News Finanzierungsprobleme: Internationale Computer­spiele­­sammlung vor dem Aus

Bright0001 schrieb:
Und auch wenn ich an meine Consulting-Zeit zurückdenke, sind 1,5 Mio. für ein skalierbares, international verfügbares Projekt mit Implementierung und drei Jahren Betrieb ne ziemlich günstige Angelegenheit, bei der ich nicht einmal weiß, ob mans für den Preis überhaupt angenommen hätte.
War exakt mein Gedanke. 1,5 Mio über drei Jahre ist super billig und wirklich kein Geld. Davon kannst du ja über den Zeitraum nicht mal 10 Vollzeitstellen zu nem Mediangehalt einstellen und dann ist davon auch keine einzige Rechnung bezahlt.
Außerdem weiß ja keiner hier was die Voraussetzungen für das Fördergeld waren bzw. welche Aufwendungen dadurch bezahlt werden durften (häufig sind das nur Förderungen von Eigenaufwand und Bruttoarbeitslohn). Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass da gar nicht das ganze Geld abgerufen wurde.

Und nur mal für die ganzen Steuerverschwendung-Rufer ein Vergleich: Durch das Aussetzen der Vermögenssteuer seit 1997 entgehen den Ländern täglich 35 Mio. Euro.
 
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Bright0001 schrieb:
Aber ich lasse mich gern eines besseren Belehren: Die "ich machs fürs gleiche Geld 10/20 Jahre lang"-Partei kann ja mal grob Umreißen, wie sie das denn bewerkstelligen würde. :)
  • Spieleförderung aus Deutschland zwingend verknüpfen mit dem Beisteuern ins Archiv.
  • Digitalisierung der Discs, Handbücher etc weiterführen aber die Hardware verbleibt in den aktuellen Museen und Einrichtungen.
  • Bis zu einem Drittel eines langfristig zu erhaltenden Vereinsvermögens dürfen in risikoarme Aktien, Fonds oder Anleihen erstklassiger Schuldner investiert werden.
    Hochriskante oder spekulative Anlagengeschäfte sind grundsätzlich tabu.
  • AI Unternehmen (wie bei anderen Datenbanken) ausschließen da kulturauflösend/schädigend und zu viel Traffic Verusacher.
  • Die Deutsche Nichtprofit Organisation Sustainable Games Alliance einbinden, die würden sich um eine Beteiligung reißen.
  • Unis und Hochschulen die Spieleentwicklung,Design, Multi Medien usw. Anbieten einbinden.
    Das ist finde ich in ihrem eigenen Interesse an diesen Datenfundus teilhaben zu können. (erweitert zudem die Chancen der Absolventen auf dem Jobmarkt.)
  • Die beteiligten Unis könnten die Datenbank/Webseite hosten.
  • Ehrenamt einbinden wie es üblich ist für Archive.
 
n8mahr schrieb:
"kultur" ist - genau wie "kunst" - keine klar umgrenzte sache, die sich mit themen wie, ich nenne es mal salopp "Tagespolitik" befassen muss, um als kultur oder kunst zu gelten.
Ja richtig, Kultur lässt sich nicht klar umgrenzen, es ist frei und kennt keine Grenzen. Filme und Musik haben das schon lange begriffen, doch bei Computerspielen versucht man aber genau krampfhaft Grenzen zu setzen und gewisse Themen tot zu brüllen. Darum sage ich ja, du kannst etwas nicht Kultur nennen, wenn keine drin ist, sondern nur Themen die man selber toll findet. Denn Menschen müssen das aushalten können wie bei Musik und Filmen.
 
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Crifty schrieb:
doch bei Computerspielen versucht man
Wer versucht das denn? Das ist doch ein Problem von Gamergate-Kellerkindern auf Reddit und irgendwelcher Influencer-Bubbles.
Kulturwissenschaftler und die z.B. die Betreiber des ICS grenzen da bestimmt nichts aus. Oder hast du Beispiele?
 
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Wofür ist denn das Geld verwendet worden? Zum kauf der Hardware. Oder wurden davon sie Personalkosten beglichen? Wer war denn mit der Erfassung in welchem Umfang beauftragt. Ohne weiterführende Informationen klingt es leider weniger nach einem unterstützenswerten Projekt als Steuergeldverschwendung. Und das sage ich als Videospielefan. Es wäre auch total toll solche perlen verfügbar zu machen aber so richtig habe ich den Auftrag nicht verstanden.
 
