News Finanzierungsprobleme: Internationale Computer­spiele­­sammlung vor dem Aus

Zensored schrieb:
Man müsste es wie bei Büchern regeln und die Archivierung zur Staatssache erklären.
Funktioniert bei Digitalen Medien so nicht
Manegarm schrieb:
Archivierung ist nur möglich wenn man die Module/cd aufhebt.

Und die entsprechenden Hardware in funktionierendem Zustand. Sonst hat man nur eine Sammlung von Plastikschrott.
 
Sehr schade drum, aber von denen auch nicht sonderlich "schlau" gemacht.
Sie hätten nur sagen müssen, dass sie neben der Archivierung noch eine KI entwickeln und schon hätte ihnen irgendjemand aus der Epstein-Milliardärs Klasse ne Milliarde aufs Konto geschissen.
 
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Ein bissl mehr Informationen über das ICS bzw. Was bisher erreicht wirde, wäre schon gut.
 
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Schade. Aber vielleicht kommt doch noch was. Wünschenswert wäre es.
Bright0001 schrieb:
Kaum ist Deutschland aus der WM geflogen, werden aus den ganzen Bundestrainern nun wieder Soziologen und Wirtschaftswissenschaftler. :lol:
Und zu dummen Kommentatoren. Das nervigste sind die paar Dauernörgler, die zwar lautstark, aber in der Minderheit sind.
 
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Himbeerdone schrieb:
...

Hier sollte man evtl. einmal international eine rechtlich sichere Lösung finden und jedes neue Spiel sollte an einem zentralen Punkt (mit Backup) vom "Inverkehrbringer" in einem dauerhaft spielbaren Zustand und mit Zusicherung der Rechte auf alle Zeit in digitaler Form "abgegeben" werden.
...
Nicht möglich. Bevor man mit solchen Überlegungen anfängt, muss man den rechtlichen Status Quo erstmal ansehen. Urheberrecht beinhaltet in den allermeistenm Ländern das Recht, eine Veröffentlichung zu untersagen - dafür gibt es pro und contra in 150 Jahren Debatten zu dem Thema. Wir sind nicht die ersten, die das diskutieren. In den USA und im UK gilt das Urheberrecht AFAIK irgendwas um die 50 Jahre ab Erscheinen des Werkes, in Deutschland (und Östereich) gilt das Urheberrecht bis 75 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Auch dafür gibt es pro und Contra und 150 Jahre Debatten.

P.S.
Für eine Befreiung der Rechte von No One Lives Forever (N.O.L.F.)!
 
Ich hätte da lieber die Aufrechterhaltung von Arcade Spielehallen gehabt. Solche wie in den 90er, hier im süden Deutschlands gibts keine mehr.
 
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Tevur schrieb:
Menschen, vor allem Wissenschaftler, haben dafür Vollzeit gearbeitet.
Gibt es schon die kompletten Informationen wie das ICS mit den 1,5M€ innerhalb der drei Jahre umgegangen ist?
Die haben nach meinen Infos keine physische Einrichtung mit eigenen Archivräumen gehabt?

In der Regel werden bei existierenden Archiven neben dem einbeziehen von Ehrenämtlern z.B. Archivare eingestellt und da geht die Vergütung nach den Beispielkatalogen für Bund und Kommunen.
https://www.vda.archiv.net/empfehlungen/archivarischefachaufgaben.html
https://www.kommunalforum.de/archiv_verdienst.php

xammu schrieb:
Funktioniert bei Digitalen Medien so nicht
Die E-Books sind Digitale Medien und inbegriffen bei der Gesetzgebung zur Archivierung von Büchern. Bei Videospielen muss man halt noch nachbessern, wahrscheinlich regelt man das am besten über die EU.

MelbarKasom schrieb:
Sie hätten nur sagen müssen, dass sie neben der Archivierung noch eine KI entwickeln und schon hätte ihnen irgendjemand aus "" ne Milliarde aufs Konto geschissen.
Das geht noch einfacher:
Die Existenz der Datenbank hilft (wie man es aus anderen Beispielen leider kennt) den KI Unternehmen.
Andere für die Spieleentwickler wichtige Datenbanken haben seit 2024 gewissen "AI" Unternehmen den Zugang gesperrt.
 
Zensored schrieb:
Die E-Books sind Digitale Medien und inbegriffen bei der Gesetzgebung zur Archivierung von Büchern
Dort meistens PDF-A oder Epub glaube ich.

siehe:
https://www.slub-dresden.de/veroeff...ds-fuer-die-ablieferung-von-netzpublikationen
https://www.it-recht-kanzlei.de/faq-ablieferung-pflichtexemplare-ebooks.html#abschnitt_22

Welches Standardformat gibt bei Spielen?

Wie will man Spiele von einer Dreamcast oder Atari 2600 archivieren?
Als Quellcode? Welche Sprache? Assembler?

