DarthFilewalker schrieb:
Jedoch solltest du noch die folgende Überlegung anstellen:
Wenn Deutschland anfangen würde, sämtliche auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Drogen (auch Heroin) zu legalisieren und diese dann aktiv auf dem legalen Markt (Einzelhandel, Suoermarkt, Internet) anbieten und verkaufen würde - mit der Begründung, dass diese ohnehin schon auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind - würdest du dann immer noch so argumentieren?
Es existieren Ähnlichkeiten aber generell lässt sich nur das Prinzip Schwarzmarkt damit erörtern. In diesem Sinne geht es primär darum, dass Blizzard virtuelle Items als geistiges Eigentum betrachtet und energisch den Standpunkt vertritt, dass wenn es ihres ist, sie doch bitte am Geschäft teilhaben wollen. Soweit die Fakten und ihr Standpunkt erscheint mir logisch.
Die exakten Folgen lassen sich schwer abschätzen, da es hierfür noch keinen Präzedenfall gegeben hat. Ein Positiv-Beispiel jedoch kann man diesbzgl. in EVE-Online's PLEX-Politik sehen aber nur am Rande, da es sich hier lediglich um Spielzeit um einen geschlossenen und preis-fixierten Zyklus handelt.
Was meinst du, wie viel Gold in World of Warcraft durch organisierte Kriminalität entstanden sind (Stichwort: Minderfährige Gold-Farmer in China)? Sicherlich gibt es anders als bei Drogen keine nennenswerten gesundheitlichen Folgen, aber hast du schon mal an die vielen Familien gedacht, die durch ein 5.000 Euro-Schwert (Stichwort: Kind + Kredikarte des Vaters) in den finanziellen Ruin getrieben werden?
Die Folgen sind zwar anders als Drogen, jedoch nicht weniger schlimm!
Siehe oben, an was wird sich hier orientiert? Gibt es ein Beispiel, eine Quelle, die aufzeigt, dass Legitimierung oder Spiele-Entwickler durch das Übernehmen von Drittpartei-Aktivitäten ihre Spiele betreffend tatsächlich zum Anstieg von Kriminalität oder öfteren Ruin von Existenzen beigetragen haben, oder ist dies lediglich ein tendenziöses Dammbruchargument um quasi an die innere Ethik des Autors - mich - zu appelieren? Persönlich sehe ich die Gefahr erst wenn sich eine reale Tendenz abzeichnet, nicht wenn sie im Vorraus beschrieben wird, denn hypothetisch sind sowohl positive und auch negative Entwicklungen möglich.
Nehmen wir einfach mal an, das hier ist die erste Instanz und nicht die finale Version. Blizzard hat in der Vergangenheit Willen zum iterativen Prozess bewiesen. D.h. durch mehrmalige Änderungen und Feintunings letztendlich Missbräuche und Loopholes (Schlupflöcher im System) ausgemerzt. Davon ausgehend kann man annehmen, dass sie letztendlich auch das Ziel verfolgen, den Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen, die bis dato von Verkäufen virtueller Items und Währungen aus ihren Spielen profitierten - ohne jetzt diese Leute als generalisierend als kriminell zu bezeichnen. Letztendlich unterliegt die Verfolgung von Kriminalität den Exekutivorganen des Staates und nicht den Managern von Blizzard.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich diverse Extremszenarien konstruieren lassen, die Macht der Spekulation umfasst die Verharmlosung sowie die Endzeitprophezeiung, das oben beschriebene hätte ironischerweise bereits jetzt und schon seit Jahren eintreten können. Aber das reicht nicht für Gegenargument.
Meiner Meinung nach spricht einiges dafür und einiges dagegen, aber nichts davon sind extreme Situationen.
Im Gegensatz zu WoW ist Diablo vom Grundkonstrukt ein Farming-Game. D.h. Leute die es spielen, tun dies generell rein des Zwecks wegen und ist im Gegensatz zu WoW kein hässliches Beiprodukt sondern ein Kern-Feature des Spielprinzips.
Dagegen spricht, dass Blizzard zusätzlich mitverdient obwohl sie selber nicht direkt verkaufen. Dies allerdings könnte man wieder damit kontern, dass Blizzard eine feste Gebühr erhebt, ergo, teurer heisst nicht mehr Geld für Blizzard, allerdings schmälert das den Gewinn derer die den Markt überschwemmen wollen. Da es zwei Arten von Auktionshäusern geben wird, ist das System in sich abgeschlossen.
Letztendlich ist der Bruch hier rein paradigmatischer Natur, es ist eine Kapitulationserklärung vor den Leuten die lieber eine - m.E. letztendlich sieglose - Law&Order-Politik der ständigen Wachsamkeit und stetigen Verfolgung von 'illegalen' Verkäufen sähen und es wird de facto als Präzedenzfall gesehen für ein legitimiertes Geschäftsprinzip für alle Firmen in der Spiele-Industrie gesehen: Wenn Blizzard das tut und Erfolg damit hat, dann können wir das auch. Die individuelle Nachahmung und Umsetzung dieses Prinzips könnte Blizzard's Herangehensweise vergleichsweise sozial aussehen lassen.
Persönlich als Spieler halte ich es für viel ärgerlicher, dass ein permanenter Online-Status vorrausgesetzt wird und dass keine Mods erlaubt sind, ich hatte sehr viel Modding mit D2 betrieben. Aber ich persönlich habe dieses Jahr eh Torchlight 2 favorisiert und bis Diablo 3 released wird kann noch einiges Wasser die Mühlen herunterfliessen, und ich bin mir sicher, dass einiges in Revision gegeben wird.