News Mars: 64-Kern-Prozessor in 28 nm auf 640 mm² aus China

Volker

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#1
Auf der Hot Chips 27 hat das eher unbekannte chinesische Unternehmen Phytium Technology Co., Ltd den High-Performance-Server-Chip Mars mit eigens entwickelten Kernen, die kompatibel zur ARMv8-Architektur sind, präsentiert. 64 Kerne soll das Komplettpaket in 28-nm-Fertigung auf 640 mm² Die-Fläche unterbringen.

Zur News: Mars: 64-Kern-Prozessor in 28 nm auf 640 mm² aus China
 
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#2
Ich finde schade, dass unnötigerweise Beispiel für den Vorurteil geliefert wird die Chinesen würden alles einfach abkupfern.

So stark ist die Marke Pentium doch nicht mehr, dass man sie ausleihen muss. Muss ja nicht gerade Huawei oder Li Fung sein wenn sie sich international aufgestellt sehen wollen. So etwas wie Lenovo oder Alibaba hätte sich bestimmt gefunden statt Phytium?
 
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#3
Schon beeindruckend ! Vorbei die Zeiten als die Chinesen Halbleiter nur für ihre Kundschaft aus den USA, Südkorea oder Japan herstellten, die können mittlerweile auch selber entwickeln. Dazu noch die recht niedrigen Lohnkosten sind da sicherlich ein starker Gegner für andere alteingesessenen Unternehmen.
Aber ob sich Firmen wie Google wirklich einen Serverchip wie diesen von Phytium verwenden würden ist sicherlich eine spannende Frage....
 

CrispyBit

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#4
Nun ja abkupfern tun nicht nur die Chinesen. Abkupfern tun alle. Selbst die Amis haben vieles abgekupfert. Ist Gang und gebe. De noch finde ich es klasse das mal Konkurrenz aus dem Ausland kommt. Mag sein das die noch nicht so weit sind und wird vielleicht nicht Intel schlagen, aber dafür sorgen, das die Preise endlich mal sinken und wir nicht 10 Jahre lange auf 4 Kernen sitzen. Konkurrenz ist gut, egal woher.
 
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#5
Wie kann es denn angehen, dass das Teil halb soviel Leistung wie die zwei Xeons bringt, aber gegenüber einem Xeon 20% schneller ist?


Ansonsten schon interessant das Teil. Bin aber auch mal gespannt, wie das am Markt ankommt.
 
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#6
Interessant allemal aber für so einen gewaltigen Klotz mit dem vielen "Kram" klingen 120W ein bisschen sehr optimistisch. Wurde irgendwo bei der Konferenz ein Die-Shot oder gar ein lauffähiges Modell gezeigt oder ist das nur auf dem Papier existent?
Man darf skeptisch sein, weil bei diesen vollmundigen ARM-Super-CPUs noch nie etwas überzeugendes und marktfähiges geliefert wurde und die Hälfte der entsprechenden Unternehmen schon wieder verschwunden sind.

Ich hab mal die Einleitung an die mutmaßliche Realität angepasst :evillol:


Auf der Hot Chips 27 hat das eher unbekannte chinesische Unternehmen Phytium Technology Co., Ltd, Ableger des eher bekannten chinesischen Staates den High-Performance-Server-Chip Mars mit eigens mit 100% staatlichen Mitteln und staatlichen Universitäten angepassten Kernen, die kompatibel zur ARMv8-Architektur sind, präsentiert. 64 Kerne soll das voraussichtlich unter Wert verkaufbare Preisdumping Komplettpaket in 28-nm-Fertigung auf 640 mm² Die-Fläche unterbringen.
 

Acemonty

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#7
Das Teil ist viel zu gross. Wird meiner Meinung nach entweder viel zu teuer, oder unwirtschaftlich werden. Weiterin gibts ab 600m2 wohl noch diverse weitere Probleme.
Meiner Meinung nach nur eine Machbarkeitsstudie.
 

Mikash

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#8
Also die Chinesen sollte man nicht unterschätzen. Auf der Arbeit sehe ich öfters Produkte aus China, die unseren nachgebaut wurden. Das seltsame ist, die schauen sich nur die guten Aspekte ab. Die weniger gut konstruierten Bauteile werden sofort erkannt und verbessert/vereinfacht.
 

Lilz

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#9
@Mikash: Was is daran seltsam? Würdest du doch nicht anders machen ;)
Wer denkt die Chinesen können nix außer Auftragsfertiger spielen wird sich wundern was die nächsten Jahre bringen.
 