DRM geschütztes Zeug? Dinge mit Onlinezwang?
Mach das mal einem Publisher klar, dass eine lauffähige DRM- und kopierschutzfreie Version öffentlich zugänglich zu machen ist. Und das nach jedem Patch bzw Updates, jedes DLC.

So schön die Idee ist, aber es hängt zuviel zusammen.

Das Spiel braucht Windows 98, also brauchst du nen Emulator oder einen Rechner mit Windows 98.
In beiden Fällen brauchst du ein archiviertes Windows 98 und ggf. einen Emulator.
Man kann auch Virtualbox archivieren.

Das Spiel ist so alt und hardwarenahe, dass es Gate A20 erfordert, doof.
 
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@MountWalker: Das ist mir leider klar, aber ohne eine vernünftige Regelung diesbezüglich ist so ein öffentliches "Museum" auch ziemlich sinnfrei und kann somit in der Hand privater Sammler verbleiben. Das funktioniert schließlich bei vielen anderen Kulturgütern auch sehr gut.
 
xammu schrieb:
So schön die Idee ist, aber es hängt zuviel zusammen.
Gut erkannt.

Um so wichtiger ist es, dass sowas professionell, kompetent und ganzheitlich angegangen wird.
Das können entsprechende Institutionen besser leisten, als private Sammler, Museen oder die Produzenten selbst.
 
Das Scheitern könnte auch eine Folge von dem gescheitertem Antrag "Stop Killing Games" zu sehen sein. Denn damit ware eine Basis gegeben worden auch weiter zu archivieren.
 
Naja, gibt nun wahrlich schlimmeres auf der Welt, echte Probleme und so.
 
Dass trotz der angesetzten Summe jetzt schon wieder Schluss damit sein soll, deutet wohl eher auf Mismanagement der Mittel hin, aber evt. wurden dort auch vergebene Mittel zweckentfremdet eingesetzt, wer weiss (?), denn anders kann ich mir den Finanzbedarf bisher nicht wirklich erklären.

Traurig ist das schon und man hätte sicherlich auch anderweitig Mitstreiter finden können und es synergistischer einrichten können (etwa in Kooperation mit GOG (Patrons/"Game Preservation") und anderen (im europäischen Ausland angesiedelten Akteuren in dem Bereich), die daran auch ein Interesse haben, zumal von GOGs Führung aus auch Kritik an Sonys Datenträgerabschaffung geübt wurde), aber vielleicht war das auch nicht gewollt.


Wenn man sich noch die von der EU Kommission abgeschmetterte "Stop Killing Games" Initiative daneben anschaut, hat man den Eindruck, daß man sich auf gar nichts mehr verlassen kann und selber am kulturellen Erhalt (unkoordiniert) mit partizipieren muss (wenn nötig auch in gesetzlicher Grauzone oder darüber hinaus).

Es ist schon ein Trauerspiel, dass auch Piraterie höchstwahrscheinlich in dem Bereich (Erhalt von Computerspielen) kulturell mehr leistet als staatliche Institutionen oder Stiftungen und die Publisher größtenteils sowieso das allerletzte sind, da letztere meist nicht mehr an der Weiterführung und Pflege Ihrer Produkte interessiert sind (Remaster und Remakes zähle ich jedenfalls nicht dazu, denn dort steht der möglichst leichte/günstige/schnelle Profit im Vordergrund), weil man herkunfts- und verantwortungsvergessen dort glaubt so noch mehr Geld zu scheffeln.
 
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Können wir nicht ein gofundme oder sowas als Community starten und das Projekt retten ?
 
Die Initiative gegen Geldverbrennung scheitert ausgerechnet am Geld - wie ironisch. :freaky:
 
Die Fantasien, die manche hier aus den paar Informationen zu dem Vorhaben spinnen, sind schon echt wild. Von Geldverschwendung über Korruptionsvorwürfen bis Untergang des Abendlandes.
 
xammu schrieb:
Welches Standardformat gibt bei Spielen?

Wie will man Spiele von einer Dreamcast oder Atari 2600 archivieren?
Als Quellcode? Welche Sprache? Assembler?

So schön die Idee ist, aber es hängt zuviel zusammen.
""
In beiden Fällen brauchst du ein archiviertes Windows 98 und ggf. einen Emulator.
Man kann auch Virtualbox archivieren.

Das Spiel ist so alt und hardwarenahe, dass es Gate A20 erfordert, doof.
Es gibt mindestens zwei sehr unterschiedliche Sichtweisen für die Archivierung:
Einmal nur gut mit Original Hardware und die andere mit Emulatoren usw. wenn der Aufwand ansonsten zu groß wird/ist.
Brenzlige Situation bei Original Hardware; durch Alterung ändert sich diese teils drastisch.
Speedrunner beklagen sich darüber z.B. bei SNES Konsolen, wo die APU bis zu 182Hz schneller wird/wurde nach 35 Jahren.

