Linux Mint lässt sich nicht auf MicroSD Karte installieren - Totalverwirrung!

Tayfe

Ensign
Registriert
Sep. 2013
Beiträge
160
Liebe Leute,

Ich brauche dringend eure Hilfe, denn ich bin mit jeglichem Latein am Ende - und nicht nur ich, wo ich eh nicht viel Latein in Bezug auf Linux habe, sondern auch die netten Helferlein aus dem IRC-Chat von Linux Mint, mit denen ich heute Abend viel zu lange zusammengesessen habe, nur um letztenendes noch blöder dazustehen als vorher. Ich habe wirklich keine Ahnung, was hier gerade vor sich geht bzw ob es überhaupt mir rechten Dingen vor sich geht, aber ich fange doch mal von vorne an:

Ich möchte gerne Linux Mint v17.1 "Cinnemoan" auf meinem Laptop, Dell Vostro 1520, benutzen. Dazu soll Linux auf meine 64GB microSD Karte installiert werden. Es soll auch wirklich auf diese verdammte Karte, ich habe keinen USB-Stick, ich habe keine Festplatte und momentan auch nicht die Möglichkeit, mir eine neue zu besorgen! Die microSD Karte steckt in einem Transcend USB Adapter, der unter anderem einen direkten Slot für microSD Karten besitzt, sodass diese Karte in keinem Kartenadapter steckt! Es gibt also keinen mechanischen Schreibschutz, auch die Karte selbst und der USB-Adapter haben keinen.

So weit bin ich bis jetzt gekommen: Ich habe es hinbekommen, mir eine .iso-Datei von Linux Mint herunterzuladen und diese als live-Version zu starten. Dazu nutze ich mein Smartphone LG Optimus p880 4x HD und die App "DriveDroid", die man im PlayStore bekommen kann und mir deren Hilfe man .iso-Dateien booten kann, ohne diese auf einen Stick, einen Karte oder eine CD/DVD brennen zu müssen. Das ist in meinem Fall sehr hilfreich, da ich keine weitere Karte, keine CD und auch keinen Stick besitze. So weit, so gut. Das klappt alles und die live-Version läuft.

Jetzt ist aber die Sache, dass ich Linux Mint nicht nur als live-Version haben möchte, sondern es gerne auf meine 64GB microSD Karte installieren möchte, damit Änderungen und Downloads und so erhalten bleiben! Und daran scheitere ich gerade enorm und ich weiß auch gar nicht, an welcher Stelle ich so richtig anfangen soll.

Also: Um nun Linux auf meine SD Karte zu installieren habe ich das kleine Icon "Install Linux Mint" auf dem Desktop meiner live-Version angeklickt. Daraufhin kommt man zu dem Punkt, wo man entweder die vordefinierte Installation nutzen kann ohne "etwas Anderes" (oder so ähnlich) auswählen kann. Dabei habe ich immer die vordefinierte Version genutzt. Als nächstes habe ich dann den ganzen Rest eingegeben etc und dann gehts irgendwann los mit dem Kopieren der Dateien auf meine microSD Karte. Doch dann kam irgendwann diese Fehlermeldung:

[Errno 30] Read-only file system: '/target/bin'

Von da an begann das absolute Chaos!

Da ich im ersten Moment nichts weiter mit dem Fehler anfangen konnte, da ich mir sicher war/bin, dass die Karte keinen Schreibschutz besitzt, habe ich die Karte erst einmal mit Hilfe des Laptops (Windows 8) einer Freundin formatiert. "Formatierung erfolgreich", alles super, also wieder in den Linux-Laptop reingesteckt und erneut versucht - es ging wieder nicht. Diesmal habe ich aber einen Blick auf die Karte geworfen und festgestellt, dass ja doch noch alle Dateien auf der Karte vorhanden sind! Und das, obwohl ich sie doch extra vorher formatiert hatte, das geht doch eigentlich gar nicht?!
Dann habe ich sie erneut formatiert, das hat wieder geklappt. In Windows wurden mir auch keine Dateien mehr angezeigt. Aus irgendeinem Grund konnte ich die Karte dann aber plötzlich nicht mehr in Linux benutzen:

Error mounting /dev/sdd1 at /media/mint/CDROM: Command-line `mount -t "iso9660" -o "uhelper=udisks2,nodev,nosuid,uid=999,gid=999,iocharset=utf8,mode=0400,dmode=0500" "/dev/sdd1" "/media/mint/CDROM"' exited with non-zero exit status 32: mount: block device /dev/sdd1 is write-protected, mounting read-only
<Guest74847> mount: wrong fs type, bad option, bad superblock on /dev/sdd1,
<Guest74847> missing codepage or helper program, or other error
<Guest74847> In some cases useful info is found in syslog - try
<Guest74847> dmesg | tail or so