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#10
Westliche ARM Hersteller werden mit der Weltfabrik China ihre Probleme bekommen.
Würden chinesische Hersteller eine X86 Lizenz haben, würde für Intel der Markt einbrechen.

Sämtliches High Tech oder Know How haben die westlichen Staaten in den Siebzigern mit ihrem Outsourcing angefangen nach China zu bringen und in Zukunft wird es nicht einfacher. Der Technologiermarkt kann auch über den Preis gemacht werden, selbst wenn die Produkte nicht Made in Germany sind.
Die hiesigen Arbeitnehmer unterschreiben Geheimhaltunsklauseln, aber die Unternehmen kündigen und gliedern das Wissen auf dem Servierteller für Kopien und Entwicklung einfach in das billige Ausland aus. Dann wundert man sich, wenn man eine starke Konkurrenz hat, die man selbst durch arrogantes und rein kapitalwirtschaftliches Unternehmertum vorlebt.

ARM Kerne sollen effizient arbeiten und sind doch bekannt für geringe Leistungsaufnahme. Außer man entwickelt die Kerne wie für Smartphones für sehr hohe Leistungen und hohe Taktraten.

@ [F]L4SH
Der chinesische Staat investiert in den Wettbewerb. Zwar keinen guten, weil durch einseitige Unternehmensprozesse, aber sie investieren. Ökonomie des kommunistisch, sozialen Kapitalwirstchaft und Reichtum gab es auch im Ostblock. Nur hat man sich im Ostblock die Planwirtschaftsbremse als ständige Hungerbremse auferlegt, die die Chinesen nicht haben und aus dem Reichtum aller vorhandenen Mittel totaler Produktivität und der Genossen schöpfen. Wäre das im Ostblock gemacht worden, würde noch heute die Mauer stehen und die DDR würde mit Protzbauten und einem Luxus Berlin aufwarten. Industriestädte wären da nur im Smognebel. Man braucht sich nur vorstellen, wenn alle staateigenen Betriebe des Ostblockes aus den Bodenschätzen der Staatengemeinschaft geschöpft hätten, wie es China vormacht.
In den Weststaaten investiert der Staat in die Taschen der Reichen, die selbst auslagern um den Reichtum zu vergrößern und damit inländische Arbeitsplätze vernichten oder in den Billiglohn schieben. Ökonomie des Neoliberalismus.
In beiden Fällen findet trotzdem eine systematische Gehirnwäsche bei den Menschen statt, die für nichts arbeiten.

@ Acemonty
War der Tiger VII auch. Trotzdem hat es die Industrie damals nicht aufgehalten auf beiden Seiten übergroße Kriegsmaschinen mit Schiffsartillerie zu entwickeln und einzusetzen. Im Kriegsfall verliert zudem jede Moralvorstellung ihren Wert, was heutr auch vom Kapitalwachstum übernommen wird. Gewinnen um jeden Preis, gleichgültig der Kosten um Mensch und Umwelt. Unmenschliche Arbeitslager sind keine neuer Erfindung. Man darf nicht vergessen, China tut es sich leisten und sie können auch für uns unwirtschaftlich und verwerflich betrachtete Dinge auf den Markt bringen. Ein Großteil aller chinesichen Waren sind Müll und trotzdem kaufen die Kunden ohner Sachverstand sie als Saisonkleidung und Elektronikmüll aus fragwürdigen Produktionsbedingungen. In Deutschland knausert dagegen der Investor mit Investitionen, weil er seine Milliarden nicht verlieren will. Trotzdem produziert er dabei unwirtschaftlichen Müll, der seinen Profit steigern lässt. Nur die Wenigsten können ihre Fachwissen auch wirklich ausleben. Ausbilung dient auch hier dem reinen Wirtschaftswettbewerb. Wer nicht in das Raster passt oder sich dem Wirstchaftssystem fügen kann, hat auch keinen Job, wenn er nicht schon ausgegliedert ist.

Man muss sich mal vorstellen, wenn das ein chinesischer X86 Prozessor wäre, der die Rechenleistung eines akuellen FX Kerns bietet. Für 300€ zum Beispiel einen 24 Kerner mit 200W TDP unter Volllast. Da würden viele Mainboardhersteller und Kunden drauf anspringen. Auch wenn die CPU 500€ bis 1000€ kosten würde. So viel Leistung bekommt man nicht für den Preis und das was man am Preis spart, hat man für den Energieverbrauch, statt 3000€ in einen Xeon zu stecken.
 
