News La Grande Linux Nation: Frankreich setzt auf das freie Betriebssystem

Corros1on schrieb:
Was genau ist daran Satire? Die Tatsache, dass Interoperabilität in der professionellen IT wichtiger ist als ideologische Freiheit, oder dass ein Standard, der weltweit funktioniert, tatsächlich Vorteile gegenüber einer Bastellösung hat?
Wo genau sind sie bei Windows eigentlich stehen geblieben? NT4.0 ? Schon einmal die letzten Monate die Bulletins für Sicherheits- und Upgradepatches wirklich durchgelesen oder tote Systeme wiederbeleben müssen?
Besser wir belassen es dabei.
 
R3vAn_88 schrieb:
enorm viel Geld benötigen (das Frankreich eigentlich nicht hat).
Das ist doch der Irrtum, das Geld ist da, wird gerade nur alles Fleißig in due USA geschaufelt. vieles zu Microsoft.
Natürlich ist das nicht umsonst Software zu haben und zu maintainen...
Aber es wird günstiger werden und obendrauf Europäische Steuereinnahmen bringen.
 
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Man muss es eben einfach endlich tun. Frankreich hat da den Vorteil, dass es nicht noch 16 Bundesländer hat, die da sehr weitreichend querschießen können (und werden, allein um zu sagen "wir haben Macht"). Das müsste wirklich als EU-Vorgabe kommen. Vielleicht tut sich ja da mal was, denn Frankreich ist in der EU ja nicht irgendwer, gerade sicherheitspolitisch.

Das nächste wäre dann auch eigene Hardware. Die Leistungsfähigkeit ist da nachrangig. Der PC als 0815-Arbeitsgerät ist seit 20 Jahren ausreichend schnell. Risc V könnte da schon in seiner heutigen Form ausreichen. Man muss es nur tun.
 
Corros1on schrieb:
@comfreak
Souveränität ist ein schönes politisches Ziel, aber wenn am Ende die Effizienz der Verwaltung unter der Inkompatibilität leidet, zahlt der Bürger die Zeche. Das hat nichts mit persönlichen Vorlieben zu tun, sondern mit einer nüchternen Analyse von Systemabhängigkeite n.
Deshalb ist es an der Zeit, das Thema anzugehen bevor sich die "gewachsenen Strukturen" noch weiter verfestigen.
Gerade bei Office lässt sich mit etwas Entwicklungsaufwand viel erreichen, da könnte ein Land schnell dazu werden was Valve/Steam für Linux-Gaming ist.
 
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EU Vorgabe und gut. Gemeinsam eine Distro unterstützen (man muss ja keine Entwickeln) und entsprechende Software. Es könnte so toll sein. Aber doch nicht in DE… Alles viel zu langsam.
 
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Ms office ist doch aber auch, na ja.
Auf Arbeit gab es wieder keine Lizenz für Office bla bla bla, portable apps libre office, fertig.
Das ging komischer weise sofort.
Es gibt so viel freie Software wo man drauf aufbauen kann und mit KI anpassen kann... Gibt sicher Fälle wo man Software und Service dazu kaufen muss. Aber der staad kann sich ja das rechtliche dazu anpassen 🤷
 
RMS_der_Zweite schrieb:
Gerade bei Office lässt sich mit etwas Entwicklungsaufwand viel erreichen, da könnte ein Land schnell dazu werden was Valve/Steam für Linux-Gaming ist.
Der Vergleich mit Valve hinkt leider an einer entscheidenden Stelle: Valve hat eine Kompatibilitätsschicht für Unterhaltungssoftware geschaffen. Das ist ein technisches Meisterwerk, aber in einem Videospiel ist ein Darstellungsfehler oder ein kleiner Bug nur ärgerlich. In der öffentlichen Verwaltung hängen an fehlerhaften Makros, inkompatiblen Dateiformaten oder nicht funktionierenden Schnittstellen zu Justiz und Wirtschaft reale Existenzen, Fristen und Rechtsfolgen.
Strukturen aufzubrechen klingt gut, aber man muss die Verhältnismäßigkeit sehen: Der ‚Entwicklungsaufwand‘, um Jahrzehnte an gewachsener Office-Logik und spezialisierten Fachanwendungen fehlerfrei nachzubauen, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Es geht hier nicht um mangelnden Mut, sondern um die Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler und der Funktionsfähigkeit des Staates. Man kann ein Land nicht wie ein Open-Source-Projekt führen, bei dem man hofft, dass die Community die Fehler im Betrieb schon irgendwann findet.
 
