Erkekjetter schrieb:
Ich dachte da hätten wir schon festgestellt, dass sie das tut. Wenn sie das nicht tut, könntest zur Abwechslung vielleicht mal du eine Quelle für deine Tatsachenbehauptungen liefern?
Erkekjetter schrieb:
Ist sie offensichtlich nicht.
Wenn sich ein Bakterium bzw. eine beliebige Zelle perfekt teilt, also ohne Kopierfehler, hast du dann eine einzige Zelle oder zwei individuelle Zellen, also zwei Zellen die jeweils ein Individuum darstellen, trotz der gleichen DNS?
Erkekjetter schrieb:
Meine Aussage war, das eine frisch befruchtetet Zelle ohne eine Mutter als Wirt nicht überleben kann. Das trifft auf ein Kind nicht zu.
Der Mensch braucht in den ersten Jahren seines Lebens eine externe Nährstoffquelle, die die Nährstoffe proaktiv liefert. Ob das nun auf einer biochemischen Ebene passiert, über eine Nabelschnur oder übers Säugen ändert
nichts an der fundamentalen Notwendigkeit.
Lustig finde ich auch den Begriff "Wirt", weil er dann eine Frage aufwirft: Sind Fadenwürmer auch unselbstständige Lebewesen, weil sie außerhalb vom Wirt nicht überleben können? Sind vielleicht gar alle parasitären Formen des Lebens unselbstständig, weil ihre Existenz von der Existenz anderer Lebensformen abhängig ist? Was bedeutet das dann für Carnivoren? Bzw. für alles Leben abseits von Pflanzen und Fungi?
Erkekjetter schrieb:
Deiner Definition folgend ist jeder mit körperlicher Einschränkung, der Hilfe im Alltag braucht, kein selbstständiges/eigenständiges Lebewesen...
Absolut, ich bin überrascht, dass du das anzweifelst. Wenn ich an einem Dialysegerät hänge, und ohne innerhalb kürzester Zeit sterbe, dann ist mein Leben recht buchstäblich von der Maschine abhängig. Umgekehrt kann ich mein Leben nicht mehr unabhängig/selbstständig führen, eben durch die Abhängigkeit.
Da ich die Bewertung von Mensch und Leben nicht an die Selbstständigkeit kopple, macht das für meine Argumente keinen großen Unterschied, für deine jedoch schon.
Erkekjetter schrieb:
Darüber hinaus gibst du keine Antwort auf die Frage, wo sich eine befruchtete Eizelle und eine Stammzelle in deiner Definition von leben unterscheiden.
Erstens: Sowohl die Eizelle als auch die Stammzelle fallen unter "Leben". Falls du dich darauf beziehst, warum nicht beide jeweils ein ganzes menschliches Wesen sind:
Entscheidet sich daran, ob sie alle Bausteine/die Fähigkeit für einen vollständigen Menschen haben und in ihrer Rolle in der Teil-Ganzes Beziehung. Pluripotente ("normale") Stammzellen haben nicht die Fähigkeit einen vollständigen Organismus auszubilden. Totipotente Stammzellen, also solche, die noch in den ersten Teilungen der Eizelle vorliegen, können dies, sind jedoch (in der Regel) nur ein Teil des Ganzen. Wenn, wie im Fall von Zwillingen, eine Zelle nicht mehr die Rolle als Teil übernimmt, sondern selbst zum Ganzen wird, ists halt ein vom vorherigen Ganzen entkoppeltes, eigenständiges Lebewesen.
Erkekjetter schrieb:
Deine Aussage war, Leben ist ab dem Zeitpunkt der Befruchtung vorhanden.
Ganz sicher nicht. Leben ist auch schon vorher vorhanden, denn eine Eizelle ist lebendig und auch ein Spermium ist lebendig. Falls du das anzweifelst, dann google mal Nekrospermie.
Was ich behauptet hab, ist dass mit der Befruchtung ein neues menschliches Wesen entstanden ist. Die Befruchtung selbst hat dabei keine größere Relevanz als die, dass das halt der Prozess ist, bei dem das passiert. Wenn du eine befruchtete Eizelle im Atom-3D-Drucker produzieren könntest, dann hätte sie für mich den gleichen Status, obwohl es keine Befruchtung gab. Das Ergebnis ist relevant, nicht wie man da hinkommt.
Klaus0815 schrieb:
wie viele Abtreibungsgegner sich regelmäßig Fleisch von getöteten Tieren hinter die Kiemen schieben
Gewichtiger als der Whataboutism ist eher der versteckte Ad Hominem: "Argumente von Menschen, die sich nicht getreu ihren Überzeugungen verhalten, sind weniger wert."
Der Wert der Aussage "Eine ausgewogene Ernährung ist der körperlichen als auch geistigen Gesundheit förderlich" ist komplett davon unbeeinflusst, ob ich während des Tippens eine Karotte oder ne Tiefkühlpizza esse.
Klaus0815 schrieb:
Das ist geborenes Leben mit ziemlich viel nachgewiesener Empfindung.
Aber halt nicht menschlich. Ob die ethische Differenzierung zwischen Mensch und Tier valide ist, und falls nicht, ob die Übertretung durch rationale Aspekte aufgewogen wird, ist ein Roman für sich.
TheManneken schrieb:
eine Debatte kaum zulassen
Wie gesagt, eine Debatte um Abtreibungen kann man gänzlich sein lassen, wenn man erst ausrambolen muss ob rationale ethische Beurteilung überhaupt möglich sind und ob das Töten von Menschen vielleicht nicht doch ethisch neutraler Natur ist.
Der Punkt mit den Tieren ist ein gutes Beispiel, warum Axiom 3 notwendig war. Hätten wir das nicht, könnte man an dieser Stelle das Argument bringen "Wir töten empfindsame Tiere in hoher Zahl für reine Genusszwecke, und schützen sie damit weniger als pränatale Menschen", und dann dürften wir erstmal auseinanderfummeln ob und wie Menschen ethisch anders zu bewerten sind als andere Tiere, ob und wie Fleischkonsum ethisch ist, ob und wie Tierhaltung ethisch ist (mit dem Subtopic "Klima"+Rattenschwanz), und das alles
nur um herauszufinden, ob das Argument für die Abtreibungsdiskussion überhaupt relevant ist. Und das dann für jedes Argument solcher Natur.
Aber ja: Trotz meiner Überzeugung sehe ich ein, dass die Reaktionen darauf großteils negativ waren, und es erzwingen zu wollen bringt keinem was. Sollte es ein nächstes Mal geben, werde ichs auf jeden Fall anders aufbauen.
TheManneken schrieb:
Diese anfängliche Einschätzung spiegelt sich im Diskussionsverlauf auch wieder.
Ich bin selbst wenig begeistert; Falls du hier dichtmachen wolltest, kommen von meiner Seite keine Beschwerden.