evilhunter schrieb:
Auch wenn hier wieder viel auf die Bahn geschimpft wird, oft auch zurecht.
1. großen Respekt an die Techniker, die den Fehler unter diesem Druck trotzdem zügig (hehe) beseitigen konnten.
2. großen Respekt an das Personal, welches die Unmut der Kunden ertragen musste.
3. Die Politik hat die Bahn über Jahrzehnte in diesen Zustand gebracht. Direkt für das fehlerhafte Update können Sie nichts, aber der allgemein Zustand mit andauernden Problemen ist dort zu suchen.
https://www.n-tv.de/politik/Deutsch...in-Gefahr-weil-das-Geld-fehlt-id30964110.html
Das Versagen der Infrastruktur ist nach solchen Nachrichten einfach vorprogrammiert.
Danke für deinen wertvollen Beitrag.
Ich kann das was du sagst aus erster Hand bestätigen.
Natürlich läuft bei der Bahn nicht alles richtig, aber in welchem Unternehmen läuft alles richtig?
Die Leute denken dort lebt es sich wie die Made im Speck. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Hier sind mal einige Punkte über die in der Öffentlichkeit nicht gesprochen wird!
1. Man versucht ein staatlich reguliertes Unternehmen wie einen privaten Aktienkonzern zu führen
2. Man möchte fleissige und engagierte Mitarbeiter, aber die Löhne liegen 10-15% unter dem was andere Unternehmen zahlen. Wer engagiert und fleissig ist, wird mit noch mehr Arbeit bestraft, mehr Geld? Geht nicht. Zusatzleistungen wie Dienstwagen gibt es zwar, fangen aber erst in den höheren Tarifstufen an und dann gibt es maximal ein Auto aus der Kompaktklasse. A6, E-Klasse und Co. gibt es nur für obere Führungskräfte. Die haben aber dann tausende Mitarbeiter unter sich.
3. Extrem starre Hierarchien. Gutes Geld verdient man bei der Bahn nur als Führungskraft. Alle anderen können gucken wo sie bleiben, egal wieviel Mehrwert sie für das Unternehmen liefern. Die guten gehen irgendwann und was übrig bleibt sind die Low Performer die durch die Gewerkschaften geschützt werden.
4. Man hat Anfang der 2000er tausende Kilometer Schienen zurückgebaut. Grund: Instandhaltung zu teuer. Viele Strecken waren zwar nicht wirtschaftlich, aber konnten als Ausweichstrecken im Falle von Störungen genutzt werden. Wenn heute ein Zug ausfällt, geht es für die folgenden Züge entweder garnicht weiter oder die Ausweichstrecken sind enorm lang.
5. Das Schienennetz ist veraltet, wir reden von mindst. 100 Mrd. an fehlenden Investitionen. Ein Schienennetz dieser Größe lässt sich nicht durch den Verkauf von Bahntickets unterhalten! Die Politik hat jahrzehntelang die Verantwortung an die Bahn abgedrückt. Das Resultat sieht man jeden Tag in den Nachrichten.
6. Bei der Bahn gibt es auch nicht mehr oder weniger faule Mitarbeiter als in vergleichbaren Unternehmen.
7. Fr. Palla kann noch so gut und engagiert sein, wenn die Rückendeckung durch die Politik fehlt und notwendige Investitionen ausbleiben. Dann wird sich auch nichts ändern.
8. Die Bahn wäre problemlos wirtschaftlich wenn die Politik für die notwendigen Rahmenbedingungen Sorgen würde (modernes Schienennetz).