comfreak schrieb:
Auf meiner Arbeit (Uni) läuft NextCloud mit mehreren Tausend Anwendern sehr stabil. Aber da kümmern sich auch sicher sehr gute Admins drum. Aber mag sein, alle Systeme können Probleme machen.
NextCloud selbst ja, aber nicht die integrierten Office-Varianten, vor allem nicht bei kollaborativer Arbeit - und das ist nunmal der Benchmark für moderne Lösungen im Produktiveinsatz. Dokumente zentral speichern und Daten sync'en ist 20. Jahrhundert.

Bei Nextcloud Office und OnlyOffice in der Onlinevariante zum kollaborativen Arbeiten hängt direkt die ganze Anwendung, wenn es mal ein längeres Dokument ist. Bei MS passiert das höchstens bei mehreren Hundert Seiten und bei Google Docs ist selbst ein 1000 Seiten Dokument in wenigen Sekunden offen und nichts hakt bei der Bearbeitung.

Am wichtigsten ist aber, wie gesagt, dass das kollaborative Arbeiten nahtlos funktioniert. Und da habe ich schon mehrfach bei OSS die Situation gehabt: Partner bearbeitet etwas "Dokument hat sich geändert, Sync verloren, bitte Seite neu laden". Teilweise sind sogar mal Änderungen verloren gegangen. Schon mehrfach stimmten Zeitstempel nicht...und ganz generell ist das Interface bzgl. Kommentare, Änderungen, ... einfach grauenhaft, das sieht in Office365 und vor allem bei Google Docs deutlich besser / nutzerfreundlicher aus.

Bei den proprietären Lösungen hatte ich keine der beschriebenen Probleme - jemals. Das zeugt schon von Stabilität auf einem ganz anderen Niveau.

comfreak schrieb:
Das ist ein wichtiger Punkt: Kauft man ein System ein, delegiert man die Verantwortung an diesen Lieferanten und schließt einen Service-Level Agreement ab, um sich den Support zu sichern.
Absolut - das ist sogar etwas, was ich selbst auch immer als Einstellung vertrete: Haftung, Support, ... will man gar nicht selbst an der Backe haben, sondern am besten immer outsourcen.

Bei der Regierung hingegen ist es imho umgekehrt. Solange ich im Zweifelsfall sogar noch wen verklagen kann, ist es mir sowas von egal ob der Programmcode einer meiner Applikationen irgendwo geleaked wurde...das sind maximal Geschäftsgeheimnisse. Wenn aber Gesundsheits- oder Finanzdaten von Bürgern oder noch viel schlimmer Verteidigungsdaten nicht sicher sind, dann ist das unverzeihbar.

Also SLA usw. usf. sehe ich absolut in den allermeisten use cases für Unternehmen, beim Staat selbst hingegen sehe ich das ehrlich gesagt nicht. Da sollte es Aufgrund der Natur der Sensibilität einfach eigenes Personal geben - oder halt lokale Unternehmen, mit entsprechenden Verpflichtungen.


comfreak schrieb:
Und mit NextCloud, Manjaro und SUSE kann Deutschland dabei gleich mehrfach profitieren (im wahrsten Sinne des Wortes). Und mit OpenDesk, EU-Office, LaSuite und Co kommen da echt einige ganz gute Projekte.
Das vage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln. So wie ich Deutschland kenne, wird alles in Bürokratie ertrinken und darüberhinaus wird man auch (ist ja nur OpenSource, da gibt es ja keinen Lizenzzwang) weniger Finanzmittel dafür bereitstellen, als man vorher in Lizenzen versenkt hat.

