TheManneken schrieb:
Viele glauben leider, der Motor explodiert, wenn die Drehzahl über 3.000 geht... Dann sind 60PS natürlich zu wenig, um gescheit vom Fleck zu kommen.
Dass man jeden Motor, sobald warmgefahren, gefahrlos und durchaus oft ohne Risiko auch mal in den oberen Drehzahlbereich bringen kann, in dem die Leistung überhaupt vorhanden ist (beim Up mit 60 PS bei 5.000rpm), will irgendwie keiner glaube. Auch interessant immer die entsetzten Gesichter meiner Beifahrer, wenn ich den Motor mal dafür benutze, wofür er im Auto ist...
Ich gehöre ja eher zu der Fraktion "Womit ersetzt man am besten Hubraum? Mit noch mehr Hubraum". Ich bin also auch eher weniger Freund von hohen Drehzahlen. Aber zum Überholen/ Beschleunigen darf mein "Oller" auch gerne mal in den Bereich 5000- 6000 U/min getreten werden. Und meinen letzten "Ollen" (Astra G Kombi 1,8l / 115PS, Bj. 99) habe ich mit knapp 300.000 km auf der Uhr verkauft. Der Motor war immer noch ein Sahneschnittchen. Von daher gebe ich Dir vollkommen recht. Denn Karren bei Zeiten mal so richtig "böse" zu treten schadet wirklich nicht.
Und so sehr ich mich hier im Fred auch für ein Tempo- Limit ausspreche. Die von den Gegner desselben oft angeführten Schleicher sind mir auch ein Dorn im Auge. Wenn ich mit 150 km/h unterwegs bin schwillt mir der Kamm an, wenn jemand hinter mir so dicht auffährt, das ich die Sorge habe, seinen Kühlergrill gleich in meinem Allerwertesten zu haben.
Aber wen ich mit gemütlichen 120 - 130 unterwegs bin, dann habe ich auch die Zeit nen "kurzen" Moment zu warten und erst nen schnelleren mich überholen zu lassen, bevor ich selber ausschere um nen Brummi zu überholen.
Ich finde beide Sorten von Fahrern extrem egoistisch/ egozentrisch und rücksichtslos. Aber das ist ganz unabhängig von Tempo- Limit oder keines. Ich habe öfter mal auch unter der WOche frei und fahre dann gerne mal in die Berge von München aus. Dann auch gerne Landstraße. Ist total chillig im Sommer alle Scheiben runter, geile Mucke laut an und mit 70 oder 80 die Landstraße lang tuckern, die Musik, die Landschaft geniessen und den lieben Gott nen guten Herrn sein lassen.
Ich könnt ja jetzt denken "Gibt ja keine Vorschrift, dass ich schneller fahren muss..." und den Streifen einfach durchziehen. Aber wenn ich so viel Zeit habe und so fahre, dann nehm ich mir auch die Zeit, setze an erster passender Stelle den Blinker rechts und halte vllt. auch mal kurz an, so das andere hinter mir, die vllt. arbeiten müssen, mich eben überholen können. Ich glaube, dass nennt man dann Rücksicht nehmen. (Und es wird einem oft gedankt. Hab's oft erlebt, dass der Überholende dann die Hand als Dank hebt.)
Und ich denke genau an dem Punkt liegt der Hase im Pfeffer begraben. Wir leben in Zeiten, in denen sich jeder zunehmend nur selber sieht. Rücksicht ist eine Tugend mit rückläufiger Verbreitung. Und das merkt man auch zunehmend im Straßenverkehr. Anders kann ich es mir nicht erklären, das selbst Fahrschulwagen "riskant" überholt und dabei noch angehupt werden.
Würden alle etwas rücksichtsvoller und weniger riskant fahren wäre eine Dikussion um ein Tempo- Limit nicht der Rede wert. Denn dann könnte ich nachts auf einer leeren BAB ohne Probleme 300 km/h fahren (sofern die Karre das hergibt). Das müsste ich dann nur noch mit meinem Geldbeutel ausmachen und ner guten Einschätzung zu meinen eigenen Fahrkünsten.