News Elektronische Patientenakte: Akzeptanz auch nach einem Jahr weiterhin gering

Avatoma schrieb:
Das ist das große Problem in Deutschland:
... Und ist übermäßig kompliziert.

Nein das große Problem ist die Lobby, die überall dran mitverdienen will, in dem alles privatisiert wird was eigentlich in Staatshand gehört und das Daten etc versilberbar sind.

Das trägt auch dazu bei, das es so kompiziert wird, da unnötig viele Schnittstellen etc. geschaffen werden müssen. Und jede Schnittstelle und Datenveräußérung trägt nunmal das Potenzial, eine Schwachstelle zu sein.
 
Anstatt man es erstmal 1:1 für eine Testphase aus Ländern übernimmt, wo es reibungslos funktioniert (und wo man auch direkt den Mehrwert sehen und abwägen kann) und dann schaut, wie man das Produkt von beiden Seiten den lokalen Vorgaben anpasst, kommt so etwas dabei heraus...
Den größten inhaltlichen Teil meiner Akte nimmt übrigens die obligatorische erste Mundspülung bei meinem Zahnarzt ein und liest sich im Bürokraten Deutsch so umständlich und aufgeblasen, dass man den Eindruck bekommt, man hätte mit dem ersten Gurgeln Krebs besiegt und die Praxis gekauft...
 
@Sebbi

Der Staat kann es nicht. Alles, was der Staat (alleine) verwaltet, weltweit, ist scheiße. Schau dir mal Schulen an. Oder Brücken. Oder Stadtwerke. Oder oder oder.
 
Ganz einfach:

Sicherheitslücken, die schon vor geraumer Zeit aufgedeckt wurden, existieren weiter.

Es gibt kein einheitliches System, wer was ablegt.

Ich habe als Patient keinerlei Verfügungsgewalt, wer denn nun zugreift auf meine Daten.

Maximal lächerlich: Der Patient hat selbst nicht einmal vollumfänglichen Zugriff auf alle gespeicherten Daten.

Und was schon für sich genommen ausreicht, um es abzulehnen: Man will Leuten wieder "Apps" andrehen, und an BigTech binden. Kein vernünftiger, sicherer Zugang z.B. über Linux möglich.

Weiter: Absolut unsinnige Identifikations- und Verifizierungsmaßnahmen, die die Nutzung behindern.

Anforderungen wären für jeden mit mininaler Gehirnaktivität klar:

Nutzerkennung, Passwort, ggf. 2FA per mail oder SMS.

Automatische, nicht sinnlos umständliche Anmeldung für Patienten (ich bin doch eh schon bekannt und versichert bei der KK).

Betriebssystem-agnostische Zugangsmöglichkeit.

Vollzugriff auf ALLE Daten für Patienten.
Datenzugriff, und zwar selektiv, nicht pauschal auf alles, NUR NACH FREIGABE im Einzelfall durch Patienten, mit zeitlicher Beschränkung.

Schließen von Sicherheitslücken, wobei o.g. Punkte schon die allermeisten schließen würden.

KEINE Datennutzung, auch nicht vermeintlich anonymisiert zu "wissenschaftlichen" Zwecken ohne explizite (nicht untergejubelte) Zustimmung.

Da die ePA aber politisch und lobbyistisch gesteuert ist, werden diese Anforderungen zu 99% nie erfüllt sein.

Also bleibt nur ein Wort: NEIN
 
Avatoma schrieb:
@Sebbi

Der Staat kann es nicht. Alles, was der Staat (alleine) verwaltet, weltweit, ist scheiße. Schau dir mal Schulen an. Oder Brücken. Oder Stadtwerke. Oder oder oder.
Grundlegende Fehlentscheidungen der Gematik wurden getroffen, als die Wirtschaft die Mehrheit hielt. Das Gepfusche bei der Umsetzung ist privatwirtschaftlich, ..

Wie Infrastruktur wirtschaftlich organisiert verkackt werden kann, da kann man auf "Enron" zeigen.
 
derChemnitzer schrieb:
Da IBM mit im Boot ist bei der ePA müssen die auf verlangen Daten an die US Homeland Security weitergeben und das stößt mir sauer auf
Was glaubst du, will Homeland Security mit der Info, dass du letzte Woche krankgeschrieben warst wegen einer Erkältung, und vor 2 Jahren eine Harnwegsinfektion, sowie einen kaputten rechten Backenzahn behandeln lassen hast?
 
