News Der NSA-Skandal spaltet die deutsche IT-Branche

Andy

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DunklerRabe

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Na, dann soll der Skandal mal schön spalten! :)

Find ich ein Stück weit lustig, dass man sich u.A. ausgerechnet an den absolut lächerlichen Vorschlägen der Telekom aufhängt. Die sind sowohl technisch als auch inhaltlich komplett daneben.

1. Nationales Routing/Schlandnet: Witzlos ohne Ende. Die Telekom trägt die Hauptschuld daran, dass sich das für "innerdeutschen" Traffic nicht automatisch ergeben hat. Die Telekom hat aktiv daran gearbeitet über die letzten Jahre hinweg, dass sowas nicht automatisch etabliert wird. Und jetzt, wo sie merken, dass Internet so nicht funktioniert, wollen sie es auf einmal erzwingen und als positive Entwicklung verkaufen.

2. E-Mail made in Germany: Super Idee, die setzen uralte Vorschläge um und schalten die Transportverschlüsselung zwischen den Mailservern ein. Die Tatsache, dass das bisher nicht der Fall war, ist einfach nur beschämend. Auf den Mailservern liegen die Mails aber dann immer noch unverschlüsselt und auch das unverschlüsselte abholen der Mails wird noch unterstützt. Auch das ist eine reine Marketing Aktion um aus dieser eigentlich unangenehmen Situation noch Kapital zu schlagen.

3. Die deutschen Dienste arbeiten doch bereitwillig mit den Five Eyes zusammen und schleusen ggf. bereitwillig Daten aus, die sie national abschnorcheln. Wenn man davon ausgeht, dass diese witzlosen Vorschläge also was bringen, dann wird es spätestens durch die kriminellen Machenschaften unserer Dienste wieder zunichte gemacht.

Wer sich mal eine Stunde amüsieren will, der kann sich vom 30c3 mal den Talk "Bullshit made in Germany" anschauen. Da geht es hauptsächlich um De-Mail, auch ein wunderbares Stück Technik, im Anschluss aber auch ums Schlandnet, E-Mail made in Germany und die Deutschland Cloud.
 

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Vice Admiral
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Ach ja, zu Schengen- und Schlandnet sei dieser Vortrag vom CCC mal hier gelassen:

http://media.ccc.de/browse/congress/2013/30C3_-_5210_-_de_-_saal_g_-_201312282030_-_bullshit_made_in_germany_-_linus_neumann.html

Unterm Strich Marketing für Tkom damit sie ihr Monopol wieder stärken können
Gegen Überwachung hilft es nicht, da die NSA laut Snowdendokumente Techniken nutzt die auf Servern im jeweiligen Land aufbauen. Daher es ist zu erwarten, dass die, die wir ausschließen wollen/sollten eh direkt innerhalb der BRD schnorcheln. Gibt es doch auch Verträge zwischen USA und BRD, die es Firmen im Auftrag der amerikanischen Dienste erlauben Aufklärungsarbeit für diese Dienste zu leisten (wenn ich mich recht entsinne findet sich da Level3 und div. Beratungsfirmen die in oben verlinktem Video auftauchen und für entsprechende Reaktion beim Puplikum sorgen).


Daher, Schengen- oder Schlandnetz sorgt ausschließlich dafür, dass die Netzneutralität (weiter) eingeschränkt wird, Monopole verstärkt werden und sollte Vorratsdatenspeicherung sowie Websperre kommen das freie Kommunikationsmedium Internet innerhalb der BRD und Europa schlagartig auf einen Stand bringt den so manchen Diktator erblassen lässt.
 

guillome

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Schon klar das die NSA-Sklaven in Form von Apple, Google, Microsoft, Orcale, Ebay, etc das nicht wollen.
Jetzt gehts nämlich an den Umsatz und um Kohle.

Der Gegenwind in From von Skepsis beim Datenschutz bei Produkten dieser oben genannten NSA-Erfüllungsgehilfen ist enorm wichtig. Nur durch Umsatzverlust kann man die USA zwingen ihren Egotripp gegen die ganze Welt einzustellen.
 

DirtyOne

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Durch National-Routing soll etwa der inländische E-Mail-Verkehr nur noch über Server in Deutschland respektive europäische Länder aus dem Schengenraum geleitet werden, um den angelsächsischen Geheimdiensten NSA und GCHQ die Überwachung zu erschweren.
Als ob die NSA sich davon aufhalten lassen würde! Wer Glasfaser Fernkabel Anzapfen/Sabotieren kann, kann auch ein Schengen Routing umgehen!
Wichtige Firmendaten müssen einfach besser geschützt werden.
Am besten nur Offline im Intranet, für wenige Personen zugänglich.

Derzeit wollen/können viele Unternehmen einfach nicht so viel Geld für IT Sicherheit in die Hand nehmen.
 

Unnu

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Gut so. Streit bringt wenigsten klare Linien und Ergebnisse. Weichgespültes Einheitsgesülze bringt meist nichts.
Und von wegen es ist nicht die Aufgabe des Bitkom darüber zu spekulieren was die Geheimdienste treiben: Sie haben recht. Es ist verdammt noch mal die Aufgabe eines jeden einzelnen diese wildgewordenen Radikal-Sicherheitsesoteriker in ihre Schranken zu weisen.
Und da gehört der Bitkom mit dazu. Ob das den US-Unternehmen nun passt oder nicht.
 