Und dann kommt natürlich noch dazu: bis auf einige Ausnahmen, funktionieren OSS Lösungen einfach i.d.R. schlechter. Niemand verwendet Google Drive und Konsorten, weil jeder Google Fanboy ist, insbesondere wenn es kostenlose Alternativen gibt. Die großen Lösungen haben sich etabliert, weil sie gut funktionieren. Das muss - vor allem als Gesamtlösung - OSS erstmal hinbekommen...und ohne zentralen Stakeholder wird das eine immense Aufgabe.

Abgesehen davon mal so als Seitennotiz: wie verzweifelt die Lage ist, sieht man schon daran, dass selbst wenn man es dann jetzt mal schafft eine gute Lösung beispielsweise um Nextcloud herum zu bauen...dann feiert sich Deutschland dafür im Jahr 2030 dies flächendeckend einzusetzen...was der Rest der Welt und insbesondere die USA schon vor 20 Jahren hatte. Wir sind so unglaublich weit hinten dran...
 
Corros1on schrieb:
Der Vergleich mit Valve hinkt leider an einer entscheidenden Stelle: Valve hat eine Kompatibilitätsschicht für Unterhaltungssoftware geschaffen. Das ist ein technisches Meisterwerk, aber in einem Videospiel ist ein Darstellungsfehler oder ein kleiner Bug nur ärgerlich. In der öffentlichen Verwaltung hängen an fehlerhaften Makros, inkompatiblen Dateiformaten oder nicht funktionierenden Schnittstellen zu Justiz und Wirtschaft reale Existenzen, Fristen und Rechtsfolgen.
Strukturen aufzubrechen klingt gut, aber man muss die Verhältnismäßigkeit sehen: Der ‚Entwicklungsaufwand‘, um Jahrzehnte an gewachsener Office-Logik und spezialisierten Fachanwendungen fehlerfrei nachzubauen, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Es geht hier nicht um mangelnden Mut, sondern um die Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler und der Funktionsfähigkeit des Staates. Man kann ein Land nicht wie ein Open-Source-Projekt führen, bei dem man hofft, dass die Community die Fehler im Betrieb schon irgendwann findet.
Die Justiz arbeitet aber nicht mit Office sondern mit einer eigenen (unter Linux laufenden) Software. Anwälte kommunizieren auch über eine definierte Schnittstelle. Office ist eine Ausrede und schon lange kein Grund mehr. Wenn das eigene Geschäftsmodell an Makros hängt, dann… tja Pech gehabt. Hätte mal mal paar Euro investiert.
 
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Da bin ich gespannt, ob es ein ganzes Land, in relativ kurzer Zeit, über die Bühne bringt.

Wir hatten bei uns 6 Monate Vorlaufzeit + 2 Monate zum Ausrollen...
Stanzlinger schrieb:
Ich halte dies für keine gute Idee. MS ist faktisch ein Standard der funktioniert. Keine alterntive hat bisher alle Features von Microsoft unterstützt. Selbst ein Datenaustausch zwischen MS Offic und Open Office ist manchmal kaum gegeben, wenn man besondere Features von MS nutzt.
Mit LibreOffice und SoftMaker FreeOffice alles kein Problem. Zumindest ging unsere Umstellung ganz gut. Auch PDF funkt unter Linux gut.
 
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Corros1on schrieb:
In der öffentlichen Verwaltung hängen an fehlerhaften Makros, inkompatiblen Dateiformaten oder nicht funktionierenden Schnittstellen zu Justiz und Wirtschaft reale Existenzen, Fristen und Rechtsfolgen.
Umso wichtiger, dass sich das ändert. Tritt da ein trumpisch motivierter Geheimdienst oder Tech-Konzern eine der sicher zahllosen Hintertüren ein, klingelt dann bei den Leuten plötzlich die Polizei zu Hause: "komisch, wir hatten da plötzlich eine Fahndungsmeldung mit ihrem Namen im System. Ich muss Sie leider erst mal mitnehmen."