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Crifty schrieb:
Ja richtig, Kultur lässt sich nicht klar umgrenzen, es ist frei und kennt keine Grenzen.
da sind wir uns einig.
Crifty schrieb:
Filme und Musik haben das schon lange begriffen, doch bei Computerspielen versucht man aber genau krampfhaft Grenzen zu setzen und gewisse Themen tot zu brüllen.
wo siehst du das speziell auf computerspiele bezogen? die gleichen diskussionen hast du bei filmen, serien,.. auch. und "totbrüllen" ist so ein harter ausdruck. es gibt leute, die in foren polemisieren - sowohl die PRO als auch die CONTRA fraktion. und dann gibt es die abstimmung mit den füßen bzw der geldbörse.
Crifty schrieb:
Darum sage ich ja, du kannst etwas nicht Kultur nennen, wenn keine drin ist, sondern nur Themen die man selber toll findet. Denn Menschen müssen das aushalten können wie bei Musik und Filmen.
nein, da liegst du falsch. du teilst schon wieder ein in kultur und un-kultur, nur weil etwas nicht der tagespolitik entspricht sondern evtl ein reines unterhaltungsprodukt. alles ist kultur, egal, ob es "das ganz große rad dreht", oder einfach nur unterhaltung darstellt. und auch egal, welche zielgruppe es anspricht!
 
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Tevur schrieb:
Das ist doch ein Problem von Gamergate-Kellerkindern auf Reddit und irgendwelcher Influencer-Bubbles.
Ja richtig, die Betreiber von der Archivierung betrifft das nicht, aber der öffentliche Tenor „Gamergate und Konsorten“ sind größer als man denkt, auch hier im Forum gibt es bei manchen genau so eine Auffassung das „Spiele nicht alles repräsentieren/wiedergeben sollen“. Da kommen dann solche Aussagen wie „das gehört da nicht rein“ oder „lasst unsere Spiele mit dem Müll in Ruhe, das will keiner sehen“.

Das ist der Punkt worauf ich die ganze Zeit hinaus will, Kultur kennt keine Grenzen, wer aber künstliche Grenzen fordert, kann dann nicht Kultur brüllen.
 
Die sollen mal bei Microsoft anfragen. Die haben 70 Milliarden für einen absolut mülligen Spielekatalog ausgegeben.
 
Crifty schrieb:
Das ist der Punkt worauf ich die ganze Zeit hinaus will, Kultur kennt keine Grenzen, wer aber künstliche Grenzen fordert, kann dann nicht Kultur brüllen.
Die Thematik mit Leuten die nur ihre Weltansicht erlauben gibt es, da habe ich dich verstanden.
Es wirkt jedoch als ob du grundsätzlich gegen das Archivieren von Videospielen bist, da es Menschen gibt die nur ihren eingeengten Horizont von erlaubter Kunst widergespiegelt sehen möchten.
Dies passt nicht zu den Aufgaben eines Archivs.


Die digitale Preservation und Archivierung von Videospielen im angemessenen Rahmen fokussiert sich auf
eine für die Nachwelt nachvollziehbare Abbildung von wissenschaftlich, ökonomisch, gesellschaftspolitisch, künstlerisch, pädagogisch, sozial und oder technologischen Entwicklungen die sich im Medium Videospiel unterschiedlichster Umsetzungen und Kulturellen Ausrichtungen wiederfinden.
 
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Wilfriede schrieb:
Warum? Macht doch keinen Sinn^^ Klar wird es Retro auch in 30 Jahren noch geben.
Nein, in 30 Jahren wird es keine Ausstellung/virtuelles Museum von Spielen geben, die nur mit Hilfe der Online-Plattform und Spiele-Server funktionieren, außerdem kannst Du da auch keine Cover/Hüllen/CDs mehr ausstellen. Vielleicht irgendein Film zeigen, aber das ist überhaupt nicht das Gleiche wie live ausprobieren können....
 
Wundert mich nicht wirklich.

Gaming wird von den aktuell regierendenden Gerontokraten halt nicht als Kulturgut anerkannt.
Die stopfen liebend gerne Millionenbertrräge in den Betrieb von Opernhäusern.