@ueg
Grundlegend haben Gesundheitsdaten ALLE einen Scheiß anzugehen, abgesehen von den Betroffenen, Ärzten und von den Betroffenen bewusst in Kenntnis gesetzten Akteuren!

Und rein aus der Geschichte, so eine Datensammlung wo sich psychische Probleme herauslesen lassen, Beschneidungen, Indikation für etwaige Erbkrankheiten... Das kann gehörig schief gehen, sollten sich irgendwelche Regierungen etablieren die Rechtsstaatlichkeit, allgemeine Menschenrechte wenig ernst nimmt dafür aber Rassismus, religiöse Diskriminierung, etc. pp. durchsetzt.
 
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Die "ich hab nichts zu verbergen" Fraktion ist da auf der sicheren Seite... nur wollen sie par tout nicht nackt rumlaufen.. wer weiss warum wohl.
 
Mein Eindruck ist, dass die Qualität im Gesundheitswesen stark nachgelassen hat. Das fängt mit der Verfügbarkeit (insbesondere von fachärztlicher) an und wird mit Facharzttermin in Spee auch nicht leichter, wenn aufgrund der Zeitabläufe ein vor Monaten initiales Event nur noch schwierig identifiziert werden kann (Glücksfall!) oder wenn man (noch mehr) Pech hat, kann bereits ein 1.Semester Medizinstudent auf 10m Entfernung die Diagnose stellen aufgrund in der Eindeutigkeit zugenommener Symptomatik.

Die ePA ist als Instrument verstanden vorrangig für Arztpraxen und Versicherungen relevant. In einer Welt mit limitierten Ressourcen stelle ich mir vor, dass es für Ärzte ein Vorteil wäre, wenn diese unmittelbaren Zugriff auf Untersuchungsergebnisse von anderen Kollegen/innen hätten, um keine doppelten Aufwände zu betreiben. Die Budgets für die kassenärztliche Versorgung ist heute vielerorts (in den Praxen) so schnell erschöpft, dass jeder Effizienzgewinn, der das Restbudget ein paar Tage länger "am Leben erhält", es doch Wert sein müsste, diesen zu nutzen.
Vielleicht ist es auch attraktiver seinen Stiefel durchzuziehen und im Zweifel die Praxis unterjährig häufiger zu schließen, wenn man es sich leisten kann. 🤷
 
Avatoma schrieb:
Alles, was der Staat (alleine) verwaltet, weltweit, ist scheiße.

Schau dir Dänemark an, Schau dir die Schweiz an - komisch dort geht das alles!

Scheiße wird es nur wenn mit aller Macht versucht auf Teufel komm raus seine Doktrien und Ideologie durchzudrücken ohne das man einen Consens finden will oder eine demoktatische Lösung und wenn man nicht seinen Willen bekommt umbockt wie ein Kleinkind.
Noch mehr Scheiße wird es außerdem, wenn sich Parteien durch Lobbys beeinflussen lassen in Ihren Entscheidungen und der Gesetzgebung. Für mich fällt eine solche Nähe unter Korruption, vorallem wenn Politiker gleich nach der Mindestsperrzeit sofort einen sehr sehr lukrativen Posten in den Lobbyunternehmen erhalten.
 
Es ist doch unrealistisch, davon auszugehen, dass man einem Arzt Zugriff gewähren kann, seine Mitarbeiter aber keinen Zugriff darauf haben.
 
Wenn die Daten später im KI Training landen, sollten auch nur diese Leute von den KI-Daten profitieren dürfen.
So hätte man auch einen guten Grund die Akte zu nutzen.
Allerding, dass man selber nicht festlegen kann, wer die Daten einsehen darf, wusste ich nicht und bin total schockiert! Da reden alle von DSGVO; gerade Gesundheitsdaten gehören zu den schätzenswertesten und dann kann jeder Mitarbeiter auf Daten von allen Ärzten, auf alles zugreifen??
Gibt es auch Leute die denken können bei den Verantwortlichen??
 