F

flowie

Gast
Bei der aktuellen Unsicherheit frage ich mich, wer denn z.B. überhaupt Cloud-Dienste nutzt. Als Privatperson bestimmt nicht sicherheitsrelevant, für Firmen schon. Aber was sollen Interessenverbände schon - positiv - verändern, wenn die Einstellung des einzelnen absolut unpassend ist? Da beschwert man sich einerseits über Datenschutz, NSA-Spionage usw., um andererseits auf Facebook alle Peinlichkeiten der eigenen Existenz zu präsentieren. Ich habe mal eine gebrauchte Festplatte bei Ebay ersteigert, da war noch alles drauf: Bilder der vergangenen Urlaube, Diplomarbeit und Bewerbungen, diverse Programme, eine umfangreiche MP3-Sammlung usw.
 

fuyuhasugu

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Wieso spekulieren, was die NSA & Co. im geheimen anstellen? Schon allein die Rechtslage, dass nämlich nur inländische Unternehmen (d.h. amerikanische bzw. britische) von der Spionage ausgenommen sind (bzw. rechtlicherweise sein sollten), reicht doch vollkommen aus, IT, die unter amerikanischer oder britischer Hoheit steht, soweit wie irgend möglich zu meiden.

Und selbst wenn man die offiziell noch nicht bestätigten Informationen aus den Veröffentlichungen durch E. Snowden weglässt, bleibt noch mehr als genug übrig, inklusive der der ja grundsätzlichen Weigerung der USA ein wie auch immer geartetes Anti-Spy-Abkommen mit Deutschland und anderen Ländenr des europäischen Festlandes abzuschließen. Das gibt bereits ausreichend Einblick in das Denken, das dort vorherrscht.

Dabei ist es auch zweitrangig, dass die hiesigen Geheimdienste wahrscheinlich nicht viel anders agieren, schon weil sich Amerika immer wieder gegen Europa in Stellung bringt ("Fuck Europa!", Ausspionieren Europas bei Sicherheits-, Klima und anderen internationalen Konferenzen etc.). Man kann jetzt so tun, als ob das jedes Mal Ausrutshcer gewesen wären und gerade auch dem Gebiet der Wirtschaft nicht stattfindet, aber mit der Realität hat eine solche Annahme wohl eher wenig bis nichts zu tun. Um so wichtiger ist es jedoch, dass wenigstens die europäischen Festlandsländer zusammenarbeiten und die zwischenstaatlichen kleinen Reibereien, die es ja überall mal gibt nicht zu großen werden lassen.
 

dMopp

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Wer hätte das gedacht. Die telekom hat Eier. (Und ist finanziell ebenfalls mächtig, das schmeckt der USA bzw deren Anbietern nicht)
 

mambokurt

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Alles Bullshit, wir wissen seit einigen Monaten dass USA/GB in der Lage sind Untersee Glasfaserkabel abzuhören, da ist so ein Glasfaserkabel was hier irgendwo durch die Walachei geht die einfachste Übung.

Die einzige Lösung ist und bleibt End-to-End Verschlüsselung, so unkomfortabel es sein mag. Das können deutsche Mailanbieter natürlich nicht verbreiten, sonst beschweren sich a) die Kunden weil es so kompliziert ist und b) die Politik weil die Polizeiorgane nicht mehr mitlesen können...
 

Saftpresser

Ensign
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Was hilft das nationale Routing wenn GB und USA direkt in Deutschland ihre Abhörposten -wohlwollend geduldet von deutschen Politikern- bauen dürfen? habe nicht gehört das man da was unternommen hat, angeblich werden derzeit sogar weitere Posten gebaut
 
B

black90

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Sollen sich die US Unternehmen doch ärgern.
Ihnen wurde Vertrauen geschenkt und sie haben es missbraucht.
Für mich ist der Fall damit erledigt - dem Ami kann man nicht trauen.
 

bastis

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US-Unternehmen wie Microsoft, Google, Oracle, Amazon und Ebay lehnen solche Pläne ab. Den internen Protokollen zufolge erklärte ein Vertreter von Microsoft: „Der Bitkom sollte als Verband der gesamten IT-Branche der Tatsache Rechnung tragen, dass Server von Mitgliedsunternehmen in verschiedenen Ländern stehen.“
Obama würde es als deutscher Präsident so ausdrücken:
Wir sollten uns mehr um die deutschen Internetnutzer sorgen als um US-amerikanische Aktionäre.
 

bu.llet

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Erfreulich ist nur, dass die Bitcom mal eine anderes Thema als die Fachkräftemangellüge herausplärrt.

Vom Gehalt der Nachricht ist man aber schon wieder ganz unten im Lobby-/Populismus-Sumpf.
 

Kingfisher OK

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„Nach allem, was wir wissen, sind es nicht die deutschen Sicherheitsbehörden, die Grad und Maß bei der Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit aus den Augen verloren haben.“
Verständlich, dass es bei der Aussage einen #Aufschrei gibt. Es ist gutgläubig zu behaupten, die NSA sei das einzige überwachende Organ. Und genau deshalb halte ich auch wenig von nationalem/Schengen Routing.

Ein effektives Endpunkt zu Endpunkt Verschlüsselungskonzept wäre eine deutlich bessere Alternative. Das ganze "Made in Germany" ist peinlich und überheblich - eine Selbstbeweihräucherung der deutschen IT Branche.

Gruß
 

derMutant

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Die Politik schläft, dem Verbraucher ist es wurscht. Was soll den bitteschön passieren?

Besonders enttäuscht bin ich von den Piraten, die eigentlich großes Kapital aus der NSA-Affäre hätten schlagen können.
Bspw. über eine Petition zur Asylgewährung für Snowden.
 

5@n!töt3r

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Bei dieser Argumentation frage ich mich schon, ob MS, Google und wie sie nicht alle heißen, wirklich ein Problem mit der Überwachung durch die NSA haben.
 

GW1nner

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Ich finde sogar gerade Bitcom geht es was an... das ist schließlich ein Thema das uns alle betrifft.
 
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