuse mit den mit Abstand besten Scharnieren. Bei der Elektronik habe ich meine Zweifel aufgrund des gelegentlichen Schauens einiger Repair-Channels auf Youtube. HP baut die schlechtesten Laptop-Scharniere, hat dafür aber zuverlässige Elektronik mit sauberen Lötstellen.