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#11
@Mikash: Das war vor 10 Jahren schon so. Ein Kollege war damals für 6 Monate in Shanghai und hat sich einen geclonten Ipod gekauft. Der hatte neben viel Speicher auch noch deutlich mehr Funktionen wie z.B. Radio und die Qualität war wohl auch ganz gut. Natürlich ist es bei den Produkten sehr schwer herauszufinden ob auf etwas Qualität oder nur günstigster Preis gesetzt wurde.

Wenn man sich anschaut was die Chinesen in Bildung investieren müsste man in Deutschland schon lange Angst haben, die Universitäten sind bestens ausgestattet und haben richtig Budget. Da wird es nicht lange dauern bis das Konzept Früchte trägt. Leider sind in Deutschland immer noch die meisten der Meinung das die dort nur abkupfern können.
 
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#12
Wie kann es denn angehen, dass das Teil halb soviel Leistung wie die zwei Xeons bringt, aber gegenüber einem Xeon 20% schneller ist?


...
Das Teil ist nicht schneller als der 2680er XEON sondern liegt bezüglich Energieverbrauch um 20% in Front. und es bringt bei angegebenen 120W Verbrauch die Hälfte der Leistung zweier 2697er XEONs, die dazu ohne weitere Komponenten selber schon mal bei 260W liegen. Man hätte auch schreiben können, dass ein 2697er bei rund 10W Mehrverbrauch mit dem "Mars" auf Augenhöhe liegt. Aber wer baut schon einen Server oder eine Workstation mit nur einem XEON? (OK, auch ich hab noch einen Uraltserver mit nur einer CPU (aber zwei Sockeln), aber dafür kauf ich bestimmt keine zweite CPU mehr, nur um zusehen zu können, wie das Notebook nebenan alles schneller schafft als DualCore. ^^ )
 
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#13
Wirklich sehr beeindruckend- China macht technologisch riesen Sprünge. Für sowas bräuchten andere Länder Jahrzehnte.

Wobei dieser Name schon typisch chinesisch ist:

das eher unbekannte chinesische Unternehmen Phytium Technology Co.
Erinnert mich spontan an Pentium. :rolleyes::freaky:
 

strex

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#14
Na ob das was wird. Die TDP kann angezweifelt werden. Vielleicht wird das ja der erste Chip in unserem Labor für die Evaluierung im Data Center der auch physisch existiert und erwerbbar ist. Bis jetzt haben wir außer Marketing-Folien nichts bekommen. Die meisten Hersteller sind dann nach Jahren wieder verschwunden. Die Wunder-CPUs muss man immer kritisch betrachten. Derweil kauft man massig Intel CPUs die auch verfügbar sind.
 
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#15
Habe selbst beruflich 3 Jahre in China (Peking und Shanghai) gelebt und was soll ich sagen, ich mache einen großen Bogen um chinesische Produkte. Das wird bei chinesischen Prozessoren nicht anders werden.
Was soll ich mich über chinesische oder russische Prozessoren freuen? So etwas wollte ich noch nicht einmal geschenkt haben.
 
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#16
Taiwan ist auch China. Und was zB MediaTek oder Realtek an integrierten Schaltkreisen entwerfen und herstellen lassen ist schon gut.
 
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#17
Scheint als würden die Chenesen jetzt auch durchstarten wollen und das gleich mit ein Monster wie es scheint :) Aber mal Abwarten wie gut die Kerne im einzelnen sind und eben der gesamte CPU und ob die jemals auf den Endkundenmarkt Fußfassen werden.
 
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#18
Die werden ihre eigenen Chips brauchen, denn die US Regierung verbietet ja teilweise den Xeon Export nach China.

http://www.pcworld.com/article/2908692/us-blocks-intel-from-selling-xeon-chips-to-chinese-supercomputer-projects.html

In February, four supercomputing institutions in China were placed on a U.S. government list that effectively bans them from receiving certain U.S. exports.

The four institutions, which include China’s National University of Defense Technology, have been involved in building Tianhe-2, the world’s fastest supercomputer, and Tianhe-1A.

The two supercomputers have been allegedly used for ”nuclear explosive activities,” according to a notice posted by the U.S. Department of Commerce.
China wird den USA langsam aber sicher zu gefährlich und die neue Pazifikdoktrin der Chinesen tut ihr übriges (siehe zB Spratley Islands oder Senkaku Islands).
 
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#20
Dann frag mal die Kinesen! ;)
 
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