Die Dateiformat Thematik ist ein gutes Stichwort.
Es gibt eine schöne Liste von Dateiformaten die für nützlich empfunden wurden.
Auf die schnelle habe ich nur diesen Link hier:
https://docs.nfdi4culture.de/ta2-fair-handreichung/en/empfehlungen-dateiformate
Kurz und knapp: Wenn es keine ISO oder Äquivalent gibt, ist das Dateiformat nicht gut für Langzeitarchivierung.
Sind die Dateiformate leicht zu verstehen/quelloffen.
Gibt es mehrere Programme um die jeweiligen Daten öffnen können.(Alle Abonnement Software fällt dadurch heraus)

Wenn es per Gesetz schlau geregelt wird, wäre es ideal wenn man es wie bei Opensource Projekten löst.
Kann auch intern im Archiv bleiben, die Punkte spontan wären:
Dependencies aufzählen, Welche Software Pakete wurden genutzt, welche Sprachen wurden angewendet.
Welcher Compiler, welche Kompressionsmechanismen usw. wurden genutzt, welche APIs oder DLLs Abhängigkeiten gibt es.
Wenn eigene Engine genutzt wurde, diese erklären mit den oben genannten Punkten.
"höher" liegendes wie welche Engine und OS wurde genutzt.
Bei Legacy, Abandonware und "ups wir haben alles verloren" (Siehe Rockstar Kommentar ) Decompiling und co anwenden/erlauben.
Kompilierte Varianten für Windows, Linux und etwaige andere Systeme sowie funktionierende Versionen für Dosbox, Wine, Proton usw. um das Thema um Betriebssystem-Inkompatibilität bestmöglich "einfrieren" zu können.

Dank der letzten Jahre mit Remaster/Remakes beschäftigen sich mehr Entwickler mit der Archivierung ihrer Projekte und dadurch gibt es auch potenzielle positive Anknüpfungspunkte.
 
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Zensored schrieb:
das kostet bei dir 1,5M€? Das ICS hatte von 2023-2026 soviel zur Verfügung.
Chilisidian schrieb:
Ja und? Die haben für 3 Jahre 1,5M Förderung kassiert, das sind knapp 40k pro Monat. Es ist schon fragwürdig, wo das ganze Geld hingeht.
Also wenn man schon Zweifel sät, dann sollte man zumindest eine halbwegs nachvollziehbare Begründung haben, denn mehr als Stammtisch "könnt ich besser/billiger!" kam im Thread noch nicht rum.

Fängt ja schon mit der Annahme an,, dass sie 1,5 Millionen in drei Jahren ausgegeben haben - Warum?
  • Der Artikel spricht davon, dass 1,5 Millionen zur Verfügung gestellt wurden, was nicht automatisch heißt, dass diese Mittel auch abgerufen wurden.
  • Falls der Fall, steht dort auch nicht, dass diese aufgezehrt sind. Man spricht davon, dass man ohne Finanzierung den Betrieb nicht fortführen kann und einstellen wird, und nicht davon, dass man unmittelbar insolvent ist.
  • Ohne die konkreten Kostenstellen zu kennen ists Kaffeesatzleserei, ob und wie verantwortungsvoll die mit dem Budget umgegangen sind. Die erste Projektphase bezog sich darauf die Basis für ein internationales Spiele-Archiv zu schaffen; Gut möglich, dass man Kosten vorgezogen hat, um langfristig Geld zu sparen.
Und auch wenn ich an meine Consulting-Zeit zurückdenke, sind 1,5 Mio. für ein skalierbares, international verfügbares Projekt mit Implementierung und drei Jahren Betrieb ne ziemlich günstige Angelegenheit, bei der ich nicht einmal weiß, ob mans für den Preis überhaupt angenommen hätte.

Aber ich lasse mich gern eines besseren Belehren: Die "ich machs fürs gleiche Geld 10/20 Jahre lang"-Partei kann ja mal grob Umreißen, wie sie das denn bewerkstelligen würde. :)
 
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Reaktionen: shaboo, Kaufmannsladen, n8mahr und eine weitere Person
Crifty schrieb:
Mit der Aussage wäre ich heute ganz vorsichtig. Vor gut 15 Jahren waren wir da auf einem sehr guten Weg, aber heute gibt es viele Spieler die genau das nicht mehr in Spielen haben wollen. Denn sobald kulturelle Themen behandelt werden wie: (....,)
Entweder man beschäftigt sich mit allen kulturellen Themen oder man lässt es komplett, aber dann kann man auch nicht mehr von einem Kulturgut sprechen
leider völlig falsch aus meiner sicht. "kultur" ist - genau wie "kunst" - keine klar umgrenzte sache, die sich mit themen wie, ich nenne es mal salopp "Tagespolitik" befassen muss, um als kultur oder kunst zu gelten. auch völlig unpolitische, unkritische, abstrakte dinge sind kultur und auch kunst. man denke zB an Popmusik. es steht weder dir noch einer kontrollstelle zu, computerspiele in kultur und un-kultur einzuteilen, nur weil die einen unterhalten und die anderen politische weltbilder vermittlen wollen.
 
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