Corros1on schrieb:
Strukturen aufzubrechen klingt gut, aber man muss die Verhältnismäßigkeit sehen: Der ‚Entwicklungsaufwand‘, um Jahrzehnte an gewachsener Office-Logik und spezialisierten Fachanwendungen fehlerfrei nachzubauen, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Es geht hier nicht um mangelnden Mut, sondern um die Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler und der Funktionsfähigkeit des Staates. Man kann ein Land nicht wie ein Open-Source-Projekt führen, bei dem man hofft, dass die Community die Fehler im Betrieb schon irgendwann findet.
Man braucht ein Land nicht wie ein Open Source-Projekt führen. Das ist ein an den Haaren herbeigezogenes Argument, und kein gutes (vulgo: Strohmann), denn das forderte niemand. Mal ganz davon abgesehen, dass wir Wähler diejenigen sind, die das Land eigentlich steuern, also doch wie ein Crowdsourcingprojekt, naja lassen wir das. Es braucht nichtmal den Staat als maßgeblichen Akteur, es reicht wenn staatliche Stellen maßgebliche Nutzer sind. Denn damit ist dann für Konzerne ein Investitionsanreiz gegeben. Wir haben SuSe, Manjaro, NextCloud, alles große Firmen mit vielen Angestellten. Signalisiert man denen, dass deren Software demnächst staatlich genutzt wird, haben die auch noch ein paar Ingeniere, die dann z.B. dazu beitragen können, ein Euro-Office zu bauen oder LibreOffice weiter zu entwickeln. Und genau solche Dinge passieren gerade. Der Aufwand steht offenbar er Einschätzung dieser Konzerne nach sehr wohl im Verhältnis zum prognostizierten Nutzen. Lassen wir die mal machen. Die sind erstaunlich innovativ. Einfach mal ausprobieren.
 
Salamimander schrieb:
dann… tja Pech gehabt. Hätte mal mal paar Euro investiert.
"Dann ist es halt Pech" ist eine bemerkenswerte Einstellung, wenn es um staatliche Infrastruktur geht.
Ist es dann konsequenterweise auch einfach nur ‚Pech‘, wenn bei einer solch massiven Migration die Rentenzahlung ausbleibt, Steuerbescheide im digitalen Nirgendwo verschwinden oder – im schlimmsten Fall – durch Datenbankfehler im Justizsystem Personen fälschlicherweise als vorbestraft markiert werden?
Genau hier liegt das Problem: In einer Behörde arbeitet man nicht im luftleeren Raum. Da hängen reale Schicksale an der Integrität und fehlerfreien Übertragung von Millionen Datensätzen. Ein Systemwechsel aus rein ideologischen Gründen, der solche Risiken für die Bürger ohne Not in Kauf nimmt, ist schlicht verantwortungslos. Ein Staat ist kein Bastelprojekt, bei dem man Inkompatibilität mit ‚Pech gehabt‘ abtun kann.
 
Ich wäre so froh, wenn bei uns statt Windows Linux zum Einsatz käme, aber leider ist das nicht durchführbar, da zu viele Ewiggestrige dort sitzen, die nach dem Motto:"Das haben wir schon immer so gemacht" agieren und nicht bereit wären sich für neue Lösungen zu öffnen. Also lebt man weiter mit Windows, Teams und den ganzen anderen Murks.

Was aber ginge, warum auch immer, wäre ein MacBook.
 
Syrato schrieb:
Mit LibreOffice und SoftMaker FreeOffice alles kein Problem. Zumindest ging unsere Umstellung ganz gut. Auch PDF funkt unter Linux gut.
Das Problem ist, dass MS Dateien halt oft nicht fehlerfrei importiert werden können.
Und je nachdem um was es da geht, ist das dann schon ein Riesenproblem.

Und wenn man MS Dokumente mit externen Leuten austauschen muss, dann fallen die Programme eh komplett raus.

Und 90% der externen Firmen erwarten heutzutage eh eine MS Teams Anbindung.
 
Corros1on schrieb:
ideologische Freiheit,
Das sümmste Totschlagwort der letzten Jahre schon wieder, du willst damit nur jede Diskussion darum ersticken. Wenn du so etwas wirklich brauchst...
Zeigt nur das du keine brauchbaren Argumente hast.
 
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