Wer der Anwesenden war nach Ende seiner Schulzeit nochmal in einer Oper?
 
espiritup schrieb:
Wer der Anwesenden war nach Ende seiner Schulzeit nochmal in einer Oper?
Ich regelmäßig und es stellt dich moralisch auf die gleiche Stufe mit den Gerotokraten, wenn du ebenfalls ein Kulturgut gegen ein anderes ausspielst.

Dass die Finanzierungshöhe diskussionswürdig ist, ist ne andere Sache. Da frag ich mich auch, nach welchen Maßstäben da überhaupt entschieden wird, wenn nicht nach dem persönlichen Geschmack der Verantwortlichen.
 
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Tevur schrieb:
Ich regelmäßig und es stellt dich moralisch auf die gleiche Stufe mit den Gerotokraten, wenn du ebenfalls ein Kulturgut gegen ein anderes ausspielst.
Dankeschön für deine Einschätzung, daß du den Verantwortlichen moralische Verkommenheit attestierst.
Tevur schrieb:
Dass die Finanzierungshöhe diskussionswürdig ist, ist ne andere Sache. Da frag ich mich auch, nach welchen Maßstäben da überhaupt entschieden wird, wenn nicht nach dem persönlichen Geschmack der Verantwortlichen.
Hey, das reicht mir doch vollkommen aus. Eine Diskussion und ggf. gerechtere Verteilung der Fördermittel. Ich habe nirgends vorgeschlagen, Opern gar nicht mehr zu fördern. Sondern lediglich postuliert, daß der "Wert" vielleicht etwas überschätzt wird. Vor Allem bei der Generation 60+
 
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NoNameNoHonor schrieb:
Nein, in 30 Jahren wird es keine Ausstellung/virtuelles Museum von Spielen geben, die nur mit Hilfe der Online-Plattform und Spiele-Server funktionieren, außerdem kannst Du da auch keine Cover/Hüllen/CDs mehr ausstellen. Vielleicht irgendein Film zeigen, aber das ist überhaupt nicht das Gleiche wie live ausprobieren können....
Für die „wichtigen“ Spiele wird man schon eine Lösung finden. Ist ja heute schon so. Ich mache mir da keine Sorgen.
 
zombie schrieb:
Einfach verrückt wieviele Millionen Euro heutzutage Ruckzuck verschwinden können. Man fragt sich was dait gemacht wurde.
Vermutlich wurden Menschen bezahlt daran zu arbeiten und Infrastruktur aufgebaut??? Hast du schon einmal an solch einem Projekt mitgewirkt und kannst einschätzen, was für Kosten so anfallen? Hättest du selbst wahrscheinlich in Teilzeit für nen Appel und nen Ei aufgebaut, richtig?
Ergänzung ()

Knuddelbearli schrieb:
1,5 Mio. geteilt durch 60.000 sind 25€ pro Spiel
Die Spiele an sich gibt es schon in den jeweiligen Institutionen? Oder wolltest du darauf inaus, dass man pro Spiel 25€ in die Archivierung und Speicherung investieren könnte? Und wer macht das dann? Die KI?

Crifty schrieb:
Oh da verstehst du mich vielleicht falsch, Mir geht es darum, du kannst etwas nicht mit einem „Kultursiegel“ versehen, wenn du nicht das ganze Spektrum an Kultur zulässt. Aber genau da sind wir heute, passt das kulturelle Thema nicht, wird ganz schnell der Shitstorm im Internet entfesselt und das Thema totgemacht. Kultur ist kein Süßigkeitenladen wo man sich nur das rausnimmt was einem genehm ist.
Solange aber Spieler genau auf so einer Welle reiten, solange sind Spiele nur Industrieprodukte die weit hinter Filmen und Musik in ihrer Daseinsberechtigung sind. Denn Filme und auch Musik sind hier wirklich kulturell weiter.
Könntest du mal nen Beispiel nennen? Würde mich mal interessieren!
 
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Bundesgerd schrieb:
Deutschland unterstützt Gott und die Welt in Milliardenhöhe mit unseren Steuergeldern.

Falsch. Die Mär "Steuergelder" ist tatsächlich weit verbreitet, aber eben einfach vollkommen falsch und an der Realität vorbei.