Daraufhin wollte ich sie erneut formatieren, doch auch das ging nicht mehr! Windows hat zwar erkannt, dass eine microSD Karte eingesteckt wurde, da das Icon bei "Arbeitsplatz" an Transparenz verlor, aber ich hatte nicht die Möglichkeit, die Karte zu öffnen und die Dateien einzusehen. Dann habe ich die Karte ewig zwischen Smartphone, Linux-Laptop und Windows-Laptop hin- und hergesteckt, bis sie plötzlich einfach wieeder am Linux-Laptop funktionierte. Somit habe ich die Karte wieder formatiert, diesmal mit Hilfe von Linux. Das hat angeblich auch geklappt und ich habe erneut versucht, eine Installation durchzuführen.
Doch auch diesmal scheiterte die Installation mit der gleichen Fehlermeldung wie ganz zu Anfang. Dann war es mir wieder für eine kurze Zeit nicht möglich, die SD Karte einzusehen. Irgendwann ging es wieder, ich habe sie abermals formatiert. Diesmal habe ich mal wieder einen Blick auf die Karte geworfen und war absolut total total (!!!) verwirrt: Alle Dateien von ganz zu Anfang waren auf der microSD Karte!! Ich habe die Karte in der Zwischenzeit bestimmt ungelogen um die 15 Male formatiert, wie können da denn noch bitte die Dateien, die überhaupt nichts mit der Linux-Installation zu tun haben (es ist also ausgeschlossen, dass ich sie verwechselt habe!), nach 15 Formatierungen noch immer auf dieser microSD Karte sein!?

Das ganze ist mir ein absolutes Rätsel. Mal funktionierte die Karte an dem Laptop, dann mal wieder nur an dem, und dann mal an gar keinem, bis sie nach 5 oder 10 Minuten wieder an einem der beiden funktionierte. Und wie können diese Dateien bitteschön plötzlich nach etwa 15 Formatierungen plätzlich wieder auf der Karte sein? Und warum bekomme ich immer mal wieder den Fehler, dass es ein "Read-Only System" sei? Ich habe zwischendurch mal getestet und testweise ein Textdokument mit Windows auf die Karte gezogen. Dieses Dokument konnte ich unter Linux bearbeiten, löschen, runterkopieren und auch andere Dateien drauf kopieren. Ich hatte also volle Zugriffsrechte! Und dann kamen plötzlich wieder diese alten Dateien!? Das ist mir wirklich ein absolutes Rätsel. Hat irgendwer auch nur im Ansatz irgendeine Idee, wie das alles Zustand kommen könnte und vllt. sogar am besten irgendeinen Lösungsansatz der ganzen total-Verwirrung?

Vielleicht ist noch zu erwähnen, dass ich jegliche Systeme bei den Formatierungen versucht habe, also FAT32, NTFS und ext4. Und auf der SD Karte befand sich vorher "Puppy Linux", das habe ich dort erst einmal aus "Panikreaktion" vor 2 Tagen dort drauf gebrannt. Das ist nämlich die Datei, die sich nicht löschen lässt. Es ist also eine Verwechselung ausgeschlossen! Es war eindeutig die selbe Datei!

Also wie oft gesagt, ich bin total verwirrt und mit allen Gedanken am Ende und auch die Jungs im IRC-Chat wissen keinen Rat mehr, die sind entweder genau so verwirrt wie ich und einfach nur noch ungläubig, dass das wirklich alles so sein kann. Ich hoffe, ihr könnt mir irgendwie helfen :)

Liebe Grüße,
Tayfe
 
Unter Linux: sudo fdisk -l und uns das Ergebnis mitteilen.
Dann bekommst du ein /dev Device für die Karte. Dieses nutzt du um via "sudo dd if=/dev/zero of=/dev/<DEVICE> bs=2M count=1 die SD Karte vollständig zu löschen. Vor dem Ausführen des dd Befehls aber hier nochmal nachfragen. Nicht daß die Windows Partition nachher weg ist...
 