Zuletzt bearbeitet:
Hendrik2 schrieb:
Da reden alle von DSGVO; gerade Gesundheitsdaten gehören zu den schätzenswertesten und dann kann jeder Mitarbeiter auf Daten von allen Ärzten, auf alles zugreifen??
Das kann auch die Apotheke. Wenn bei einem Apotheken Besuch die Angestellte anfängt zu kichern, dann kann es an einen Eintrag von deinem Urologen liegen. :D
 
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Wenn die ePA nicht für alle Pflicht ist, dann ist das Projekt gescheitert.

Warum?

Ganz einfach:
Wenn ich als Arzt was suche und ich weiß in der EPA ist alles drin, dann schaue ich auch nach.

Wenn das bei jedem Mal so und mal so ist, dann habe ich dafür keine Zeit und lasse mir die Unterlagen eben vom Patienten mitbringen - ich muss mir den Arbeitsfluss nicht noch komplizierter machen

Ausserdem habe ich administrativen Aufwand da ich Patienten Fragen muss ob ich was hochladen darf, was dann wieder administriert werden muss im System - dafür haben ich keine Zeit!!!!!

Das ist der eine Teil.

Dann kommt die technische Umsetzung bei den vielen Praxissystemen, teuer und kompliziert..... Buggy..

Zur Privatsphäre:
In Zeiten von FB, insta und TT ist die Diskussion eigentlich lächerlich - bei Instagram ziehen die Leute für die ganze Welt blank aber der Arztbrief darf nicht elektronisch für alle Ärzte einsehbar sein - echt jetzt?
 
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Matsingeroni schrieb:
Habe mittlerweile 3 Apps meiner Krankenkasse, da blickt keiner mehr durch.
Darf ich fragen wozu diese 3 Apps sind? Also abgesehen von der Tatsache, dass es von einer Kasse 3 verschiedene Apps geht, statt alles in einer zu regeln, frage ich mich einfach ganz grundsätzlich wieso man überhaupt irgendeine App von einer Krankenkasse braucht. Was macht man damit?
 
XCPTNL schrieb:
Was macht man damit?
Ich mach mal stellvertretend. Meine Kasse hat zwei Apps. Einmal die ePA und die normale. ePA ist klar. Die andere App ist für diverse Angebotsbuchungen, Anforderungen von Dokumenten, Bonusprogramm etc. oder früher auch für die Krankenscheine gewesen. Diese konnte ich damit ganz einfach übermitteln. Ist inzwischen ja hinfällig. Ich muss aber eben nicht telefonieren, sondern mach das ganz einfach in der App.
 
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Helge01 schrieb:
Das kann auch die Apotheke. Wenn bei einem Apotheken Besuch die Angestellte anfängt zu kichern, dann kann es an einen Eintrag von deinem Urologen liegen. :D
Immerhin kann ich so den langweiligen Arbeitsalltag den Mitarbeitern der Apotheke versüßen :)
 
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Also ich nutze die elektronische Patienakte seit Tag 1. Bei der Registrierung bei der TK braucht man ein Ident verfahren und eine Zusatz App, eigentlich das gleiche wie beim Banking. Das das viele nicht verstehen oder verzweifeln war mir da auch schon klar.

Ich glaube der Bund sollte langsam wie in anderen Ländern eine Master App für sowas anbieten. Verstehe auch nicht warum die iFKZ App auch gesondert sein muss.. In 5 Jahren gibt es dann 10 Apps.. Digitaler Euro Wallet, Personalausweis App, KFZ App usw Mega nervig
 
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Ach du... Ich hab den Mist gar nicht mitbekommen.. Bin ich da nun drin wenn ich vor X Zeit nicht widersprochen habe?
Und wenn ja, wie komm ich da wieder raus und kann ich sämtliche Daten löschen lassen die in der Zeit vlt dort gelandet sind?

Das ist echt das Letze ! Man geht vertraulich zum Arzt, das geht niemanden etwas an, was dort besprochen/gemacht wird oder oder.. Zumindest nicht ohne das ich das auch will !

Mag für manche ja praktisch sein, für andere ein Graus. Allein die Vorstellung das da ein Muster meines "Krankheitsbild" oder was auch immer erstellt wird, geht mal gar nicht.

Ich will da raus 🤮
 
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