1. Steuern sind immer ausschließlich nur Einnahmen. Staatseinnahmen.
2. Steuergelder können nur bezahlt werden, weil der Staat das Geld erschafft und in den sekundären Geldmarkt pumpt. Dieses "uns" passt nicht.
3. Staatliche Gelder sind eben staatliche, kommunale Gelder.
4. Steuern machen von den jährlichen Gesamteinnahmen des Staates noch nicht einmal 50% aus. Daraus ist klar erkennbar, ein Staat finanziert sich nicht ausschließlich aus Steuern. Das würde auch gar nicht gehen.
5. Staatliches Geldsystem und Haushalten funktioniert nicht wie die berühmte "schwäbische Hausfrau".
 
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Akula schrieb:
1. Steuern sind immer ausschließlich nur Einnahmen. Staatseinnahmen.
Wenn der Staat Geld über Steuern einnimmt und damit Ausgaben tätigt, ist es völlig üblich und sachlich vertretbar, von Steuergeldern zu sprechen.
Akula schrieb:
2. Steuergelder können nur bezahlt werden, weil der Staat das Geld erschafft und in den sekundären Geldmarkt pumpt. Dieses "uns" passt nicht.
Deutschland erschafft den Euro nicht eigenständig. Die Währung wird durch das Eurosystem gesteuert, also durch EZB und nationale Zentralbanken, darunter die Bundesbank. Der deutsche Staat kann nicht einfach beliebig Geld schaffen, um Ausgaben zu bezahlen. Wenn Bürger, Arbeitnehmer, Unternehmen und Verbraucher Steuern zahlen, dann stammen diese Mittel aus der Gesellschaft. Natürlich wird das Geld danach zu staatlichen Haushaltsmitteln. Aber der Ursprung vieler Mittel sind Zahlungen der Bürger und Unternehmen.
Akula schrieb:
3. Staatliche Gelder sind eben staatliche, kommunale Gelder.
Ja, sobald Geld im Haushalt des Bundes, eines Landes oder einer Kommune liegt, ist es formal öffentliches Geld. Aber es ist nicht vom Himmel gefallen. Ein großer Teil stammt aus:
  • Lohnsteuer,
  • Einkommensteuer,
  • Umsatzsteuer,
  • Körperschaftsteuer,
  • Gewerbesteuer,
  • Energiesteuer,
  • Tabaksteuer,
  • Grundsteuer usw
Bei Kommunen kommen zusätzlich Gebühren, Beiträge und Zuweisungen hinzu. Aber auch kommunale Mittel stammen oft direkt oder indirekt aus Steuern.
Akula schrieb:
4. Steuern machen von den jährlichen Gesamteinnahmen des Staates noch nicht einmal 50% aus.
die Schlussfolgerung ist irreführend, weil ein sehr großer weiterer Block der Einnahmen aus Sozialbeiträgen besteht. Also Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung.
Diese Beiträge sind ebenfalls gesetzlich verpflichtende Abgaben. Sie sind keine freiwilligen Einnahmen des Staates.
Akula schrieb:
5. Staatliches Geldsystem und Haushalten funktioniert nicht wie die berühmte "schwäbische Hausfrau".
So wie du es beschreibst allerdings auch nicht:



Und jetzt zum Thema.

Ich hätte gerne Transparenz über die 1,5 Millionen €. Dazu konnte ich leider nichts auf der Seite finden. Damit würde sich viel besser bewerten lassen ob das ganze sinnvoll aufgesetzt war.
 
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Okay.
Ich bin hier raus. Geschwurbel über angebliche STeuergeldverschwendung brauch ich mir wirklich nicht anzutun.

War eine schöne Diskussion bis dahin.
 
espiritup schrieb:
War eine schöne Diskussion bis dahin.
Welche Diskussion meinst du ? Kommentar 1 dieser News dreht sich doch bereits um die Finanzierung ?
Spriti schrieb:
1,5 Mio in nicht mal 3 Jahren.

Ich sehe hier keine Verschwendung. Es fehlen für mich einfach Details um bewerten zu können ob die 1,5 Millionen gut investiert wurden oder nicht. Das man hier nicht die Maßstäbe der freien Wirtschaft ansetzen kann, ist auch klar. Damit ist kein Geld verdient also muss man halt genau schauen wofür es ausgegeben wird. Vielleicht hat auch jemand die Reißleine gezogen weil man gemerkt hat das für 1,5 Mio nur eine Datenbank angelegt wurde?
 
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