Unter Linux: sudo fdisk -l und uns das Ergebnis mitteilen.

mint@mint ~ $ sudo fdisk -l

Disk /dev/sdb: 1412 MB, 1412431872 bytes
64 heads, 32 sectors/track, 1347 cylinders, total 2758656 sectors
Units = sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x3c49d92f

Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sdb1 * 0 2758655 1379328 17 Hidden HPFS/NTFS

Disk /dev/sdb1: 1412 MB, 1412431872 bytes
64 heads, 32 sectors/track, 1347 cylinders, total 2758656 sectors
Units = sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x3c49d92f

Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sdb1p1 * 0 2758655 1379328 17 Hidden HPFS/NTFS

Disk /dev/sdh: 67.1 GB, 67108864000 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 8158 cylinders, total 131072000 sectors
Units = sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x0005c354

Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sdh1 2048 131068928 65533440+ b W95 FAT32

Damit sollte /dev/sdh die microSD Karte sein. Dann kann ich jetzt einmal versuchen, mit

sudo dd if=/dev/zero of=/dev/sdh bs=2M count=1

die Karte möglichst vollständig zu löschen und dann noch einmal die Installation anstarten?


EDIT:

Ich habe gerade nochmal einen Installationsvorgang durchgeführ, um euch nochmal die genauen Fehlermeldungen geben zu können:

Gestoppt wurde der ganze Vorgang diesmal mit dieser Nachricht:

Beim Kopieren der Dateien auf die Festplatte ist ein Fehler aufgetreten:

[Errno 30] Read-only file system: '/target/usr/lib/mono/gac/policy.2.1.Google.GData.Apps'

Dies wird oft durch eine fehlerhafte Festplatte verursacht. Es kann helfen, zu überprüfen, ob die Festplatte alt ist und ausgetauscht werden muss, oder das System in eine kühlere Umgebung zu verlagern.

Das dazugehörige Fehlerprotokoll konnte ich gerade leider nicht einmal mehr kopieren. Aber ok, vllt findet sich ja auch so eine Lösung.
 
Zuletzt bearbeitet:
SD, Flash etc sind nicht tauglich, um ein Linux-Dateisystem aufzunehmen.
Linux schreibt oft auf den Datenträger, so dass es die Lebensdauer der Flashspeicher überstrapaziert wird und diese frühzeitig sterben lässt.
SSD statt MicroSD benutzen.
Der Controller in einer SSD ist ja nicht nur schmückendes Beiwerk, sonder hat eine echte Funktion.
Fat32 statt ext4 benutzen, weil dann die Schreibzugriffe verringert werden und dadurch die Lebensdauer steigt.

ES hat schon seinen Grund, warum Google / Android gewisse Kombinationen von Dateisystemen und Speicherkonzepten abgeschafft hat.
 
Du willst Linux auf die microsd Karte installieren von der es gestartet wurde? Kann mir gut vorstellen, dass das nichts wird. Dann müssten ja alle Daten im RAM zwischengelagert werden.
Ich würde versuchen von USB/cdrom zu booten (aktuelles mint liegt bestimmt auch irgendeiner Linux Zeitung bei) und von da auf die microsd-karte zu installieren.
Ob es gesund für die microsd Karte ist weiß ich nicht, funktionieren sollte es aber.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du versuchst es immer wieder mit der automatischen Installation?
Die Fehlermeldung
[Errno 30] Read-only file system: '/target/usr/lib/mono/gac/policy.2.1.Google.GData.Apps'
klingt, als ob der Installer versucht, auf dein Smartphone zu schreiben, das Read-Only ist.
Wähle bei der Installation "Etwas anderes" und geh auf manuelle Partitionierung.
Jetzt erstellst du auf deiner SD-Karte 2 Partitionen.
Die erste mit einer Größe von 4GiB, verwenden als SWAP/Auslagerungsspeicher
Im restlichen freien Speicher erstellst du eine Partition, die du mit EXT2 formatierst und bei Einhängepunkt gibst du / an.
Jetzt installieren.

Bolko schrieb:
SD, Flash etc sind nicht tauglich, um ein Linux-Dateisystem aufzunehmen.
Linux schreibt oft auf den Datenträger, so dass es die Lebensdauer der Flashspeicher überstrapaziert wird und diese frühzeitig sterben lässt.
Geht schon 'ne Weile gut.
Fat32 statt ext4 benutzen, weil dann die Schreibzugriffe verringert werden und dadurch die Lebensdauer steigt.
Auf Fat32 kann man Linux nicht wirklich installieren, weil Fat32 keine UGO-RWX-Rechte unterstützt.
Deshalb verwendet man ext2 für Flash-Medien.
Das Problem ist nicht die Zahl der Zugriffe, die ist bei jedem Dateisystem gleich. Das Problem ist der Journal von ext3/4, der bei jedem Schreibzugriff geändert wird und immer an der selben physischen Stelle im Dateisystem bleibt. Dieser Bereich stirbt dann logischerweise wesentlich schneller als der Rest des Speichers.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben